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Die Energieeinsparungen der Unternehmen im Jahr 2023 entsprechen etwa dem jährlichen Energieverbrauch im Haushalt von 653 000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2023 wurde durch verschiedene Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 5 003 792 Megawattstunden für Strom und Wärme eingespart. Gleichzeitig wurden 34 543 594 Megawattstunden Energie verbraucht. Die Energieeffizienz im Jahr 2023 beträgt somit 116.2 Prozent.

Entwicklung der Energieeffizienz der EnAW-Unternehmen
2000 bis 2023

(Heizgradtag-normiert)

In der Grafik ist die Entwicklung der Energieeffizienz der EnAW-Unternehmen in der 1. und 2. Periode der Entwicklung der Teilnehmerzahlen gegenüber­gestellt. Zu Beginn der 2. Periode mussten alle Unternehmen eine neue Zielvereinbarung abschliessen und die Zählung der Massnahmen­wirkung fing wieder bei «Null» – respektive bei 100 Prozent an.

Total 1317 zusätzliche Massnahmen
durch das Förderprogramm EFFIZIENZ+

Über ProKilowatt hat die EnAW das Energieeffizienzprogramm EFFIZIENZ+ lanciert. Seit Anfang 2017 können Unternehmen im Energie-Modell und KMU-Modell knapp unwirtschaftliche Strommassnahmen einreichen und Fördergelder für die Umsetzung beantragen. Über die bisher 1317 geförderten Massnahmen mit EFFIZIENZ+ wurde eine Stromeinsparung von 48 952 Megawattstunden pro Jahr erreicht. Der Förderbeitrag beträgt bisher rund 14 Millionen Franken.

Wie wird die
Energieeffizienz berechnet?

Die Energieeffizienz ist das Mass, mit dem der Energieverbrauch wachstumsunabhängig verglichen werden kann. Die Energieeffizienz zeigt, wie viel Energieeinsparungen im Vergleich zum gleichzeitigen Energieverbrauch erreicht wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung:
Gesamtenergiestatistik; BFE (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.2021

Die CO2-Reduktionen der Unternehmen im Jahr 2023 entsprechen etwa dem jährlichen CO2-Verbrauch im Haushalt von 900 000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2023 wurden durch die vielen und vielfältigen Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 818 537 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt wurden 2023 noch 3 604 319 Tonnen CO2 ausgestossen. Die CO2-Intensität beträgt im Jahr 2023 somit 81.8 Prozent.

Entwicklung der CO₂-Intensität der EnAW-Unternehmen
2000 bis 2023

(Heizgradtag-normiert)

In der Grafik ist die Entwicklung der CO2-Intensität der EnAW-Unternehmen in der 1. und 2. Periode der Entwicklung der Teilnehmerzahlen gegenüber­gestellt. Zu Beginn der 2. Periode mussten alle Unternehmen eine neue Zielvereinbarung abschliessen und die Zählung der Massnahmen­wirkung fing wieder bei «Null» – respektive bei 100 Prozent an.

Durch neu umgesetzte Massnahmen steigt die Massnahmenwirkung von Jahr zu Jahr

Alleine mit den Massnahmen, die 2023 neu umgesetzt wurden, konnten 26 561 Tonnen CO2 eingespart werden. Da die Massnahmen, die heute umgesetzt wurden, auch zukünftig über die Lebensdauer hinaus noch weiterwirken, wird die Massnahmenwirkung jedes Jahr grösser.

Zusätzliche Reduktionswirkung von 299 675 Tonnen CO₂ mit dem Transportprogramm

Seit 2014 bietet die EnAW das Transportprogramm an. Teilnehmenden Unternehmen werden nachgewiesene CO2-Reduktionen durch den Einsatz von schweren Elektro­nutz­fahrzeugen oder durch die Güterverlagerung von der Strasse auf die Schiene bescheinigt. Die EnAW vermittelt die Bescheini­gungen an die Stiftung KliK. Für die Unternehmen ist die Teilnahme am Transport­programm eine optimale, freiwillige Ergänzung zu Ziel­verein­barungen im Energie-Modell oder KMU-Modell. Im Jahr 2023 wurde eine Reduktions­wirkung von 299 675 Tonnen CO2 erzielt.

Wie wird die
Energieeffizienz berechnet?

Die Energieeffizienz ist das Mass, mit dem der Energieverbrauch wachstumsunabhängig verglichen werden kann. Die Energieeffizienz zeigt, wie viel Energieeinsparungen im Vergleich zum gleichzeitigen Energieverbrauch erreicht wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung: Emissionen von Treibhausgasen nach CO2-Gesetz und Übereinkommen von Paris; BAFU (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.2022

Gut ein Viertel aller Massnahmen werden im Bereich Beleuchtung umgesetzt. Besonders wirksam sind Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse.

Häufigste Massnahmen

(Massnahmen in %)

Im Bereich Beleuchtung wird über ein Viertel aller Massnahmen umgesetzt. Sehr beliebt sind ferner Massnahmen bei Heizung und Lüftung, Massnahmen im Bereich der Prozesswärme, Produkt- und Prozessmassnahmen sowie Massnahmen an der Gebäudehülle. Sie machen je um die zehn Prozent des gesamten Massnahmenvolumens aus.

Wirksamste Massnahme

(Megawattstunden in %)

Anspruchsvollere Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse machen die Hälfte der gesamten Wirkung aus. Dies, obwohl sie in Bezug auf die Häufigkeit der Umsetzung nur den vierten Platz belegen.

Praxisbeispiele

Beleuchtung

Durch die Umstellung auf LED hat das Alters- und Pflegeheim Perla Park den Stromverbrauch signifikant gesenkt.

Heizung

Als Biotta AG ihr Heizsystem erneuern wollte, ist eine Diskussion mit dem benachbarten Gemüsebetrieb Rathgeb Bio über die Bedürfnisse der beiden Unternehmen entstanden – Dampf für Biotta und Warmwasser für Rathgeb. Nun nutzen beide Unternehmen gemeinsam eine Heizung, die mit Thurgauer Holzschnitzeln befeuert wird, mit einem Volumen von 5300 Kubikmetern pro Jahr.

Lüftung / Klimakälte

Die Gemeinde Trimbach hat ihre Lüftung so gesteuert, dass der Gemeindesaal nur dann belüftet wird, wenn der Raum auch genutzt wird.

Ökostrombezug

Die Druckerei Vögeli AG setzt seit 2009 auf Ökostrom.

Prozesskälte

Die Gewinde Ziegler AG nutzt den eigenen Kühlkreislauf als Wärmequelle für die Gebäudeheizung.

Substitution

Statt der Verwendung fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas heisst das Zauberwort bei SWISS KRONO Biomasse. Das Unternehmen hat eine eigene Recyclinganlage, in der Altholz und Holzabfälle sorgfältig sortiert werden und wo immer möglich, für die Produktion neuer hochwertiger Platten wiederverwendet wird. Material, das nicht recycelt werden kann, wird in der hauseigenen Biomasseanlage verbrannt. So wird ein Grossteil der benötigten thermischen Energie – rund 90 Prozent – klimaneutral aus erneuerbaren Quellen gewonnen.

Gebäudehülle

Von der Isolation der ersten Gebäude bis zu den energetischen Anforderungen an die 2017 eingeweihten Gebäude: Fast der gesamte Standort von Camille Bloch in Courtelary entspricht den Minergie-Normen.

Informations-, Kommunikationstechnik und Elektrogeräte

Bei der SBB spielt auch die Fahrweise eine wichtige Rolle, denn gerade ungeplante Stopps kosten enorm viel Energie. Nach dem Credo «wer bremst, verliert», klügelte die SBB deshalb das System der adaptiven Lenkung aus. Die sogenannte grüne Welle im Bahnverkehr optimiert per Dispositionstool den Fluss des ganzen Bahnverkehrs.

Motoren

Im Dachgeschoss von Jean Singer & Cie SA sind drei grosse Lüftungseinheiten untergebracht, die von energieeffizienten Motoren der neuesten Generation angetrieben werden.

Produkt- und Prozessmassnahmen

Conica AG hat durch eine Rezepturanpassung die Temperatur der Prozesswärme von 70 Grad auf 50 Grad drosseln können. Mit dieser Massnahme spart die Conica AG jährlich 23 000 Franken an Energiekosten.

Prozesswärme

Die Brauerei Schützengarten in St. Gallen nutzt den Dampf des neuen Dampfkessels gleich doppelt: Für die Bierproduktion und auch für die Flaschenreinigungs- und Abfüllanlage.

Die Zahl der Unternehmen, die sich für die EnAW-Methode entscheiden, steigt kontinuierlich. Im Jahr 2023 kamen 84 neuen Unternehmen dazu. Zudem wurden 84 neue Zielvereinbarungen abgeschlossen.

Anzahl Zielvereinbarungen per Ende 2023

Energie-Modell total 1389
KMU-Modell total 1118

Die 4764 Unternehmen mit insgesamt 9298 Betriebsstätten, die am Energie-Modell oder KMU-Modell der EnAW teilnehmen, haben per Ende Jahr 2507 Zielvereinbarungen getroffen. Von den insgesamt 84 neuen Zielvereinbarungen, die im Jahr 2023 abgeschlossen wurden, handelte es sich bei 6 um Folge-Zielvereinbarungen von bestehenden Kunden. Knapp die Hälfte der Zielvereinbarungen berechtigen die Unternehmen zur Rückerstattung der CO2-Abgabe und rund ein Zehntel zur Rückerstattung des Netzzuschlags. Ob ein Unternehmen die CO2-Abgabe und den Netzzuschlag rückerstattet bekommen, hängt von den gesetzlichen Grundlagen ab. 196 Zielvereinbarungen haben die Unternehmen freiwillig abgeschlossen. Diese Firmen sind weder gesetzlich dazu verpflichtet, noch profitieren sie von einer Rückerstattung von Abgaben.

ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR20222023
Energie-Modell34953567
KMU-Modell11201112
Transportprogramm5474
Monitoring Dritte1111
Total46804764
   
Roadmap zur Dekarbonisierung2337
Ressourceneffizienz36

Das im Sommer 2022 lancierte Angebot «Roadmap zur Dekarbonisierung» zählte 37 Unternehmen per Ende 2023. Das Angebot «Ressourceneffizienz» konnte Mitte 2023 lanciert werden. Sechs Unternehmen haben sich freiwillig dem Umweltscan unterzogen und sich intensiv mit ihrem Einsatz von Rohstoffen und Materialien auseinandergesetzt.

Stabile Entwicklung dank langjähriger Zusammenarbeit

4764

Unternehmen

126

Beraterinnen und Berater

23

Jahre Erfahrung

Die Kooperation mit 126 Energie- und Umweltspezialistinnen und -spezialisten in der Schweiz garantiert, dass die Teilnehmerfirmen der EnAW rund um das Energiemanagement Lösungen aus einer Hand erhalten und konstant über viele Jahre verlässlich beraten sind. Alle Beraterinnen und Berater haben eine Akkreditierungsprüfung absolviert und pflegen langfristige und fachlich wertvolle, persönliche Beziehungen zu ihren Unternehmen.

Die Unternehmen steuern mit ihren Teilnehmerbeiträgen 98 Prozent des Jahresbudgets der EnAW bei.

Finanzierung der EnAW

Der operative Gesamtaufwand der EnAW betrug 2023 rund 48.19 Millionen Franken. Die Trägerorganisationen der EnAW steuerten 100 000 Franken zum Jahresbudget bei. Der Leistungsbeitrag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) betrug 0.89 Millionen Franken (exklusive Mehrwertsteuer). Über die Teilnehmerbeiträge von den Unternehmen und weitere Dienstleistungen wurden Einnahmen von rund 47.3 Millionen Franken generiert. Das entspricht rund 98 Prozent vom Gesamtbudget. Erfahrungsgemäss wenden die Unternehmen weitere zehn bis 15 Millionen Franken in Form von Eigenleistungen für die Umsetzung der Massnahmen auf, um die vereinbarten Effizienz- und Reduktionsziele zu erreichen (Investitionen nicht berücksichtigt).

Im Jahr 2023 haben die EnAW-Teilnehmer mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen 1325 Millionen Franken Energiekosten eingespart.

975

Millionen Franken
tiefere Energiekosten

350

Millionen Franken
Abgaben zurückerhalten

1325

Millionen Franken
total eingespart

Die rückerstattungsberechtigten Unternehmen haben rund 250 Millionen Franken CO2-Abgabe und 100 Millionen Franken Netzzuschlag rückerstattet erhalten. Diese Beiträge helfen nun für die teilweise Rückfinanzierung ihrer schon getätigten Investitionen in innovative Effizienzmassnahmen. Die umgesetzten Massnahmen führten zudem zu insgesamt 975 Millionen Franken tieferen Energiekosten für die Unternehmen.

Unternehmen, die einen «Fahrplan zur Dekarbonisierung» erarbeiten, konnten bisher von Fördergeldern seitens des Bundesamtes für Energie (BFE) profitieren. Diese Unterstützung hätte eigentlich bis Ende Juni 2024 gelten sollen. Das BFE hat jedoch mitgeteilt, dass es keine neuen Gesuche mehr berücksichtigen kann.

Als Begründung gibt das BFE an, dass das Budget bald aufgebraucht sei. Daher genehmigt das BFE nur noch Gesuche, bis das gesetzte Budget für das Jahr 2025 erreicht ist. Dabei würden die Gesuche nach Eingang berücksichtigt. Die bisherigen Gesuche könnten jedoch noch garantiert werden, sofern alle Bedingungen erfüllt seien, schreibt das BFE.