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30.08.2023: Start Basiskurs für Umweltbeauftragte

Der Basiskurs für Umweltbeauftragte vermittelt ein umfassendes Grundwissen zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökodesign, Ressourcennutzung, Chemikalienrecht, CO₂- und Mobilitätsmanagement, Risikoanalyse und Umweltpsychologie.

Die Teilnehmenden erhalten eine Übersicht über die Rechte und
Pflichten der Umweltverantwortlichen, die relevanten Rechtsgrundlagen,
Umweltmanagementsysteme, betriebliche Ökobilanzen und
Umweltkommunikation. Der Umgang mit Gefahrstoffen, Abwasser,
Abfällen, Altlasten, Lärm und Luftbelastung bilden weitere Kursinhalte.

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Weitere Informationen

Stundenlange Strategieworkshops, hitzige Köpfe, epische Erklärungen. Strategie geht auch schneller. Mit der Anwendung der «Le Pari de Pascal»-Entscheidungsmatrix kommt der Prozess schnell in Gang.

Als sich der französische Mathematiker Blaise Pascal (1623-1662) der grössten Frage der damaligen Zeit zuwandte – Gibt es Gott? – stellte er fest: Wer ohnehin glaubt, braucht keinen Beweis. Und wer nicht glaubt, den wird kein Beweis der Welt dazu bewegen, sich zu ändern.

Pascal machte daraufhin etwas Geniales, er fragte nicht: Gibt es einen Gott? Er fragte: Lohnt es sich, an Gott zu glauben?

In einer Matrix dargestellt, ergeben sich zwei Handlungsoptionen: Entweder man glaubt an Gott oder man glaubt nicht an Gott. Und zwei Wahrheiten: Entweder gibt es Gott, oder es gibt ihn nicht.

Nun konnte Pascal die Optionen durchdeklinieren: Existiert Gott und man ist gläubig, kommt man in den Himmel. Existiert Gott nicht, aber man glaubt an ihn, verschwendet man unnötigerweise Zeit mit Beten.

Anschliessend machte Pascal im Stile eines humorlosen Buchhalters eine Verlustrechnung: Der zu erwartende Gewinn eines gläubigen Lebens (Aufenthalt im Himmel), ist grösser als der mögliche Verlust (sinnloses Beten) und deswegen, so Pascal, sei es vielleicht nicht logisch, aber lohnenswert an Gott zu glauben.

Diese als «Le Pari de Pascal» (Pascalsche Wette) bezeichnete Denkfigur ist in die Geschichte eingegangen als eine der allerersten Entscheidungs-Frameworks. Aber kann man sie auch auf moderne Entscheidungssituationen anwenden?

Nehmen wir die Frage, ob es sinnvoll ist, Ressourcen zu sparen. Eine Diskussion darüber endet schnell in Lagerkämpfen. Niemand wird von seinem oder ihrem Standpunkt abweichen. Mit Pascal fragen wir deshalb: Lohnt es sich, Ressourcen zu sparen?

Betrachten wir das Schaubild. Oberhalb des Rechtecks stehen horizontal unsere beiden Handlungsoptionen: «Ich spare Ressourcen» und «Ich spare keine Ressourcen». Links vertikal die beiden Wahrheiten: «Ressourcen sparen bringt etwas» bzw. «Ressourcen sparen bringt nichts».

Falls wir nun Ressourcen sparen, und sich herausstellt, dass Ressourcen sparen etwas bringt, haben wir Geld gespart und die Welt gerettet (1). Falls wir Ressourcen sparen, und sich herausstellt, dass das nichts bringt, haben wir lediglich Geld gespart (2).

Falls wir nun Ressourcen nicht sparen und sich herausstellt, dass Ressourcen sparen aber etwas bringt, tja, dann ist es «dumm gelaufen», das heisst, wir haben Ressourcen verschwendet und die Umwelt belastet, vielleicht sogar unsere Reputation verspielt (3). Und wenn wir keine Ressourcen sparen und sich herausstellt, dass das auch gar nicht nötig gewesen wäre? Passiert gar gar nichts (4).

Kommen wir zur Verlustrechnung: Wenn wir Ressourcen sparen, ist unser grösstmögliche Verlust, dass wir geringere Ausgaben haben. Wenn wir keine Ressourcen sparen, ist der grösstmögliche Verlust, dass die Welt untergeht.

Gemäss Pascal wäre es also strategisch richtig, Ressourcen zu sparen.


Über die Autoren

Mikael Krogerus (links) ist Journalist und Roman Tschäppeler (rechts) Kreativproduzent. Die beiden sind Autoren des Bestsellers «Zusammenarbeiten – wie man gemeinsam Grosses erreicht» (Kein&Aber). Sie sind zudem Kolumnisten in «Das Magazin» und erklären dort wöchentlich die Fallgruben des modernen Arbeitslebens.

Vorwort

Ausserordentliche Bewährungsprobe

Ausgelöst durch den Überfall Russlands auf die Ukraine erlebten wir 2022 eine der bisher härtesten Bewährungsproben für die Energieversorgung der Schweiz. Die 4680 der EnAW angeschlossenen Unternehmen waren, wie andere auch, herausgefordert, sich auf eine Energiemangellage mit steigenden Energiepreisen vorzubereiten.

Wir haben umgehend reagiert und die Unternehmen in dieser ausserordentlichen Lage mit Rat und Tat begleitet. In der Akutsituation geht es darum, sich umgehend für den Notfall organisatorisch richtig aufzustellen sowie Notfallpläne und mögliche Szenarien zu erarbeiten, die, je nach Stufe der Mangellage, ein rasches Handeln, möglich machen.

Besonders haben wir allen Unternehmen – ob EnAW-Teilnehmer oder nicht – betriebsoptimierende Massnahmen individuell oder in Gruppenformaten nahegebracht. Es ist das Präventivinstrument, um eine Mangellage unterstützend zu vermeiden. Unser Fazit: Die Unternehmen haben sofort gehandelt und ihre Hausaufgaben gemacht.

Die Mangellage und die schwankenden Energiepreise sind 2023 nicht vom Tisch. Sollte sich die Situation zuspitzen, sind die Unternehmen zum Glück vorbereitet. Sie wissen, was im Falle einer Gas- oder Stromknappheit zu tun ist. Nach den Sparapellen und Einschränkungen oder Verboten durch die Behörden erfolgt die harte Massnahme der Kontingentierung von Energie.

Energiesparen ist das, was die EnAW-Unternehmen seit Jahren über die Umsetzung von konkreten Massnahmen machen. Sie sind auf dem Weg zur Dekarbonisierung. Durch die Reduktion von Brennstoffen und Energie konnten alleine im Jahr 2022 rund 4 646 224 Megawattstunden Energie gespart werden. Das wird im Falle einer Kontingentierung bei Mangellagen nicht berücksichtigt. Es wäre fair und angezeigt, seitens Politik dafür zu sorgen.

Rudolf Minsch

Präsident

Erich A. Kalbermatter

Co-Geschäftsführer

Thomas Weisskopf

Co-Geschäftsführer

Die wichtigsten Zahlen in Kürze

ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR20212022
Energie-Modell30403495
KMU-Modell11691120
Transportprogramm3654
Monitoring Dritte1111
Total42564680
   
Roadmap zur Dekarbonisierung 23
Ressourceneffizienz 3

CO2 (Tonnen)Strom (MWh)Gesamtenergie
(MWh)
Geld (CHF*)
KUMULIERTE MASSNAHMENWIRKUNG SEIT 2013, PER 2022
Energie-Modell747 7961 747 8074 325 121843 000 000
KMU-Modell44 180138 812321 10364 000 000
Total791 9761 886 6194 646 224907 000 000
EINSPARUNG DURCH IM JAHR 2022 REALISIERTE MASSNAHMEN
Energie-Modell64 638167 614436 80190 000 000
KMU-Modell5 46919 42742 5049 000 000
Total70 107187 042479 30599 000 000
ENERGIEVERBRAUCH UND CO2-EMISSIONEN 2022
Energie-Modell3 742 31714 063 87434 580 553 
KMU-Modell163 4381 201 1302 084 006 
Total3 905 75515 265 00436 664 560 

* Es wird von durchschnittlichen Energiekosten von 20 Rappen pro Kilowattstunde ausgegangen (ohne Ökostrom). Aufgrund der steigenden Preise sind die Ersparnisse noch höher.

Die CO2-Intensität der EnAW-Teilnehmer wurde in der zweiten Verpflichtungsperiode (2013 bis heute) kontinuierlich verbessert. Die CO2-Reduktionen der Unternehmen im Jahr 2022 entsprechen etwa dem jährlichen CO2-Verbrauch im Haushalt von 870 555 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Schweiz.*

Im Jahr 2022 wurden durch die vielen und vielfältigen Massnahmen, die seit 2013 umgesetzt werden, 791 976 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt wurden 2022 noch 3 905 755 Tonnen CO2 ausgestossen. Die CO2-Intensität beträgt im Jahr 2022 somit 83.5 Prozent.

Entwicklung der CO2-Intensität der EnAW-Teilnehmer 2012 bis 2022

Heizgradtag-normiert

Zusätzliche Reduktionswirkung von 208 970 Tonnen CO2 mit dem Transportprogramm

Seit 2014 bietet die EnAW das Transportprogramm an. Teilnehmenden Unternehmen werden nachgewiesene CO2-Reduktionen durch den Einsatz von schweren Elektronutzfahrzeugen oder durch die Güterverlagerung von der Strasse auf die Schiene bescheinigt. Die EnAW vermittelt die Bescheinigungen an die Stiftung KliK. Für die Unternehmen ist die Teilnahme am Transportprogramm eine optimale Ergänzung zu Zielvereinbarungen im Energie-Modell oder KMU-Modell. Im Jahr 2022 wurde eine Reduktionswirkung von 208 970 Tonnen CO2 erzielt.

Wie wird die
CO2-Intensitiät berechnet?

Die CO2-Intensität ist ein Mass, das es erlaubt, die CO2-Emissionen wachstumsunabhängig zu vergleichen. Die CO2-Intensität zeigt, wie viele CO2-Reduktionen im Vergleich zum gleichzeitigen CO2-Ausstoss erzielt wurden. Sie wird folgendermassen berechnet:


* Quellen für die Berechnung: Emissionen von Treibhausgasen nach CO2-Gesetz und Übereinkommen von Paris; BAFU (Kategorie Haushalte) und Einwohner Schweiz, per 31.12.21

Die Zahl der Unternehmen, die sich für die EnAW-Methode entscheiden, steigt kontinuierlich. Im Jahr 2022 kamen 424 neuen Unternehmen dazu. Zudem wurden 65 neue Zielvereinbarungen abgeschlossen. Auch die neuen Angebote der EnAW nehmen Fahrt auf.

Anzahl Zielvereinbarungen per Ende 2022

Die 4680 Unternehmen mit insgesamt 9222 Betriebsstätten, die am Energie-Modell oder KMU-Modell der EnAW teilnehmen, haben per Ende Jahr 2521 Zielvereinbarungen getroffen. Von den insgesamt 65 neuen Zielvereinbarungen, die im Jahr 2022 abgeschlossen wurden, handelte es sich bei 23 um Folge-Zielvereinbarungen von bestehenden Kunden. Knapp die Hälfte der Zielvereinbarungen berechtigen die Unternehmen zur Rückerstattung der CO2-Abgabe und rund ein Zehntel zur Rückerstattung des Netzzuschlags. Ob ein Unternehmen die CO2-Abgabe und den Netzzuschlag rückerstattet bekommen, hängt von den gesetzlichen Grundlagen ab. 212 Zielvereinbarungen haben die Unternehmen freiwillig abgeschlossen. Diese Firmen sind weder gesetzlich dazu verpflichtet, noch profitieren sie von einer Rückerstattung von Abgaben.

ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR20212022
Energie-Modell30403495
KMU-Modell11691120
Transportprogramm3654
Monitoring Dritte1111
Total42564680
   
Roadmap zur Dekarbonisierung 23
Ressourceneffizienz 3

Das im Sommer 2022 lancierte Angebot «Roadmap zur Dekarbonisierung» zählte per Ende Jahr 23 Unternehmen. Das Angebot «Ressourceneffizienz» steht in den Startlöchern. Drei Unternehmen haben sich 2022 einem Umweltscan unterzogen, sich intensiv mit ihrem Einsatz von Rohstoffen und Materialien auseinandergesetzt. Sie haben dazu beigetragen, das Angebot «Ressourceneffizienz» der EnAW zu entwickeln und es zur Marktreife zu bringen.

Stabile Entwicklung dank langjähriger Zusammenarbeit

4680

Unternehmen

100

Beraterinnen und Berater

22

Jahre Erfahrung

Die Kooperation mit über 100 Energiespezialistinnen und Energiespezialisten in der Schweiz garantiert, dass die Teilnehmerfirmen der EnAW rund um das Energiemanagement Lösungen aus einer Hand erhalten und konstant über viele Jahre verlässlich beraten sind. Alle Beraterinnen und Berater haben eine Akkreditierungsprüfung absolviert und pflegen langfristige und fachlich wertvolle, persönliche Beziehungen zu ihren Unternehmen.

Die Unternehmen steuern mit ihren Teilnehmerbeiträgen über 98 Prozent des Jahresbudgets der EnAW bei.

Finanzierung der EnAW

Der operative Gesamtaufwand der EnAW betrug 2022 rund 36.26 Millionen Franken. Die Trägerorganisationen der EnAW steuerten 100 000 Franken zum Jahresbudget bei. Der Leistungsbeitrag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) betrug 0.56 Millionen Franken (exklusive Mehrwertsteuer). Über die Teilnehmerbeiträge von den Unternehmen und weitere Dienstleistungen wurden Einnahmen von rund 35.6 Millionen Franken generiert. Das entspricht rund 98.2 Prozent vom Gesamtbudget. Erfahrungsgemäss wenden die Unternehmen weitere zehn bis 15 Millionen Franken in Form von Eigenleistungen für die Umsetzung der Massnahmen auf, um die vereinbarten Effizienz- und Reduktionsziele zu erreichen (Investitionen nicht berücksichtigt).

Im Jahr 2022 haben die EnAW-Teilnehmer mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen 907 Millionen Franken Energiekosten eingespart.

907

Millionen Franken
tiefere Energiekosten

370

Millionen Franken
Abgaben zurückerhalten

1277

Millionen Franken
total eingespart

Die rückerstattungsberechtigten Unternehmen haben rund 280 Millionen Franken CO2-Abgabe und 90 Millionen Franken Netzzuschlag rückerstattet erhalten. Diese Beiträge stehen ihnen nun für Investitionen in innovative Effizienzmassnahmen zur Verfügung. Die umgesetzten Massnahmen führten zudem zu insgesamt 907 Millionen Franken tieferen Energiekosten.