Die Zahl der Unternehmen, die sich für die EnAW-Methode entscheiden, steigt kontinuierlich. Im Jahr 2023 kamen 84 neuen Unternehmen dazu. Zudem wurden 84 neue Zielvereinbarungen abgeschlossen.
Anzahl Zielvereinbarungen per Ende 2023
Energie-Modell total 1389
KMU-Modell total 1118
Die 4764 Unternehmen mit insgesamt 9298 Betriebsstätten, die am Energie-Modell oder KMU-Modell der EnAW teilnehmen, haben per Ende Jahr 2507 Zielvereinbarungen getroffen. Von den insgesamt 84 neuen Zielvereinbarungen, die im Jahr 2023 abgeschlossen wurden, handelte es sich bei 6 um Folge-Zielvereinbarungen von bestehenden Kunden. Knapp die Hälfte der Zielvereinbarungen berechtigen die Unternehmen zur Rückerstattung der CO2-Abgabe und rund ein Zehntel zur Rückerstattung des Netzzuschlags. Ob ein Unternehmen die CO2-Abgabe und den Netzzuschlag rückerstattet bekommen, hängt von den gesetzlichen Grundlagen ab. 196 Zielvereinbarungen haben die Unternehmen freiwillig abgeschlossen. Diese Firmen sind weder gesetzlich dazu verpflichtet, noch profitieren sie von einer Rückerstattung von Abgaben.
| ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR | 2022 | 2023 | ||
| Energie-Modell | 3495 | 3567 | ||
| KMU-Modell | 1120 | 1112 | ||
| Transportprogramm | 54 | 74 | ||
| Monitoring Dritte | 11 | 11 | ||
| Total | 4680 | 4764 | ||
| Roadmap zur Dekarbonisierung | 23 | 37 | ||
| Ressourceneffizienz | 3 | 6 | ||
Das im Sommer 2022 lancierte Angebot «Roadmap zur Dekarbonisierung» zählte 37 Unternehmen per Ende 2023. Das Angebot «Ressourceneffizienz» konnte Mitte 2023 lanciert werden. Sechs Unternehmen haben sich freiwillig dem Umweltscan unterzogen und sich intensiv mit ihrem Einsatz von Rohstoffen und Materialien auseinandergesetzt.
4764
Unternehmen
126
Beraterinnen und Berater
23
Jahre Erfahrung
Die Kooperation mit 126 Energie- und Umweltspezialistinnen und -spezialisten in der Schweiz garantiert, dass die Teilnehmerfirmen der EnAW rund um das Energiemanagement Lösungen aus einer Hand erhalten und konstant über viele Jahre verlässlich beraten sind. Alle Beraterinnen und Berater haben eine Akkreditierungsprüfung absolviert und pflegen langfristige und fachlich wertvolle, persönliche Beziehungen zu ihren Unternehmen.
Die Unternehmen steuern mit ihren Teilnehmerbeiträgen 98 Prozent des Jahresbudgets der EnAW bei.
Finanzierung der EnAW
Der operative Gesamtaufwand der EnAW betrug 2023 rund 48.19 Millionen Franken. Die Trägerorganisationen der EnAW steuerten 100 000 Franken zum Jahresbudget bei. Der Leistungsbeitrag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) betrug 0.89 Millionen Franken (exklusive Mehrwertsteuer). Über die Teilnehmerbeiträge von den Unternehmen und weitere Dienstleistungen wurden Einnahmen von rund 47.3 Millionen Franken generiert. Das entspricht rund 98 Prozent vom Gesamtbudget. Erfahrungsgemäss wenden die Unternehmen weitere zehn bis 15 Millionen Franken in Form von Eigenleistungen für die Umsetzung der Massnahmen auf, um die vereinbarten Effizienz- und Reduktionsziele zu erreichen (Investitionen nicht berücksichtigt).
975
Millionen Franken
tiefere Energiekosten
350
Millionen Franken
Abgaben zurückerhalten
1325
Millionen Franken
total eingespart
Die rückerstattungsberechtigten Unternehmen haben rund 250 Millionen Franken CO2-Abgabe und 100 Millionen Franken Netzzuschlag rückerstattet erhalten. Diese Beiträge helfen nun für die teilweise Rückfinanzierung ihrer schon getätigten Investitionen in innovative Effizienzmassnahmen. Die umgesetzten Massnahmen führten zudem zu insgesamt 975 Millionen Franken tieferen Energiekosten für die Unternehmen.
Unternehmen, die einen «Fahrplan zur Dekarbonisierung» erarbeiten, konnten bisher von Fördergeldern seitens des Bundesamtes für Energie (BFE) profitieren. Diese Unterstützung hätte eigentlich bis Ende Juni 2024 gelten sollen. Das BFE hat jedoch mitgeteilt, dass es keine neuen Gesuche mehr berücksichtigen kann.
Als Begründung gibt das BFE an, dass das Budget bald aufgebraucht sei. Daher genehmigt das BFE nur noch Gesuche, bis das gesetzte Budget für das Jahr 2025 erreicht ist. Dabei würden die Gesuche nach Eingang berücksichtigt. Die bisherigen Gesuche könnten jedoch noch garantiert werden, sofern alle Bedingungen erfüllt seien, schreibt das BFE.

17.04.2026
Mit der Roadmap zur Dekarbonisierung unterstützen und beraten wir Sie bei der Entwicklung einer schrittweisen und betriebswirtschaftlich sinnvollen Dekarbonisierungsstrategie. Dabei berücksichtigen wir die standortspezifischen Gegebenheiten, Pläne und Ziele Ihres Unternehmens.
Fabio Regazzi, Ständerat, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv und Unternehmer, ist mit der Wirtschaftsstruktur der KMU in der Schweiz bestens vertraut. Anlässlich der Konferenz 2024 «Energie für die Wirtschaft!» der EnAW, die am 23. April in Cadempino stattfand, nutzten wir die Gelegenheit, ihn zum Thema Energieversorgung und zu den Herausforderungen zu befragen, denen sich Schweizer Unternehmen stellen müssen, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.
Stefano Modenini, Fabio Regazzi, Lorenzo Medici.
Die Energieeffizienz ist für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da sie sich direkt auf die Betriebskosten auswirkt und daher ein wichtiger Ausgabenposten ist. Angesichts steigender Energiepreise wird die Senkung des Energieverbrauchs zu einer wesentlichen Strategie, um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt zu erhalten. Die Verbesserung der Energieeffizienz trägt auch zur Verringerung der Umweltauswirkungen bei und bietet somit einen Vorteil für die Unternehmensverantwortung.
In diesem Sinne stellt das Elektrizitätsgesetz, über das am 9. Juni abgestimmt wird, auch eine Chance für die Unternehmen dar, da es die Diversifizierung der Energiequellen auf nationaler Ebene fördert und damit die Abhängigkeit von Importen verringert, indem es einen zuverlässigen Zugang zu Elektrizität gewährleistet und die Eindämmung der Preisschwankungen – und damit der Kosten – für Elektrizität fördert.
Auf Unternehmensebene haben wir beschlossen, im Jahr 2022 einen wichtigen Schritt zu tun und in mehr als 1 600 hochmoderne Solarpaneele mit einer installierten Leistung von rund 600 Kilowatt-Peak und einer Jahresproduktion von mehr als 600 000 Kilowattstunden zu investieren, womit wir mehr als 50 % unseres Bedarfs decken und das Ziel der Energiestrategie 2050 bereits übertreffen. Zwei Jahre später können wir bereits eine positive Bilanz ziehen: Wir haben bereits fast die Hälfte der Investitionskosten amortisiert, da die Eigenverbrauchsquote höher ist als budgetiert.
Für energieintensive Unternehmen wie das unsere ist Strom eine sehr wichtige Ressource, und deshalb muss auch seine Verfügbarkeit stimmen. Die Unternehmen setzen Massnahmen um, um ihre Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Dazu brauchen sie aber auch die notwendigen Rahmenbedingungen, die die Politik weiter fördern muss.
Der Energiesektor ist sowohl komplex als auch voller Möglichkeiten für Unternehmen, die ihren Energieverbrauch reduzieren wollen. Neben der Bereitschaft des einzelnen Unternehmers ist es wichtig, dass man bei der Nutzung dieser Möglichkeiten von Branchenexperten begleitet wird, die am besten beraten können, wie man den Einsatz von Energie und Ressourcen kontinuierlich verbessern kann. Organisationen wie die EnAW spielen hier eine zentrale Rolle, denn sie bieten eine massgeschneiderte Beratung, um CO2-Emissionen und Kosten zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern, ohne dabei Schäden oder Produktivitätseinbussen in Kauf nehmen zu müssen.
Bei den Unternehmen ist eine Vielzahl von Stimmungen festzustellen, die von der Sorge über die Herausforderungen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung bis hin zur Suche nach Wachstums- und Innovationsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft reichen.
Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass die KMU in der Schweiz im Bereich der Energieeffizienz bereits aktiv sind und viel unternehmen, je nach ihren Ressourcen und Bedürfnissen in unterschiedlichem Masse.
So gibt es Unternehmen, die stark in erneuerbare Energien investieren, und andere, die eine umweltbewusstere Unternehmenspolitik einführen. Es besteht oft die Tendenz zu glauben, dass die Wirtschaft an der Klimafrage desinteressiert ist. Das stimmt nicht: Im Vergleich zu 1990 konnte die Industrie ihre Treibhausgasemissionen bis 2021 um 34 % senken, die größte Reduktion aller Sektoren. Als Unternehmen sind wir auf ein umwelt- und damit auch energiefreundliches Umfeld für unsere Aktivitäten angewiesen. Die Verpflichtung zur Umsetzung von Emissions- und Verbrauchsreduktionsstrategien ist jedoch eng mit den bestehenden Rahmenbedingungen verknüpft, von Fördergeldern für Investitionen über Technologieneutralität bis hin zu Freiräumen für unternehmerische Aktivitäten und Innovationen.
Die Herausforderung für das Parlament bei der Beratung des neuen CO2-Gesetzes bestand darin, eine wirksame Kompromisslösung zu finden, mit der die Maßnahmen des im Juni 2023 verabschiedeten Klimaschutzgesetzes umgesetzt werden können, ohne die Einschränkungen und finanziellen Belastungen, an denen der Entwurf des CO2-Gesetzes im Jahr 2021 gescheitert war. Dabei wurde besonders auf Anreize und Innovationen gesetzt und auf Verbote und sanktionierende Massnahmen für Bürger und Unternehmen verzichtet. Das neue CO2-Gesetz wird zu mehr Emissionsreduktionen führen, da es allen Unternehmen – und nicht nur einigen – erlaubt, von Zielvereinbarungen Gebrauch zu machen.
Ich bin überzeugt, dass dieser Ansatz die Unternehmen ermutigen wird, wirksame Massnahmen zu ergreifen, die Kosten unter Kontrolle zu halten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Die Unternehmen werden bei der Verfolgung der Ziele für 2050 mit mehreren Herausforderungen konfrontiert sein, darunter die Einführung sauberer und nachhaltigerer Technologien, die Bewältigung des ständig wachsenden regulatorischen Drucks und die Notwendigkeit, Produktionsprozesse zu überprüfen und anzupassen, um die CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.
Darüber hinaus wird es für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, die Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsstrategien zu integrieren und vor dem Hintergrund des wachsenden Umweltbewusstseins und der gestiegenen Verbraucheransprüche einen geringeren ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen.
Sobald es mein Zeitplan zulässt, verbringe ich meine Freizeit am liebsten in den Bergen, bei Spaziergängen und Wanderungen: In der Natur kann ich meine Batterien wieder aufladen und ausgeruht und voller neuer Energie in die neue Woche gehen.
Der Treibhausgas-Ausstoss in der Schweiz ist gesunken, wie das Treibhausgasinventar des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigt. Demnach reduzierten sich die Emissionen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 3.5 Millionen Tonnen auf insgesamt 41.6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2-eq). Gegenüber dem Referenzjahr von 1990 entspricht dies einem Rückgang von 24 Prozent. Prozentual noch deutlicher gesunken sind die Emissionen im Industriesektor.
Die Industrie stiess im Jahr 2022 noch 9.6 Millionen Tonnen CO2-eq aus oder 0.9 Millionen Tonnen weniger als 2021. Gegenüber 1990 entspricht der Rückgang rund 27 Prozent. Dieser ist umso bemerkenswerter, als dass die relevanten Kenngrössen massgeblich gestiegen sind, etwa die Bruttowertschöpfung (+106.4 Prozent) und die Energiebezugsfläche (+29.2 Prozent).
Am stärksten ging der Ausstoss jedoch im Gebäudesektor zurück: Er erreichte 9.4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2022 und lag damit 44 Prozent unter dem Wert von 1990. Trotz einer Zunahme der beheizten Flächen um über 50 Prozent seit 1990 zeigt der Trend auch weiterhin nach unten. Das BAFU begründet diese Entwicklung unter anderem mit Verbesserungen bei der Energieeffizienz und Zunahme von Wärmepumpen nach Gebäudesanierungen in den letzten Jahren.
Im Verkehrssektor betrug der Ausstoss rund 13.7 Millionen Tonnen CO2-eq im Jahr 2022. Das sind 0.16 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Referenzjahr 1990 beträgt der Rückgang acht Prozent.
Möchte Ihr Unternehmen auch Emissionen sparen? Dann melden Sie sich bei uns.
Die EnAW-Fachtagung findet in diesem Jahr am 6. November statt. Veranstaltungsort ist die ETH Zürich.
Die diesjährige EnAW-Fachtagung wird im Rahmen der Energy Week @ ETH 2024 durchgeführt, die das Energy Science Center (ESC), Kompetenzzentrum der ETH Zürich für Energieforschung und -bildung, organisiert. Das definitive Programm der Fachtagung liegt noch nicht vor und folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Wir würden uns aber sehr freuen, wenn Sie sich den Termin bereits heute reservieren könnten.
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