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Background

Hoher Besuch aus Asien für die EnAW

Vertreter der Korea Energy Agency, des Sustainable Development Management Institute und des Korea Institute of Building Energy Technology waren am 17. Juli aus Südkorea nach Zürich gereist, um sich das Erfolgsmodell der EnAW erklären zu lassen. Die fünfköpfige Delegation aus Asien zeigten dabei grosses Interesse an der EnAW-Präsentation.

Jae-Dong Choi und Do-Hyun Kwon von der Korea Energy Agency (KEA), Sangmin Lee und Namjin Jeon vom Sustainable Development Management sowie JungHoon Cho vom Korea Institute of Building Energy Technology waren sichtlich angetan von den EnAW-Produkten. Sie stellten während der Präsentation wiederholt Fragen. Danach stellten sie ihrerseits die KEA vor, die dem südkoreanischen Ministerium für Handel, Industrie und Energie unterstellt ist und über 750 Mitarbeitende beschäftigt. Zudem erläuterten sie die südkoreanischen Bestimmungen zu Energieeffizienz und Emissionen. Schliesslich kamen sie auf die verschiedenen Aktivitäten der KEA zu sprechen, die unter anderem internationale Kooperationen umfassen.

Das Treffen zwischen der asiatischen Delegation und der EnAW war auf Initiative der KEA erfolgt.

Bis 2030 will die Cendres+Métaux-Gruppe auf Stufe Scope 1 und Scope 2 kaum CO2 mehr ausstossen. Dazu hat das Unternehmen mit Unterstützung der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) an seinem Standort in Biel eine Roadmap zur Dekarbonisierung erstellt. Diese beinhaltet diverse Massnahmen, von denen schon einige in die Wege geleitet worden sind.

EnAW-Berater Felix Eichenlaub, Raïna Rasper, Nachhaltigkeitsverantwortliche bei Cendres+Métaux, und Raffaele Caruso, Head of Facility Management von Cendres+Métaux, sind mittlerweile ein eingespieltes Team.

Raïna Rasper, Felix Eichenlaub und Raffaele Caruso wollen die CO2-Emissionen auf Stufe Scope 1 und 2 bis 2030 möglichst auf Null senken.

Sie sehen aus wie gewöhnliche Schrauben, sind in Wahrheit aber Implantate. Und auch den kleinen Metallstücken sieht man nicht an, dass sie dereinst in Uhren zum Einsatz kommen werden. Die Cendres+Métaux-Gruppe in Biel ist spezialisiert auf die Auftragsfertigung von mikromechanischen Komponenten aus Titan- und Edelmetalllegierungen. Aus Letzteren werden hauptsächlich Schwungmassen für Uhren hergestellt und aus Titan implantierbare Kleinteile für die Medizinaltechnik.

Cendres+Métaux will in Biel auf Stufe Scope 1 und Scope 2 nur noch wenige Tonnen CO2  ausstossen. Dieses Ziel will die Gruppe bis 2030 erreichen. Helfen soll dabei unter anderem die Roadmap zur Dekarbonisierung, die verschiedene Massnahmen enthält, um das Unternehmen seinem Ziel näherzubringen. «Die grösste Herausforderung bei der Gesamtplanung einer Dekarbonisierungsstrategie liegt tatsächlich bei den vielen Abhängigkeiten, die bereits bei der Planung berücksichtigt werden müssen», so Raffaele Caruso, Head of Facility Management. «Dazu gehören geplante bauliche Massnahmen, End-of-Life-Zyklen von Lüftungs- oder Klimaanlagen, Kapazitätsplanungen, aber auch die unternehmerische Strategie insgesamt.»

Alles in allem sei die Erstellung der Roadmap zwar herausfordernd, aber sehr lohnend gewesen, so Caruso. «Herausfordernd, weil wir uns vertieft mit der ganzen Gebäudetechnik und dem Zusammenspiel verschiedener Anlagen auseinandersetzen mussten und neue Stakeholder – wie z.B. unsere Nachhaltigkeitsverantwortliche – ins Spiel kamen», sagt er. «Lohnend, weil wir dadurch sehr viel Wissen dazugewonnen und eine bessere Vorstellung für die Umsetzung unseres Klimazieles bekommen haben. Die Roadmap hat uns geholfen, den potenziellen Impact von Massnahmen zu messen und deren Umsetzung bis 2030 gezielt zu planen.»

Gaskessel sollen ersetzt werden

Cendres+Métaux hat konkrete Dekarbonisierungsmassnahmen nicht nur geplant, sondern auch bereits in die Wege geleitet. Schon heute nutze das Unternehmen in seinen Produktionsprozessen nur wenig Erdgas, wie Caruso ausführt. «Im letzten Jahr wurden gerade mal zwei Prozent des Erdgasverbrauchs für Produktionsprozesse verwendet. Der Rest wird für die Bereitstellung von Wärme verwendet», so Caruso. «Unsere Produktion ist also hauptsächlich von Strom abhängig. Hier liegt die Herausforderung darin, die Produktionsprozesse möglichst energieeffizient zu gestalten.»

Zurzeit umfasst der Gebäudepark von Cendres+Métaux noch zwei Gaskessel, die fossil heizen. Diese sollen allerdings voraussichtlich im Jahr 2027 durch eine neue zentrale Wärme- und Kälteproduktion ersetzt werden. Dadurch erhofft sich das Unternehmen Einsparungen von rund 21 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. «Derzeit kühlen wir einen Teil der Produktionsmaschinen über separate Kühlsysteme, die wiederum Wärme an den Raum abgeben. Dieser Raum muss anschliessend durch die Lüftungsanlage wieder gekühlt werden, was ineffizient ist», erklärt Caruso. «Wir befinden uns in der Phase der Erneuerung unseres Maschinenparks. Im Rahmen dieser Erneuerung planen wir ein neues Maschinenkühlnetzwerk. Die Maschinen werden mit Grundwasser effizient gekühlt, und die Abwärme des Maschinenparks wird zur Beheizung genutzt.» Diese Massnahme sei auch wichtig, um die Gesundheit der Mitarbeitenden während längeren Hitzeperioden im Sommer zu schützen, in denen die Temperaturen in der Produktion schnell über 30 Grad Celsius klettern können.

Grosses Einsparpotenzial durch Steueroptimierung einer Wärmepumpe

Um seine Wärme- und Kälteproduktion zu zentralisieren, will das Unternehmen drei 600-kW-Wärmepumpen installieren. Diese sind dann für die gesamte Kälte- und Wärmeproduktion auf dem Areal verantwortlich. «Mittelfristig bietet eine neue zentrale Wärme- und Kälteproduktion mit einer Umstellung auf das natürliche Kältemittel Ammoniak das grösste Potenzial zur Dekarbonisierung», so Caruso. Eine weitere Massnahme bis 2030 für die direkten Emissionen bietet die Elektrifizierung der eigenen Fahrzeugflotte.

Bereits umgesetzt ist die Steueroptimierung einer Wärmepumpe. Bei einer Aussentemperatur zwischen null und fünf Grad Celsius kann die Wärmepumpe den Wärmebedarf nun ohne den Bezug von Erdgas decken. Unter null Grad Celsius kommt die Gasheizung noch immer zum Einsatz. Raffaele Caruso bezeichnet die Optimierung als grössten Hebel in der Reduktion der CO2-Intensität im vergangenen Jahr. «Die Steueroptimierung hat das Potenzial, jährlich 42.2 Tonnen CO2-Äquivalente einzusparen», sagt Caruso.

Mitarbeitende ziehen mit

Zusätzlich hat Cendres+Métaux im letzten Jahr eine Photovoltaikanlage auf Teilen seiner Produktionsdächer installieren lassen. Diese produzierte in den sieben Monaten nach Inbetriebnahme 141 MWh Strom. Sie war im Bereich Steigerung der Energieeffizienz die bisher kostspieligste Massnahme. Überhaupt ist der Stromverbrauch bei Cendres+Métaux immens. Da dieser von Wasserkraftwerken in der Schweiz geliefert wird, fällt er bei den CO2-Emissionen im Scope 2 zwar nicht ins Gewicht. Betrachtet man jedoch die klimarelevanten Emissionen auf Stufe Scope 3, sind diese durchaus wichtig, da der Bau der Wasserkraftwerke hohe Emissionen verursacht hat. Auch der Methanausstoss ist bei Stehendgewässern wie Stauseen auf Stufe Scope 3 relevant. Auf diese Emissionen hat Cendres+Métaux selbstredend keinen Einfluss.

Das Bieler Unternehmen unternimmt also viel, um energieeffizienter und emissionsärmer zu werden. Wichtig ist es auch, die Mitarbeitenden an Bord zu haben. «Viele sind stolz darauf bei einem umweltbewussten Unternehmen zu arbeiten», so Caruso. Bisherige Reduktionsmassnahmen wurden positiv aufgenommen. «Die meisten wissen um die Bedeutung von Klimaschutz und Energieeffizienz und sind bereit, ihren Teil dazu beizutragen.»

Vorwort

ERFOLGSSTORY:
Zielvereinbarungs-System

Die Grundidee hat sich seit Jahren bewährt: Unternehmen, die verbindliche Ziele vereinbaren, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, können die CO2-Lenkungsabgabe zurückfordern. Ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen lohnen sich also doppelt: durch die Rückerstattung der Abgabe und durch tiefere Energiekosten, welche durch die Realisierung der Massnahmen entstehen.

Das Zielvereinbarungs-System ist eine Win-Win-Erfolgsgeschichte. Es schafft den Spagat, dass die welthöchste CO2-Abgabe nicht zum Wettbewerbs­nachteil wird, aber gleichzeitig profitiert die Umwelt, weil Unternehmen mit einer Zielvereinbarung mehr CO2 einsparen als vereinbart. Weil die Investitionen in den Umweltschutz sich schliesslich auch für die Unternehmen auszahlen, setzt das Zielvereinbarungs-System die richtigen Anreize zur CO2-Absenkung.

Der ökologische Erfolgsausweis des Zielvereinbarungs-Systems ist beeindruckend: In der ersten Periode konnten allein durch die EnAW-Unternehmen 1.3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden (Absenkpfad von 34 Prozentpunkten). In der zweiten Periode bis heute waren es nochmals 818 537 Tonnen CO2 (Absenkpfad von 18 Prozentpunkten). Die vom Bund vorgegebenen Ziele wurden in beiden Perioden übertroffen.

Eine CO2-Tonne wird über diese Anreizwirkungen für die betroffenen Unternehmen zudem viel effizienter eingespart, als wenn die Politik über allgemeine Subventionen im Giesskannen­prinzip den CO2-Ausstoss reduzieren will. Bei Förder­programmen können Mitnahme­effekte auftreten, falls sie nicht auf die Gegebenheiten im Einzelfall Rücksicht nehmen. Beim Zielvereinbarungs-System hingegen wird vor Ort entschieden, welche Massnahmen für eine Unternehmung am besten sind, um eine CO2-Tonne möglichst kostensparend reduzieren zu können.

Ohne ein Zielvereinbarungs-System wären energieintensivere Unternehmen in der Schweiz nicht mehr international konkurrenzfähig. Wenn Produktions­stätten durch das Wegfallen der CO2-Lenkungsabgabebefreiung schliessen oder ins Ausland verschoben werden müssten, dient das vielleicht dem CO2-Ziel der Schweiz, aber (bei gleichbleibendem Konsum) sicherlich nicht dem Klima. Denn die Güter würden anderswo produziert werden – unter wahrscheinlich weniger günstigen Bedingungen für die Umwelt. Auch haben viele energieintensive Unternehmen eine wichtige Recycling-Funktion in der Schweiz. Der Transport des Recycling-Materials ins Ausland und der Rücktransport der Fertigprodukte in die Schweiz ergäben ökologisch wie ökonomisch wenig Sinn. Grundsätzlich sind energieeffiziente, kurze und geschlossene Kreisläufe anzustreben.

Das neue CO2-Gesetz (gültig ab 01.01.2025) gibt nun ein ambitiöseres Ziel vor: die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 möglichst ganz zu vermeiden. Mit den beiden ergänzenden EnAW-Angeboten für die Unternehmen, «Roadmap zur Dekarbonisierung» und «Ressourceneffizienz», stellen wir uns von der EnAW gerne auch dieser Herausforderung. Das Zielvereinbarungs-System bleibt für die Unternehmen als Einstieg, um ihre Energieeffizienz zu steigern und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, aber unabdingbar.

Rudolf Minsch

Präsident

Frank R. Ruepp

Geschäftsführer

Die wichtigsten Zahlen in Kürze

ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR20222023
Energie-Modell34953567
KMU-Modell11201112
Transportprogramm5474
Monitoring Dritte1111
Total46804764
  
Roadmap zur Dekarbonisierung2337
Ressourceneffizienz36

CO2 (Tonnen)Strom (MWh)Gesamtenergie
(MWh)
Geld (CHF*)
KUMULIERTE MASSNAHMENWIRKUNG SEIT 2013, PER 2023
Energie-Modell773 1801 920 5594 666 405908 000 000
KMU-Modell45 357151 155337 38767 000 000
Total818 5372 071 7145 003 792975 000 000
EINSPARUNG DURCH IM JAHR 2023 REALISIERTE MASSNAHMEN
Energie-Modell25 384172 753341 28565 000 000
KMU-Modell1 17712 34216 2833 000 000
Total26 561185 095357 56868 000 000
ENERGIEVERBRAUCH UND CO2-EMISSIONEN 2023
Energie-Modell3 444 38913 282 89032 511 246 
KMU-Modell159 9301 165 8362 032 348 
Total3 604 31914 448 72634 543 594 

* Es wird von durchschnittlichen Energiekosten von 20 Rappen pro Kilowattstunde ausgegangen (ohne Ökostrom). Aufgrund der steigenden Preise sind die Ersparnisse noch höher.

Die Energieeinsparungen der Unternehmen im Jahr 2023 entsprechen etwa dem jährlichen Energieverbrauch im Haushalt von 653 000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2023 wurde durch verschiedene Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 5 003 792 Megawattstunden für Strom und Wärme eingespart. Gleichzeitig wurden 34 543 594 Megawattstunden Energie verbraucht. Die Energieeffizienz im Jahr 2023 beträgt somit 116.2 Prozent.

Entwicklung der Energieeffizienz der EnAW-Unternehmen
2000 bis 2023

(Heizgradtag-normiert)

In der Grafik ist die Entwicklung der Energieeffizienz der EnAW-Unternehmen in der 1. und 2. Periode der Entwicklung der Teilnehmerzahlen gegenüber­gestellt. Zu Beginn der 2. Periode mussten alle Unternehmen eine neue Zielvereinbarung abschliessen und die Zählung der Massnahmen­wirkung fing wieder bei «Null» – respektive bei 100 Prozent an.

Total 1317 zusätzliche Massnahmen
durch das Förderprogramm EFFIZIENZ+

Über ProKilowatt hat die EnAW das Energieeffizienzprogramm EFFIZIENZ+ lanciert. Seit Anfang 2017 können Unternehmen im Energie-Modell und KMU-Modell knapp unwirtschaftliche Strommassnahmen einreichen und Fördergelder für die Umsetzung beantragen. Über die bisher 1317 geförderten Massnahmen mit EFFIZIENZ+ wurde eine Stromeinsparung von 48 952 Megawattstunden pro Jahr erreicht. Der Förderbeitrag beträgt bisher rund 14 Millionen Franken.

Wie wird die
Energieeffizienz berechnet?

Die Energieeffizienz ist das Mass, mit dem der Energieverbrauch wachstumsunabhängig verglichen werden kann. Die Energieeffizienz zeigt, wie viel Energieeinsparungen im Vergleich zum gleichzeitigen Energieverbrauch erreicht wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung:
Gesamtenergiestatistik; BFE (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.2021

Die CO2-Reduktionen der Unternehmen im Jahr 2023 entsprechen etwa dem jährlichen CO2-Verbrauch im Haushalt von 900 000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2023 wurden durch die vielen und vielfältigen Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 818 537 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt wurden 2023 noch 3 604 319 Tonnen CO2 ausgestossen. Die CO2-Intensität beträgt im Jahr 2023 somit 81.8 Prozent.

Entwicklung der CO₂-Intensität der EnAW-Unternehmen
2000 bis 2023

(Heizgradtag-normiert)

In der Grafik ist die Entwicklung der CO2-Intensität der EnAW-Unternehmen in der 1. und 2. Periode der Entwicklung der Teilnehmerzahlen gegenüber­gestellt. Zu Beginn der 2. Periode mussten alle Unternehmen eine neue Zielvereinbarung abschliessen und die Zählung der Massnahmen­wirkung fing wieder bei «Null» – respektive bei 100 Prozent an.

Durch neu umgesetzte Massnahmen steigt die Massnahmenwirkung von Jahr zu Jahr

Alleine mit den Massnahmen, die 2023 neu umgesetzt wurden, konnten 26 561 Tonnen CO2 eingespart werden. Da die Massnahmen, die heute umgesetzt wurden, auch zukünftig über die Lebensdauer hinaus noch weiterwirken, wird die Massnahmenwirkung jedes Jahr grösser.

Zusätzliche Reduktionswirkung von 299 675 Tonnen CO₂ mit dem Transportprogramm

Seit 2014 bietet die EnAW das Transportprogramm an. Teilnehmenden Unternehmen werden nachgewiesene CO2-Reduktionen durch den Einsatz von schweren Elektro­nutz­fahrzeugen oder durch die Güterverlagerung von der Strasse auf die Schiene bescheinigt. Die EnAW vermittelt die Bescheini­gungen an die Stiftung KliK. Für die Unternehmen ist die Teilnahme am Transport­programm eine optimale, freiwillige Ergänzung zu Ziel­verein­barungen im Energie-Modell oder KMU-Modell. Im Jahr 2023 wurde eine Reduktions­wirkung von 299 675 Tonnen CO2 erzielt.

Wie wird die
Energieeffizienz berechnet?

Die Energieeffizienz ist das Mass, mit dem der Energieverbrauch wachstumsunabhängig verglichen werden kann. Die Energieeffizienz zeigt, wie viel Energieeinsparungen im Vergleich zum gleichzeitigen Energieverbrauch erreicht wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung: Emissionen von Treibhausgasen nach CO2-Gesetz und Übereinkommen von Paris; BAFU (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.2022

Gut ein Viertel aller Massnahmen werden im Bereich Beleuchtung umgesetzt. Besonders wirksam sind Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse.

Häufigste Massnahmen

(Massnahmen in %)

Im Bereich Beleuchtung wird über ein Viertel aller Massnahmen umgesetzt. Sehr beliebt sind ferner Massnahmen bei Heizung und Lüftung, Massnahmen im Bereich der Prozesswärme, Produkt- und Prozessmassnahmen sowie Massnahmen an der Gebäudehülle. Sie machen je um die zehn Prozent des gesamten Massnahmenvolumens aus.

Wirksamste Massnahme

(Megawattstunden in %)

Anspruchsvollere Massnahmen im Bereich der Produkte und Prozesse machen die Hälfte der gesamten Wirkung aus. Dies, obwohl sie in Bezug auf die Häufigkeit der Umsetzung nur den vierten Platz belegen.

Praxisbeispiele

Beleuchtung

Durch die Umstellung auf LED hat das Alters- und Pflegeheim Perla Park den Stromverbrauch signifikant gesenkt.

Heizung

Als Biotta AG ihr Heizsystem erneuern wollte, ist eine Diskussion mit dem benachbarten Gemüsebetrieb Rathgeb Bio über die Bedürfnisse der beiden Unternehmen entstanden – Dampf für Biotta und Warmwasser für Rathgeb. Nun nutzen beide Unternehmen gemeinsam eine Heizung, die mit Thurgauer Holzschnitzeln befeuert wird, mit einem Volumen von 5300 Kubikmetern pro Jahr.

Lüftung / Klimakälte

Die Gemeinde Trimbach hat ihre Lüftung so gesteuert, dass der Gemeindesaal nur dann belüftet wird, wenn der Raum auch genutzt wird.

Ökostrombezug

Die Druckerei Vögeli AG setzt seit 2009 auf Ökostrom.

Prozesskälte

Die Gewinde Ziegler AG nutzt den eigenen Kühlkreislauf als Wärmequelle für die Gebäudeheizung.

Substitution

Statt der Verwendung fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas heisst das Zauberwort bei SWISS KRONO Biomasse. Das Unternehmen hat eine eigene Recyclinganlage, in der Altholz und Holzabfälle sorgfältig sortiert werden und wo immer möglich, für die Produktion neuer hochwertiger Platten wiederverwendet wird. Material, das nicht recycelt werden kann, wird in der hauseigenen Biomasseanlage verbrannt. So wird ein Grossteil der benötigten thermischen Energie – rund 90 Prozent – klimaneutral aus erneuerbaren Quellen gewonnen.

Gebäudehülle

Von der Isolation der ersten Gebäude bis zu den energetischen Anforderungen an die 2017 eingeweihten Gebäude: Fast der gesamte Standort von Camille Bloch in Courtelary entspricht den Minergie-Normen.

Informations-, Kommunikationstechnik und Elektrogeräte

Bei der SBB spielt auch die Fahrweise eine wichtige Rolle, denn gerade ungeplante Stopps kosten enorm viel Energie. Nach dem Credo «wer bremst, verliert», klügelte die SBB deshalb das System der adaptiven Lenkung aus. Die sogenannte grüne Welle im Bahnverkehr optimiert per Dispositionstool den Fluss des ganzen Bahnverkehrs.

Motoren

Im Dachgeschoss von Jean Singer & Cie SA sind drei grosse Lüftungseinheiten untergebracht, die von energieeffizienten Motoren der neuesten Generation angetrieben werden.

Produkt- und Prozessmassnahmen

Conica AG hat durch eine Rezepturanpassung die Temperatur der Prozesswärme von 70 Grad auf 50 Grad drosseln können. Mit dieser Massnahme spart die Conica AG jährlich 23 000 Franken an Energiekosten.

Prozesswärme

Die Brauerei Schützengarten in St. Gallen nutzt den Dampf des neuen Dampfkessels gleich doppelt: Für die Bierproduktion und auch für die Flaschenreinigungs- und Abfüllanlage.