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20181106094644 Jacqueline Jakob Freigestellt

KLIMASCHUTZ UND ENERGIEEFFIZIENZ IM KANTON ZÜRICH

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Das Wichtigste in Kürze

36 300
Tonnen CO2 reduziert
469 900
Megawattstunden Massnahmenwirkung Energie
1666
Betriebsstätten nehmen teil
809
Grossverbraucher nehmen teil
36
Millionen Franken eingespart
  • EFFIZIENTE KOOPERATION

    Im Kanton Zürich setzen Unternehmen an 1666 Betriebsstätten ihre Klimaschutz- und Energieeffizienzziele mit dem Energie-Management der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) um. Die EnAW setzt seit 2001 als Intermediär zwischen Bund, Kantonen und den Unternehmen die im CO2- und Energiegesetz des Bundes und im Grossverbrauchermodell der Kantone (GVM*) formulierten Aufgaben der Wirtschaft um. Behörden und Unternehmen profitieren seit 2001 von dieser bewährten und effizienten Kooperation.

  • ERFOLGREICHES MODELL

    Die Schweiz hat sich für die Umsetzung der Klimaziele für eine Lenkungsabgabe entschieden, räumt aber den Unternehmen ein, alternativ zur Abgabe eine Verminderungsverpflichtung einzugehen. Die EnAW sorgt dafür, dass die Unternehmen ihre Verpflichtungen individuell und mit wirtschaftlichen Massnahmen erreichen. Die Resultate sind eindrücklich. Im Kanton Zürich erzielen die seit 2013 umgesetzten Massnahmen eine jährliche Wirkung von 36 300 Tonnen CO2 und 469 900 Megawattstunden Energie.

  • ZUKUNFTSORIENTIERTE LÖSUNG

    Wirtschaftlicher Klimaschutz, wie die EnAW ihn umsetzt, hilft der Schweiz, die Klimaziele zu erreichen und kommt bei den Unternehmen gut an. Denn hinter dem energetischen Fitnessprogramm stecken für die Unternehmen nicht nur CO2- und Energieeinsparungen, sondern auch Schweizer Franken – Franken, die oft wieder in innovative Effizienzmassnahmen investiert werden. Im Kanton Zürich waren es im Jahr 2018 rund 36 Millionen Franken.

* Grossverbraucher sind Unternehmen mit einem jährlichen Wärmeverbrauch von mehr als fünf Gigawattstunden oder einem Elektrizitätsverbrauch von mehr als 0.5 Gigawattstunden pro Betriebsstätte und Jahr.

Energieeffizienz steigt, CO2-Intensität sinkt

Mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen verbrauchen die Unternehmen im Kanton Zürich 305 600 Megawattstunden weniger Energie. Die Energieeffizienz liegt bei 118.3 Prozent.

Mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen der Unternehmen im Kanton Zürich ist der CO2-Ausstoss um 36 300 Tonnen gesunken. Heute liegt die CO2-Intensität bei 82.4 Prozent.

Der Schlüssel zum Erfolg: Wirtschaftliche Massnahmen

Jedes Unternehmen setzt einen individuellen Massnahmenkatalog um. Die Projekte sollen sich auch Rechnen: Hinter jeder eingesparten Kilowattstunde und Tonne CO2 stecken ausgewiesene Payback-Zeiten. Im Kanton Zürich sind Massnahmen in den folgenden Bereichen die bisher grössten Klimaschutz- und Energieeffizienztreiber der Wirtschaft:

  • INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNIK UND ELEKTROGERÄTE

    87 800 MWh/a 200 t CO2/a 8 780 500 CHF/a

    Hier setzen die Massnahmen beispielsweise bei der Beschaffung von neuen Geräten an. So können beim Einsatz neuer Technologien grosse Effizienzsteigerungen erzielt werden. Aber auch Betriebsoptimierungen wie die Nutzung von Energiespareinstellungen oder das Vermeiden des Standby-Betriebs sowie das Ausschalten von Geräten bei Nichtgebrauch gehören in diese Kategorie. Solche Optimierungen können meist ohne grosse Investitionen und mit sehr guter Wirtschaftlichkeit umgesetzt werden.

  • LÜFTUNG UND KLIMAKÄLTE

    49 000 MWh/a 2200 t CO2/a 4 897 700 CHF/a

    Eine richtige Dimensionierung der Kälteanlagen, Wärmedämmung, der Einsatz effizienter Antriebe, Temperaturniveauerhöhungen oder freies Kühlen (free cooling) sind mögliche Massnahmen, die im Bereich Lüftung und Klimakälte umgesetzt werden können. Aber auch Betriebsoptimierungen ohne grosse Investitionen und mit sehr guter Wirtschaftlichkeit wie eine bedarfsgerechte Regelung gehören hierher.

  • HEIZUNG

    43 900 MWh/a 8200 t CO2/a 4 388 500 CHF/a

    Im Bereich der Heizung werden Massnahmen wie der Ersatz von Heizkesseln, die Wärmenutzung aus dem Rauchgas oder andere Optimierungen wie das Absenken der Heizgrenze umgesetzt. Massnahmen, die an der Regulierung ansetzen, sind meist ohne grosse Investitionen durch reine Betriebsoptimierungen möglich.

Nachgefragt bei der Energiefachstelle des Kantons Zürich

«GEMEINSAM ZUM ZIEL.»

Hansruedi Kunz, Abteilungsleiter Energie, AWEL Zürich

  • WAS VERLANGT DER KANTON ZÜRICH VON DEN UNTERNEHMEN?

    Das kantonale Energiegesetz verlangt von sogenannten Grossverbrauchern eine durchschnittliche Steigerung der Energieeffizienz von zwei Prozent pro Jahr. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder schliessen die Betriebe eine Vereinbarung über die Entwicklung des Energieverbrauchs ab oder sie werden verpflichtet, ihren Energieverbrauch zu analysieren.

  • UND WAS GESCHIEHT NACH DER ANALYSE DES VERBRAUCHS?

    Betriebe ohne Zielvereinbarung können aufgrund der Verbrauchsanalyse zur Umsetzung von zumutbaren Massnahmen verpflichtet werden.

  • WAS BRINGT EINE ZIELVEREINBARUNG?

    Die Zielvereinbarung lässt Unternehmen den Freiraum, sich für Massnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis zu entscheiden. Zudem bietet sie auch Synergien beim Vollzug der kantonalen und eidgenössischen Gesetze wie zum Beispiel dem CO2-Gesetz. Rund 1700 Betriebsstätten im Kanton Zürich haben diesen Weg mit der EnAW bisher eingeschlagen. Erreichen sie ihr Ziel, werden sie von kantonalen Detailvorschriften befreit und erhalten gegebenenfalls auch die Abgaben des Bundes zurück.

  • IHR PERSÖNLICHES FAZIT?

    Das Prinzip der Zielvereinbarung sollte unbedingt erhalten bleiben. Es ist ein Erfolgsmodell, weil es der Umwelt nützt und die Wirtschaft energetisch fit macht. Je grösser der Spielraum für die Unternehmen bei der Umsetzung, desto grösser ist auch der Gewinn für die Energieeffizienz.

Praxisbeispiele im Kanton Zürich

    • 20.11.2018  • Konkret

      KÖSTLICH EFFIZIENT – SPRÜNGLI MACHT’S VOR

      Zugegeben – Energie und CO2 verbindet wohl kaum jemand mit der Confiserie Sprüngli. Feine Gipfeli, Luxemburgerli und Schoggi schon eher. Ein Blick hinter die Kulissen der traditionsreichen Zürcher Confiserie zeigt aber: die Herstellung dieser Köstlichkeiten und vor allem die Bewirtschaftung der Produktionsabteilungen sind energieintensiv. Deshalb ist die Confiserie Sprüngli seit vier Jahren Teilnehmerin im KMU-Modell der EnAW.

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    • 14.11.2018  • Konkret

      MIT VOLLGAS ENERGIE SPAREN

      Die AMAG importiert, verkauft und repariert Autos in der ganzen Schweiz. In den Garagen wird neben den Fahrzeugen aber auch an der Energiebilanz geschraubt. Mit 17 Grossverbraucher-Betrieben ist die AMAG eine prominente Teilnehmerin der EnAW.

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    • 10.01.2018  • Konkret

      BLÜTEZEIT FÜR ENERGIEEFFIZIENZ

      Kann man seinen Betrieb um 3000 Quadratmeter vergrössern und dabei gleichzeitig weniger Energie verbrauchen? Man kann. Die Guggenbühl Pflanzen AG ist dafür das beste Beispiel. Arthur Küng, Geschäftsführer und Inhaber, kommt seiner Vision von einer «grünen Branche», die auch tatsächlich ökologisch ist, mithilfe der EnAW einen Schritt näher.

Leistungen in ausgewählten Kantonen

Gesamt- daten Schweiz
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