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Background

Urs Furrer

Urs Furrer gehört neu dem Vorstand der EnAW an. Wir stellen den 52-järhigen Obersiggenthaler kurz vor. 

Welche Hobbys haben Sie?

Ich wandere gerne, im Winter bin ich mit den Ski auf der Piste und der Loipe, im Sommer mit dem Mountainbike unterwegs.

Was ist Ihr aktueller Beruf?

Ich bin seit Mai 2024 Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Ich habe mir gewünscht, entweder als Pilot in der Luft oder als Schreiner am Boden zu arbeiten.

Was bedeutet Ihnen Ihre neue Rolle bei der EnAW?

Ich möchte bei der strategischen Leitung der EnAW mitwirken und sie weiterentwickeln.

Welchen Bezug hatten Sie zur EnAW, bevor Sie in den Vorstand gewählt wurden?

Für mich war die EnAW stets DIE massgebliche Organisation, die Unternehmen hilft, ihre CO2-Reduktionsziele und Ressourceneffizienzziele zu erreichen.

Warum ist die EnAW für die Wirtschaft wichtig?

Die EnAW erbringt den Beweis, dass die Wirtschaft in Eigeninitiative die ökologischen Ziele und die Ziele der Ressourcenschonung umsetzen kann. Sie hilft den Unternehmen mit einem praxisnahen und breiten Netzwerk dabei.

Wo sehen Sie die Zukunft der EnAW?

Es ist wichtig, dass die EnAW eigenständig bleibt und ihren Platz behalten kann, sodass sie sich auf ihrem bewährten Weg im Dienst der Unternehmen weiterentwickeln kann.

Die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Energieintensiver Branchen (IGEB) gehört neu dem Vorstand der Energie-Agentur für Wirtschaft (EnAW) an. Wir stellen die 44-jährige Zürcherin kurz vor. 

Was für Hobbys haben Sie?

Ich mag es, in der Natur zu sein, Freunde zu treffen und zu reisen. Sportlich bin ich beim Yoga und Joggen. 

Was ist Ihr aktueller Beruf?

Geschäftsführerin der IGEB und anderen Wirtschaftsverbänden, Geschäftsführerin der Louma GmbH sowie Arbeitsrichterin verschiedener Gerichte im Kanton Zürich.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Ich wollte immer etwas mit den Menschen und mit der Gerechtigkeit machen.  

Was bedeutet Ihnen Ihre neue Rolle bei der EnAW?

Viel, da ich die Arbeit der EnAW sehr schätze. Zahlreiche unserer energieintensiven Mitgliedfirmen arbeiten mit der EnAW sehr erfolgreich zusammen. Auch dank Ihrer Beratung konnten sie den CO2-Ausstoss reduzieren und sind heute umweltfreundlicher sowie kostengünstiger unterwegs. 

Welchen Bezug hatten Sie zur EnAW, bevor Sie in den Vorstand gewählt wurden?

Die IGEB, bei der ich die Geschäftsführerin bin, war bei der EnAW Gründungsmitglied und unser langjähriger Präsident, Frank R. Ruepp, engagierte sich in Ihrem Vorstand.

Warum ist die EnAW für die Wirtschaft wichtig?

Die EnAW ist für unsere Mitgliedfirmen ein verlässlicher Partner zwischen der Wirtschaft und der Behörde. Bis anhin hat dieses «Schnittstellenmodell» sehr gut funktioniert. Die EnAW unterstützt unsere Mitgliedfirmen stets gut. Das ganze Verfahren ist für die Mitgliedfirmen schlank und einfach. Für die IGEB ist es wichtig, an diesem komfortablen und schlanken Verfahren festhalten zu können.

Wo sehen Sie die Zukunft der EnAW?

Die EnAW sollte auch in Zukunft eine herausragende Rolle als Managerin der Dekarbonisierung der Wirtschaft haben. Es gibt wenige Akteure mit so grosser und breiter Erfahrung auf der Umsetzungsseite von Umweltzielen. Davon profitieren die Unternehmen und die Politik.

Wie man lernt, an grossen Zielen nicht zu verzweifeln.

Wer sich etwas Grosses vornimmt – Eigernordwand erklimmen, Japanisch lernen, CO2-neutral werden –, wird das Gefühl kennen, dass man an dem ambitionierten Ziel verzweifelt.  Nehmen wir das Beispiel des Bergsteigers, der sich in einer Wand verstiegen hat. Die Höhe seiner Entscheidung hat mit der Weite seiner Erfahrung nicht Schritt gehalten. Und nun kann er, in der Wand, weder vor noch zurück, doch auch nicht aufhören. Es gibt aber noch zwei andere Arten des Verzweifelns: Wenn wir uns erst gar nicht trauen anzufangen, weil sich die Aufgabe wie ein grosses Ungetüm vor uns erhebt, bedrohlich und unbezwingbar. Oder wir verzweifeln in der Durstrecke, wenn der Anfangs-Elan verschwunden ist, das Ziel aber noch fern.  

Es ist viel geforscht worden zu der Frage, warum uns die Motivation bei grossen Aufgaben verloren geht und was man dagegen tun kann. Eine der wegweisendsten Erkenntnisse stammt von einem Mann namens Karl Weick. In einem 1984 veröffentlichten Aufsatz entwickelte der Arbeitspsychologe seine These der «Kleinen Siege».  

So lernt man, an grossen Zielen nicht zu verzweifeln


Sein Grundargument lautete, dass grosse, ambitionierte Ziele zwar eine emotionale Anziehungskraft haben, aber auch lähmend wirken können, weil die Herausforderung (ob es sich nun um das Stoppen der globalen Erwärmung oder um die Steigerung der Verkaufsleistung um 15 Prozent handelt) so überwältigend erscheinen kann, dass wir erstarren, wenn wir sie angehen. Weick schlug vor, dass es konstruktiver sein kann, das «grosse Problem» in «mundgerechte Stücke» zu zerlegen, in bescheidenere und umsetzbare «blosse Probleme», um das Überforderungsgefühl durch ein Machbarkeitsgefühl zu ersetzen. 

Man sollte also das Ziel in kleinere Etappen einteilen und diese nicht mit einem gewaltigen Schritt, sondern mit vielen kleinen Schritten angehen. Jeder Schritt ist ein kleiner Erfolg, und während sich die kleinen Erfolge häufen, machen wir fast unbemerkbar Fortschritte in Richtung des grossen, ambitionierten Ziels. «Sobald ein kleiner Sieg errungen wurde, werden Kräfte freigesetzt, die einen weiteren kleinen Sieg begünstigen», schrieb Weick. 

Viel ist derzeit in Unternehmen von Visionen, Purpose, North Star die Rede. Bei der Strategie der kleinen Schritte geht es paradoxerweise ums Gegenteil, nämlich darum, möglichst wenig oder gar keine Energie darauf zu verwenden, an das strahlende Ziel zu denken. Es ist wie beim Bergsteigen: Anstatt sich auf den Gipfel zu fokussieren und dabei zu verspannen, sollte man den Blick nach unten senken und einen Fuss vor den anderen setzen. Irgendwann blickt man zurück und ist erstaunt, wie weit man gekommen ist.  

Mikael Krogerus, Roman Tschäppeler

Über die Autoren

Mikael Krogerus (links) ist Journalist und Roman Tschäppeler (rechts) Kreativproduzent. Die beiden sind Autoren des Bestsellers «Zusammenarbeiten – wie man gemeinsam Grosses erreicht» (Kein&Aber). Sie sind zudem Kolumnisten in «Das Magazin» und erklären dort wöchentlich die Fallgruben des modernen Arbeitslebens.

Die Schweiz befindet sich auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel. Die KMU haben dabei schon beachtliche Fortschritte erzielt, auch dank dem Tandem aus Zielvereinbarung und «Roadmap zur Dekarbonisierung», das die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) anbietet. 

Benedikt Vogel

Energie, Emissionen und Geld sparen: Die Zielvereinbarung vereint seit zwei Jahrzehnten genau diese Vorteile. Dabei können Unternehmen, die für einen Zehn-Jahres-Zeitraum verbindliche Ziele zur Senkung ihres Energieverbrauchs vereinbaren, von der CO2-Abgabe auf fossile Energieträger befreit werden. Ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen lohnen sich also doppelt: durch Rückerstattung der Abgabe und durch tiefere Energiekosten. Strom-Grossverbraucher können zusätzlich von einer teilweisen oder vollständigen Rückerstattung des Netzzuschlags profitieren. Energieintensive Unternehmen sparen so schnell fünf- bis sechsstellige Franken-Beträge. Diese Vorteile waren bisher auf Betriebe aus energieintensiven Branchen, zum Beispiel Metall, Chemie und Lebensmittel, beschränkt. Mit dem neuen CO2-Gesetz, das ab 2025 in Kraft treten soll, werden alle Unternehmen davon profitieren können. Zielvereinbarungen nützen zudem jenen Grossverbrauchern, denen kantonale Energiegesetze Effizienzmassnahmen auferlegen. 

Kleinen und mittleren Unternehmen, die sich für eine Zielvereinbarung entscheiden, bietet die EnAW ein bewährtes Effizienzpaket an, das ohne firmeneigene Energieexperten umgesetzt werden kann. Für Grossunternehmen hat die EnAW eine flexible Beratungslösung mit massgeschneiderten Massnahmen parat. Das grundsätzliche Vorgehen ist für alle Unternehmen gleich: Auf die Analyse des Energieverbrauchs folgt die Festlegung von Einsparzielen, welche durch Bund und Kantone auditiert werden, gefolgt von einer fachlich begleiteten Umsetzungsphase, welche jedes Jahr gemonitort wird.  

Roadmap wird Pflicht

Um Treibhausgas-Emissionen bis 2050 möglichst ganz zu vermeiden, dient ein zweites, langfristig angelegtes Instrument. Die EnAW bietet Unternehmen dafür das Dienstleistungspaket «Roadmap zur Dekarbonisierung» an. Dieses umfasst Massnahmen zur vollständigen Vermeidung von CO2-Emissionen. Ausgangspunkt sind jeweils Effizienzmassnahmen innerhalb des Betriebs, gefolgt von Prozessanpassungen, zum Beispiel die Senkung der Prozesstemperatur. Letztere schaffen die Voraussetzung für die Wahl passender erneuerbarer Energieträger. Noch zu oft wird der Fehler gemacht, an energieintensiven Prozessen ungeprüft festzuhalten und für die Wärmeerzeugung auf wertvolle erneuerbare Hochtemperatur-Energieträger wie Holz zu wechseln. Sinnvoller ist es, die Prozesstemperatur wo immer möglich zu senken und den Wärmebedarf anschliessend mit Wärmerückgewinnung und Abwärme oder Wärmepumpen zu decken. 

Die EnAW-Roadmap oder – wenn man tiefer ins Detail gehen will: die Ressourcenberatung der EnAW – zieht die Treibhausgas-Emissionen aus den vorgelagerten Stufen mit in die Betrachtung ein, berücksichtigt also zum Beispiel auch die Energie, die zur Herstellung zugekaufter Stähle oder Kunststoffteile benötigt wurde (Scope 2/3). Bestandteil einer Roadmap kann auch die Kompensation von Treibhausgas-Emissionen über den Kauf von Zertifikaten sein – diese sollten indes nur als letztes Mittel gewählt werden, da sie teuer sind. Immer muss auch ein Auge auf die Qualität der Zertifikate geworfen werden. Das Klima- und Innovationsgesetz sieht vor, dass die Unternehmen spätestens im Jahr 2050 klimaneutral sein müssen. Dafür müssen sie Fahrpläne erarbeiten, in denen sie aufzeigen, wie sie dieses Ziel erreichen möchten. Damit wird eine Roadmap Pflicht. 

Mit Zielvereinbarung und Roadmap dekarbonisieren

Die EnAW bietet mit Zielvereinbarung und Roadmap ein ökonomisch und ökologisch sinnvolles Tandem aus praxisnahen Beratungsdienstleistungen und webbasierten Tools. Tatsächlich wird nachhaltiges Wirtschaften für KMU mehr und mehr zu einer Existenzfrage. Als Zuliefer-Firmen sind sie zunehmend an die Dekarbonisierungsvorgaben ihrer Kunden gebunden. Auch das energiepolitische Umfeld spricht für eine konsequente Senkung des Energieverbrauchs: Weitsichtige KMU sind am besten gewappnet gegen potenzielle Energie-Mangellagen und hohe Energiepreise.  

Zudem sollte man den psychologischen Effekt nicht ausser Acht lassen. Sobald der – vielleicht mühselige – erste Schritt getan ist, ist der zweite gar nicht mehr so aufwändig. Dann kann eine Art intrinsischer Wettbewerb entstehen: Man ist bestrebt, sich selbst zu übertreffen, und ergreift daher zusätzliche Massnahmen, um Energie zu sparen. Das macht nicht nur Spass, sondern senkt auch die CO2-Emissionen und kommt letzten Endes dem Klima zugute. 

Auch wenn im CO2-Gesetz für die Zeit nach 2024 noch nicht alle Eckpunkte klar sind: Die Beraterinnen und Berater der EnAW halten sich und Sie stets auf dem neuesten Stand. Sie sind die richtigen Ansprechpersonen für jene Unternehmen, die mit der neuen Gesetzesvorlage noch zu wenig vertraut sind.  

Tout en contribuant comme conseillère à améliorer les usages énergétiques et progresser vers le zéro émission nette, Margaux Giacalone, comme jeune maman, insiste qu’il faut, collectivement, aller bien au-delà ! 

« Ton loisir préféré ? ». En d’autres temps, la conseillère AEnEC Margaux Giacalone aurait répondu : la lecture – un bon roman policier de Jo Nesbø. « Là, c’est plutôt dormir ! », sourit l’heureuse maman de Julia, deux ans. « Plus sérieusement, j’ai ce bonheur d’avoir mes vendredis libres et mon loisir, ce sont ces heures privilégiées avec ma fille, qui me fait redécouvrir le monde avec ses yeux d’enfant, les promenades, la nature où me ressourcer et permettre à cette petite boule d’énergie de se défouler. » 

Du lundi au jeudi, d’autres énergies occupent Margaux dans un grand bureau d’ingénieurs bâlois. A peine l’avait-elle intégré, en 2014, fraîche diplômée en génie climatique et énergétique de l’INSA de Strasbourg, qu’un collègue lui avait vanté « un travail enrichissant au-delà de l’ordinaire d’un bureau d’études ». Et Margaux a rejoint l’AEnEC. Elle accompagne depuis dix ans, gage de relations privilégiées, quatre très grandes entreprises. Et une cinquième depuis 2024, plus le suivi à deux conseillers d’une chaîne de restauration. 

Et le « travail enrichissant » s’enrichit, ainsi avec le plan décarbonation de l’Agence, obligatoire avec toute nouvelle convention. « Nous, conseillers/ères, relayons auprès des entreprises l’actualité de la loi CO2. Leur grande inquiétude ? L’après 2024. Mais malgré des budgets éprouvés, l’amélioration énergétique reste une priorité, stimulée par les coûts de l’énergie et le zéro émission nette de 2050. » 

Encourageant, mais Margaux maman pense engagement global. « Quel monde laissera-t-on à nos enfants ? Nous avons une responsabilité environnementale vis-à-vis d’eux. Il est urgent de leur transmettre des valeurs, d’agir pour la planète ». Et Julia d’approuver Maman avec force sourires ! 

Die Spühl GmbH definiert Nachhaltigkeit als einen ihrer sechs Unternehmenswerte. Geschäftsführer Thomas Boltshauser erklärt, warum, und Frank R. Ruepp, Geschäftsführer der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW), sagt, wieso sich Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Pfeiler für Firmen entwickelt hat.

Herr Boltshauser, Spühl produziert Maschinen, die wiederum Federkerne herstellen. Wie energieintensiv ist dieser Produktionsprozess?

Der Prozess der Herstellung der Maschinen ist vergleichbar mit anderen Maschinenherstellern. Ein wesentlicher Teil bei uns – energiebezogen – geht in die Zerspanung von Metall-Erzeugnissen, wie Drehen, Fräsen, Schleifen. Die Herstellung von Federkernen, produziert auf unseren Maschinen, ist aufgrund der Wärmebehandlung energieintensiv, da jede Feder auf 300 Grad erhitzt und vor der weiteren Verarbeitung abgekühlt wird. Die Wärmebehandlung ist aus Qualitätsgründen notwendig, sorgt sie doch dafür, dass die Federn resp. die Federkerne ihre Form über Jahrzehnte beibehalten. Wussten Sie, dass der Stahl im Federkern zu einem hohen Prozentsatz aus recyceltem Stahl besteht und der langlebigste Teil in der Matratze ist?

Interessant. Wie viel Energie braucht denn die Produktion eines Federkerns?

Für die Herstellung eines Federkerns beispielsweise, der 20 Kilogramm schwer ist, werden mit einer Maschine von Spühl rund 0.8 Kilowattstunden Energie benötigt. Damit könnte ein durchschnittliches Elektroauto rund fünf Kilometer weit fahren. Aber um nochmals auf unsere Maschinen zurückzukommen: Eigentlich sind das energiemässig betrachtet – die Hauptaufgabe besteht ja im eigentlichen Federwinden – kleine Heizzentralen, da jede Feder innert Bruchteilen von Sekunden erwärmt und wieder abgekühlt werden muss, damit die Folgeprozesse bei tieferen Temperaturen durchgeführt werden können. Die entstehende Abwärme wird bei den Kunden nur zum Teil weiter aktiv genutzt, da dies technisch aufwändig und kostenintensiv ist.

Ihr Unternehmen wurde 1877 gegründet. Was hat sich in den über 140 Jahren energietechnisch verändert?

Vieles. Unsere heutigen Maschinen haben beispielsweise viel mehr Elektronik als diejenigen von früher. Zudem sind sie vernetzt und können aus der Ferne gewartet werden. Früher wurde vieles noch mechanisch gelöst.

Herr Ruepp, Sie kommen ja ebenfalls aus der Industrie. Können Sie dies bestätigen?

Auf jeden Fall. In allen industriellen Sektoren wird kontinuierlich automatisiert und Elektronik eingesetzt, um die Effizienz und Präzision von Maschinen und Prozessen zu verbessern. Es geht dabei auch um Qualitätskontrolle und -sicherung.

Herr Boltshauser, Spühl schreibt, das Unternehmen verpflichte sich insbesondere zur Nachhaltigkeit. Inwiefern?

Wir haben sechs Unternehmenswerte. Einer davon ist Nachhaltigkeit. Wir versuchen, gesamtheitlich über alle Prozesse und Dienstleistungen nachhaltig zu sein, wie etwa beim Abfall. Zudem konstruieren und produzieren wir unsere Maschinen unter der Prämisse der Langlebigkeit. Wir bieten auch zehn Jahre nach dem Kauf noch Support an. Unsere Kundin bzw. unser Kunde soll also rundum ein nachhaltiges Produkt bekommen. Zudem führen wir weltweit Upgrades im Feld und Überholungen bei Spühl an.

Welche Massnahmen hat die Spühl GmbH denn konkret schon unternommen und welche sind geplant?

Wir haben beispielsweise alle Umwälzpumpen der Heizzentrale ersetzt und uns ans Fernwärmenetz angeschlossen. Wir haben bei der Beleuchtung nicht nur auf LED umgestellt, sondern auch eine Tageslichtsteuerung eingeführt. Zudem nutzen wir die Abwärme der Kompressoren, um unsere Teilewaschanlage zu bedienen. Auch der konventionelle Kompressor wurde durch ein Wärmerückgewinnungsmodell ersetzt, damit wir die Abwärme für die Raumwärme nutzen können. Und: Im Herbst 2024 lassen wir eine PV-Anlage mit einer Leistung von rund 1300 kWp installieren und produzieren ab nächstem Jahr auf unseren Dächern Strom. Davon wird rund 50 % für den Eigenbedarf verwendet werden. Wir überlegen uns auch über die nächsten Jahre, Ladestationen für Elektroautos zu installieren.

Achten Sie auch bei Ihren Mitarbeitenden auf nachhaltiges Verhalten?

Ja, wir sponsern beispielsweise einen Teil des Ostwind-Abos. Zudem machen wir beim Bike-to-work-Projekt mit. Die Sensibilisierung spielt bei uns übrigens eine wichtige Rolle: So machen wir unsere Mitarbeitenden darauf aufmerksam, dass sie nach getaner Arbeit den Computer runterfahren sollen. Wir haben auch ein Team für GUE (Gesundheit, Umwelt, Energie) gebildet, welches aus Mitgliedern aus allen Geschäftsbereichen besteht. Dieses Team setzt verschiedene Projekte um, auch gemeinnützige Einsätze im Gemeindegebiet.

Sie machen also sehr viel. Herr Ruepp, ist das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit für ein Unternehmen unerlässlich geworden?

Absolut. Es gibt eine Vielzahl von Gründen dafür. Es geht hier nicht nur um die Schonung von Ressourcen und die Kosteneffizienz, sondern auch um Stakeholder-Management. Alle Personen, Gruppen oder Organisationen, welche ein Interesse an der Firma haben oder von ihr betroffen sind, müssen hier betrachtet werden. Kunden, Lieferanten, Partner, Mitarbeitende, etc. erwarten heute, dass ein Unternehmen sich bezüglich Nachhaltigkeit engagiert. Es geht hier nicht nur um Reputation, sondern auch, zumindest für First Mover, um Wettbewerbsvorteile.

Heisst das, dass ein Unternehmen, das schon viel unternommen hat, im Vorteil gegenüber jenen Unternehmen ist, die noch wenig gemacht haben?

Aus Sicht der Stakeholder ist das sicherlich so. Auf der anderen Seite haben aber diese Unternehmen im Rahmen der Zielerreichung Netto-Null-2050 weniger nicht ausgeschöpfte Potenziale. Also weniger neue wirtschaftliche Massnahmen, die sie noch umsetzen können, um das Ziel zu erreichen. Dies in Bezug auf eine Treibhausgaseffizienzsteigerung.

Herr Boltshauser, der Gründer der Spühl GmbH, Heinrich Spühl, hat zu Lebzeiten diverse Maschinen erfunden und war auf dem Gebiet der Federmaschinen ein Pionier. Wie behalten Sie diesen Pioniergeist im Unternehmen bei?

Unsere Maschinen-Plattformen, welche unterschiedliche Arten von Federkernen herstellen, haben sich innert zehn Jahren verdoppelt: dank unseren innovativen Mitarbeitenden und unseren Kunden, die uns das Vertrauen schenken. Wir haben digitale Dienstleistungen (Smart Services) in unser Portfolio aufgenommen, welche erlauben, Spühl-Maschinen und das verarbeitete Rohmaterial noch effizienter zu nutzen, zu überwachen und den Ersatzteil-Verschleiss und somit auch die Kosten zu reduzieren. Wir nutzen auch Technologien wie den 3D-Druck, um Teile, welche einer hohen Dynamik ausgesetzt sind oder eine komplexe Form aufweisen, in kleinen Losgrössen zu produzieren.

Ihr Unternehmen macht seit über zehn Jahren bei der EnAW mit. Welche Inputs haben Ihnen am meisten geholfen?

Wir haben ja am KMU-Modell teilgenommen und dadurch einen umfangreichen Massnahmenplan erarbeitet. EnAW-Berater Hans Hatt hat uns dabei wertvolle Unterstützung geleistet. Dadurch haben wir unsere Ziele schneller erreicht als erwartet.

Herr Ruepp, ein Musterbeispiel aus EnAW-Sicht?

Das Spühl-Team hat einen super Job gemacht, ja. Wir von der EnAW sind froh, dass wir hier unseren Beitrag zu diesem Erfolg leisten konnten und dass die Unternehmung Spühl mit unserer Unterstützung zufrieden ist.

Die Spühl GmbH produziert Maschinen, die wiederum solche Federkerne herstellen.

Die Spühl GmbH gibt es seit rund 150 Jahren.

Thomas Boltshauser (links) und Frank R. Ruepp.