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Die Energieeffizienz der EnAW-Teilnehmer wurde in der zweiten Verpflichtungsperiode (2013 bis heute) kontinuierlich verbessert. Die Energieeinsparungen der Unternehmen im Jahr 2022 entsprechen etwa dem jährlichen Energieverbrauch im Haushalt von 606 106 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2022 wurden durch verschiedene Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 4 646 224 Megawattstunden für Strom und Wärme eingespart. Gleichzeitig wurden 36 664 560 Megawattstunden Energie verbraucht. Die Energieeffizienz im Jahr 2022 beträgt somit 114.1 Prozent.

Entwicklung der Energieeffizienz der EnAW-Teilnehmer 2012 bis 2022

Heizgradtag-normiert

Durch das Förderprogramm EFFIZIENZ+
wird der Stromverbrauch zusätzlich reduziert

Über ProKilowatt hat die EnAW das Energieeffizienzprogramm EFFIZIENZ+ lanciert. Seit Anfang 2017 können Unternehmen im Energie-Modell und KMU-Modell knapp unwirtschaftliche Strommassnahmen einreichen und Fördergelder für die Umsetzung beantragen. Über die bisher 1116 geförderten Massnahmen mit EFFIZIENZ+ wurde eine Stromeinsparung von 41 295 Megawattstunden pro Jahr erreicht. Der Förderbeitrag beträgt bisher rund zehn Millionen Franken.

Wie wird die
Energieeffizienz berechnet?

Die Energieeffizienz ist das Mass, mit dem der Energieverbrauch wachstumsunabhängig verglichen werden kann. Die Energieeffizienz zeigt, wie viel Energieeinsparungen im Vergleich zum gleichzeitigen Energieverbrauch erreicht wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung:
Gesamtenergiestatistik; BFE (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.2021

Im Jahr 2022 zeigten die Aufrufe zum Energiesparen ihre Wirkung: Fast die Hälfte der neu umgesetzten Massnahmen waren Betriebsoptimierungen. Seit 2013 wurden die meisten Massnahmen bei der Beleuchtung umgesetzt. Besonders wirksam waren Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse.

Häufigste Massnahme

Massnahmen in %

Im Bereich Beleuchtung wird über ein Viertel aller Massnahmen umgesetzt. Sehr beliebt sind ferner Massnahmen bei Heizung und Lüftung, Massnahmen im Bereich der Prozesswärme, Produkt- und Prozessmassnahmen sowie Massnahmen an der Gebäudehülle. Sie machen je um die zehn Prozent des gesamten Massnahmenvolumens aus.

Wirksamste Massnahme

Megawattstunden in %

Anspruchsvollere Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse machen die Hälfte der gesamten Wirkung aus. Davon erzielen Prozesswärme-Massnahmen gut einen Viertel der Wirkung. Dies, obwohl sie in Bezug auf die Häufigkeit der Umsetzung nur den vierten Platz belegen.

Praxisbeispiele

Beleuchtung

Durch die Umstellung auf LED hat das Alters- und Pflegeheim Perla Park den Stromverbrauch signifikant gesenkt.

Heizung

Als Biotta AG ihr Heizsystem erneuern wollte, ist eine Diskussion mit dem benachbarten Gemüsebetrieb Rathgeb Bio über die Bedürfnisse der beiden Unternehmen entstanden – Dampf für Biotta und Warmwasser für Rathgeb. Nun nutzen beide Unternehmen gemeinsam eine Heizung, die mit Thurgauer Holzschnitzeln befeuert wird, mit einem Volumen von 5300 Kubikmetern pro Jahr.

Lüftung / Klimakälte

Die Gemeinde Trimbach hat ihre Lüftung so gesteuert, dass der Gemeindesaal nur dann belüftet wird, wenn der Raum auch genutzt wird.

Ökostrombezug

Die Druckerei Vögeli AG setzt seit 2009 auf Ökostrom.

Prozesskälte

Die Gewinde Ziegler AG nutzt den eigenen Kühlkreislauf als Wärmequelle für die Gebäudeheizung.

Substitution

Statt der Verwendung fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas heisst das Zauberwort bei SWISS KRONO Biomasse. Das Unternehmen hat eine eigene Recyclinganlage, in der Altholz und Holzabfälle sorgfältig sortiert werden und wo immer möglich, für die Produktion neuer hochwertiger Platten wiederverwendet wird. Material, das nicht recycelt werden kann, wird in der hauseigenen Biomasseanlage verbrannt. So wird ein Grossteil der benötigten thermischen Energie – rund 90 Prozent – klimaneutral aus erneuerbaren Quellen gewonnen.

Gebäudehülle

Von der Isolation der ersten Gebäude bis zu den energetischen Anforderungen an die 2017 eingeweihten Gebäude: Fast der gesamte Standort von Camille Bloch in Courtelary entspricht den Minergie-Normen.

Informations-, Kommunikationstechnik und Elektrogeräte

Bei der SBB spielt auch die Fahrweise eine wichtige Rolle, denn gerade ungeplante Stopps kosten enorm viel Energie. Nach dem Credo «wer bremst, verliert», klügelte die SBB deshalb das System der adaptiven Lenkung aus. Die sogenannte grüne Welle im Bahnverkehr optimiert per Dispositionstool den Fluss des ganzen Bahnverkehrs.

Motoren

Im Dachgeschoss von Jean Singer & Cie SA sind drei grosse Lüftungseinheiten untergebracht, die von energieeffizienten Motoren der neuesten Generation angetrieben werden.

Produkt- und Prozessmassnahmen

Conica AG hat durch eine Rezepturanpassung die Temperatur der Prozesswärme von 70 Grad auf 50 Grad drosseln können. Mit dieser Massnahme spart die Conica AG jährlich 23 000 Franken an Energiekosten.

Prozesswärme

Die Brauerei Schützengarten in St. Gallen nutzt den Dampf des neuen Dampfkessels gleich doppelt: Für die Bierproduktion und auch für die Flaschenreinigungs- und Abfüllanlage.

Am 6. September 2023 findet wieder der ETH Industry Day statt. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein spannendes Programm.

Impulsvorträge von über 20 Forschungsgruppen und ETH Spin-offs, kurze Podiumsdiskussionen sowie mehr als 70 Aussteller geben am ETH Industry Day einen Überblick über den Stand der Forschung an der ETH Zürich. Für den Anlass auf dem ETH Campus Hönggerberg können ab sofort Tickets reserviert werden. Die Teilnahme ist kostenlos, Eventsprache ist Englisch.

Der ETH Industry Day ist ein jährlich stattfindender Anlass, den das Team von ETH Industry Relations im Auftrag der Vizepräsidentin für Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen, Professorin Vanessa Wood, organisiert. Ziel des Industry Days ist es, das Networking zwischen Firmen und ETH-Forschern zu fördern und neue Kooperationen zu initiieren.

Damit wir auch den Winter 2023/24 ohne Mangellage meistern können, unterstützt EnergieSchweiz die Unternehmen bei der Umsetzung von unwirtschaftlichen Massnahmen in diversen Bereichen, neuste Förderung betrifft die Umsetzungsbegleitung von Unternehmen mit Zielvereinbarung.

Wenn Sie Projekte zum Energiesparen in Ihrem Betrieb noch nicht umgesetzt haben, die nach den Kriterien der Zielvereinbarung unwirtschaftlich sind und noch nicht umsetzungsreif waren, informieren Sie sich jetzt bei Ihrer EnAW-Beraterin oder Ihrem EnAW-Berater über die neuen Fördermöglichkeiten. Es lohnt sich: Die Beratung für die Umsetzung wird mit 40 bis 50 Prozent von EnergieSchweiz gefördert. Der Maximalbetrag der Unterstützung beträgt pro Massnahme 8000 bis 16 000 Franken. Die Höhe des Betrages orientiert sich einerseits daran, welche Analyse gewählt wird und andererseits, wie viel das Unternehmen selbst für das Projekt geleistet hat. Bei einer Eigenleistung von über 20 Prozent des Beraterhonorars erhöht sich die Beteiligung von 40 auf 50 Prozent.


Das Hotel Valbella Resort reduziert seinen Energieverbrauch mit Unterstützung der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW). Dazu werden laufend Optimierungen vorgenommen und Massnahmen umgesetzt. Hoteldirektor Thomas Vogt erläutert, warum sich sein Betrieb unter anderem für eine Photovoltaikanlage entschieden hat.

Thomas Vogt.

Herr Vogt, das Valbella Resort hat dank der EnAW-Massnahmen seinen Energieverbrauch senken können. Wie hat es das ohne Komfortverlust geschafft?

Thomas Vogt: Man kann den Energieverbrauch ohne Komfortverlust senken, indem man investiert, schult und Spezialisten hat, die auf den Verbrauch achten.

Besonders spektakulär sind die PV-Module in den Balkonen. Wie viel Überzeugungsarbeit mussten Sie bei Ihrem Architekten leisten, damit er seine Zustimmung gibt?

Der Architekt war grundsätzlich mit der PV-Anlage an den Balkonen einverstanden, er wollte die PV der Ästhetik wegen in einem anderen Winkel montieren. Damit sie aber eine grössere Wirkung erzeugt, muss sie im richtigen Winkel montiert werden. Da mussten wir den Architekten überzeugen, dass uns die Nachhaltigkeit wichtiger ist als die Ästhetik.

Energieeffizienzmassnahmen sind auch immer mit Investitionen verbunden und damit mit einem gewissen Risiko. Sind Sie dieses Risiko bewusst eingegangen?

Ja, wir sind das Risiko bewusst eingegangen. Gewisse Sparmassnahmen kann man im Betrieb durch Einstellungen an Maschinen und Geräten lösen, aber um grössere Wirkungen zu erzielen, muss investiert werden.

Sie leben das Thema Energieeffizienz in Ihrem Resort täglich vor. Wie fallen die Reaktionen Ihrer Gäste aus?

Grundsätzlich sehr positiv. Vor allem, wenn man es spürbar und erlebbar gestaltet.

Welche Energieeffizienzmassnahme gefällt Ihnen persönlich am besten?

Die PV-Anlage ist natürlich am augenfälligsten. Das Bewusstsein, mit der Technik umzugehen und überall zu optimieren, macht aber doch am meisten Spass.

Wie kann die Privatwirtschaft ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten? Erfahren Sie mehr und diskutieren Sie mit Experten aus verschiedenen Branchen am ZCMA-Event am 31. Mai 2023.

Freuen Sie sich auf Inputreferate, World Café und Podiumsdiskussion. Besonders interessant: Philippe Goffin von der EnAW stellt die Roadmap zur Dekarbonisierung vor. ZCMA-Mitglieder nehmen kostenlos teil, Nicht-Mitglieder zahlen 50 Franken inklusive Netzwerkapéro. Jetzt anmelden und dabei sein!