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ENERGIE TANKEN ODER SPAREN? IN SCUOL GEHT BEIDES

Seit 1999 baut er die Hotelgruppe Belvédère Hotels Scuol mit den Häusern Belvédère, Belvair und GuardaVal auf. 2018 wurde er zum Hotelier des Jahres gekürt. Kurt Baumgartner ist Gastgeber mit Herzblut. Neben ausgezeichnetem Service für den Gast glänzt der gelernte Koch vor allem mit Innovationskraft, Nachhaltigkeitsgedanken und einer grossen Portion Leidenschaft. Diese teilt er sich in Sachen Energie mit seinem Berater der EnAW, Daniel Schneiter – mit Erfolg.

Die Belvédère Hotels Scuol verbinden Tradition und Innovation. Drei Hotels, vier Restaurants und zwei Wellnessoasen laden zum Verweilen ein

«Allegra» hört man die Menschen am Bahnsteig von Scuol rufen. Verblüffend schön – begegnet man als Unterländer der ältesten Landessprache der Schweiz, Rätoromanisch, doch ungemein selten. Hinkt Scuol im malerischen Unterengadin deswegen hinterher? Mitnichten! Julia und Kurt Baumgartner beweisen mit ihrer Hotelgruppe das Gegenteil. Hier trifft Tradition auf Moderne: Vor genau 20 Jahren erwarben die Baumgartners das damals in die Jahre gekommene und sanierungsbedürftige Schmuckstück Belvédère. «Herausforderung angenommen», dachte sich das visionäre Gastgeber-Paar und verhalf dem prachtvollen Jugendstilhotel Schritt für Schritt zum Erfolg. Eine entscheidende Idee dahinter: das Hotel durch eine beheizte Passarelle ober- und unterirdisch mit dem «Bogn Engiadina», der Bäderlandschaft aus reinem Mineralwasser, zu verbinden. Auch die beiden weiteren Hotels, die 2004 mit dem Badehotel Belvair und 2009 mit dem Romantik- und Boutiquehotel GuardaVal zum Ensemble der Belvédère-Gruppe dazukamen, sind über Passarellen miteinander und mit dem Engadin Bad Scuol verbunden. Ein bequemer Vorteil: Gäste können im Bademantel zu Fuss von allen drei Hotels aus zum öffentlichen Gesundheitsbad und Wellnesszentrum spazieren. Im Gespräch mit Kurt Baumgartner wird klar, seine Hotelgruppe scheut keine Investitionen, um à jour zu bleiben. Auch in Sachen Energie.

ZU DEN BESTEN GEHÖREN

2012 holte sich Baumgartner Unterstützung bei der EnAW. Energiekosten sind in der Hotellerie ein grosses Thema. «Nur schon die Tatsache, dass um 17 Uhr 200 Gäste duschen gehen wollen, ist ein Kostenfaktor, den man spürt», erklärt der langjährige Hotelier. Aber auch die Wellnessanlage, das Beheizen der Räumlichkeiten oder die Beleuchtung sind energieintensiv. Baumgartner, für den Nachhaltigkeit nicht nur bei Investitionen, sondern auch im täglichen Umgang mit Ressourcen und Mitarbeitenden eine Herzensangelegenheit ist, schloss daher in Zusammenarbeit mit der EnAW eine Zielvereinbarung mit dem Bund ab, um die Energieeffizienz seiner Hotels zu steigern und die CO2-Intensität zu senken. Und es funktioniert: EnAW-Berater Daniel Schneiter, der schweizweit rund 120 Hotels energetisch fit macht, schwärmt von den Leistungen der drei Hotels: «Seit sie bei der EnAW dabei ist, konnte die Hotelgruppe mit der Umsetzung von Energieeffizienzmassnahmen jährlich rund 114 000 Franken einsparen». Gesamthaft konnten die Baumgartners die Energieeffizienz ihrer Hotels in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich erhöhen. Betrachtet man den Energiebedarf und den CO2-Ausstoss pro Übernachtung, gehören die Hotels von Baumgartner mit 5.8 kg CO2 pro Logiernacht zu den besten der Schweiz.

DER STROMVERSCHWENDUNG ENTGEGENWIRKEN

Bloss, an welchen Schrauben wurde hier eigentlich gedreht? «Strom- und Brennstoffverbrauch haben sich in allen drei Hotels seit Beginn der Zusammenarbeit stetig verbessert», erklärt der EnAW-Berater. In den vergangenen sechs Jahren sank der Stromverbrauch des traditionsreichen Belvédère im Herzen von Scuol von rund 950 000 auf knapp 680 000 Kilowattstunden pro Jahr. Dies ist vor allem auf die energetische Sanierung in der Beleuchtungstechnik zurückzuführen, die vollständig auf LED umgestellt wurde. Ausserdem sind die Hotelzimmer mit einem Anwesenheitssensor ausgerüstet. Nachdem ein Gast das Zimmer verlassen hat, wird das Zimmer nach ein paar Minuten stromlos geschaltet. Bei Gästen, die das Licht brennen lassen, kann so einer Stromverschwendung entgegengewirkt werden.

DANK ISOLATION ENERGIE EINSPAREN

Auch beim Heizölverbrauch zeigen sich Erfolge. Das charmante Drei-Sterne-Hotel Belvair der Baumgartners verbraucht gegenüber dem Jahr 2012 heute fast 15 000 Liter weniger Heizöl im Jahr. «Diese Einsparung konnte hauptsächlich durch die Sanierung der Fenster und die Erneuerung des Heizkessels mit Abgaskondensation erreicht werden», so Schneiter. Einen nicht unerheblichen Effekt in puncto Energieeffizienz leisten ausserdem Isolationsarbeiten beim Dach, an Fenstern und Türen. Auch die Lüftungen der drei Gebäudekomplexe spielen hier eine wichtige Rolle. Ungefähr 60 Prozent der Wärmeenergie werden für die Beheizung der Gebäude benötigt. Durch eine Verbesserung der Gebäudeisolation lässt sich dieser Anteil deutlich reduzieren.

BLICK IN DIE ZUKUNFT

In Koordination mit der EnAW plant Hotelier Kurt Baumgartner in Zukunft, eine Gesamtlösung zur Beheizung der drei Hotels zu finden. «Ein nicht ganz so einfaches Unterfangen», wie er sagt. «Die alten Häuser wurden eigentlich für den Sommer gebaut, deshalb müssen wir zuerst die Gebäudehüllen sanieren, bevor wir die Ölheizungen ersetzen können.» Solche und andere Projekte laufen in jeweils enger Absprache mit dem EnAW-Berater. Zwischen zwei- bis viermal im Jahr sprechen sich Baumgartner und Schneiter untereinander ab, um weitere Massnahmen anzustossen, die Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz unter einen Hut bringen. «Auf unsere Wünsche geht Herr Schneiter auf eine sympathische und fachlich hervorragende Weise ein», sagt der Hotelunternehmer. Letztlich seien Investitionen immer auch eine Geldfrage. «Und wenn man sieht, dass man mit Energieeffizienz auch Kosten sparen kann, hat das natürlich seinen Reiz.»

Was Energieeffizienz und Forschung gemeinsam haben? Innovatives Denken. Genau das liegt in der DNA der AO Foundation: Vor 60 Jahren begründete das Davoser Forschungsinstitut die Behandlung von Knochenbrüchen mit Schrauben, Platten und Marknägel. Nicht minder innovativ wird im Landwassertal am Energie-Management geschraubt. Seit 2014 ist die Stiftung Teilnehmerin der EnAW und versetzt mit ihren Einsparungen sogar den EnAW-Berater in Staunen.

Innovation liegt in der DNA: Die AO Foundation heilt Knochenbrüche und spart mit innovativem Energie-Management Kosten und Energie.

Inmitten der verschneiten Berglandschaft von Davos und direkt neben der Langlaufloipe steht die AO Foundation – unter Einheimischen aufgrund des speziellen Grundrisses auch als «Davoser Toblerone» bekannt. Das medizinische Forschungsinstitut legte vor 60 Jahren den Grundstein für eine neue, weltweit tätige Branche. Entgegen der medizinischen Praxis führte eine Gruppe von Schweizer Chirurgen 1958 ein wegweisendes Standardverfahren für die Heilung von Knochenbrüchen ein – mit Schrauben, Platten und Marknägeln. Praktisch, dass die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) direkt neben der Skipiste angesiedelt ist. In der Wintersportmetropole wird aber nicht nur an kaputten Knochen geschraubt, sondern auch an der Energiebilanz – seit 2014 in Zusammenarbeit mit der EnAW. Bereits der Eingangsbereich verrät: Hier wird Nachhaltigkeit gelebt, kommen doch viele der 215 Mitarbeitenden mit den Langlaufskiern zur Arbeit.

«DAS HABEN SICH WENIGE GETRAUT»

Ausdauer beweist auch der Leiter des Facility Management und Energieverantwortlicher Alex Fierz. Seit 2007 feilt der gelernte Elektromonteur an der Energiebilanz der AO Foundation und zeigt, wie innovatives Energie-Management geht. Doch wie schon die Gründerväter der Stiftung stiess auch Fierz mit seinen Ideen zuerst auf Widerstand: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Davos? Das funktioniere nicht, so das Echo. «In der Höhe, auf der Davos liegt und mit den tiefen Temperaturen und den langen Wintern macht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf den ersten Blick wenig Sinn», weiss der EnAW-Berater Hans Hatt. «Hier steckt man wenig Strom rein und holt einen grossen Teil der Wärme aus der Umgebungsluft. Das funktioniert bei ganz tiefen Temperaturen nicht mehr effizient», erklärt er weiter. Die Wärmepumpe der AO Foundation sei für den Standort Davos in dieser Grösse deshalb eine Innovation: «Das haben sich bis jetzt nur wenige getraut», erinnert sich Hatt.

KEINE BETRIEBSBLINDHEIT DANK DER ENAW

Heute deckt die spezialangefertigte Luft-Wasser-Wärmepumpe den Heizbedarf für über acht Monate fast gänzlich ab. Das ist nicht nur dem Innovationswillen von Herrn Fierz zu verdanken, sondern auch der Zusammenarbeit mit der EnAW. Denn mit dem Inkrafttreten des Grossverbraucherartikels im Kanton Graubünden im Jahr 2014 war für Fierz klar: Alleine geht es nicht mehr. «Wir haben gemeinsam geschaut, was die AO Foundation bereits gemacht hat und wo noch Potenzial besteht», erzählt Hatt. Auch bei der bereits vorhandenen Wärmepumpe konnte gemeinsam noch einiges optimiert werden: Mit dem Ersatz der Heizkessel kann durch Kondensation aus den ohnehin entstehenden Abgasen zusätzlich Wärme rückgewonnen werden. Allein durch die Optimierung der Wärmepumpe kann die Stiftung jährlich rund 38 000 Kilowattstunden Strom einsparen. «Es ist ein stetiges Weitermachen », sagt Fierz. «Irgendwo gibt es immer ein Optimierungspotenzial. Herr Hatt hilft mir, dieses zu erkennen und verhindert so das Aufkommen einer Betriebsblindheit.»

STROM FÜR KNAPP 20 EINFAMILIENHÄUSER EINGESPART

Die Optimierung der Lüftung, das Ersetzen der Tiefkühler für die Laborproben, die Umstellung auf LED bei der Aussenbeleuchtung und im Treppenhaus oder der neue Serverraum – die erreichten Energieeinsparungen des Davoser Forschungsinstituts können sich sehen lassen. So erstaunt es wenig, dass die in der Zielvereinbarung mit dem Bund festgehaltenen Ziele gleich doppelt übertroffen wurden. Auch der EnAW-Berater zeigt sich begeistert: «Obwohl der Betrieb stetig wächst, ist der Gesamtenergieverbrauch rückläufig», so Hatt. «Eine bemerkenswerte Leistung.» Seit 2014 konnte das medizinische Forschungsinstitut im Landwassertal rund 210 000 Kilowattstunden Energie, davon 80 000 Kilowattstunden Strom, einsparen. Als Vergleich: Mit derselben Menge Strom lassen sich knapp 20 Einfamilienhäuser versorgen.

NACHHALTIG IN JEDEM BEREICH

Mit seinem besonderen Gespür für Energiefragen und seiner Begeisterung für das Thema verbreitet Fierz den Nachhaltigkeitsgedanken im ganzen Haus. So schulte er die Mitarbeitenden im letzten Jahr zum Thema «Richtiges Heizen» und geht damit mit gutem Beispiel voran. Auch begibt sich jeden Abend ein Mitarbeiter des Facility Managements auf einen Rundgang, um Lichter zu löschen und Fenster zu schliessen. «Das sind simple Massnahmen, die sich direkt auf den Verbrauch auswirken», so Fierz. «Jeder lebt den Nachhaltigkeitsgedanken nach seinen Möglichkeiten. Das ist das Schöne bei uns.» Sein Antrieb? «Für mich ist das einfach eine Herzensangelegenheit.»

ATTRAKTIVE FÖRDERMITTEL

Doch so sehr Fierz Nachhaltigkeit am Herzen liege – am Ende gehe es auch ums Geld. «Es ist das Paket von Energie und Kosten sparen, was das Angebot der EnAW so interessant macht», konkretisiert er. Nicht minder interessant sei die Unterstützung der EnAW in Sachen Fördermittel. Weshalb? «Für mich selbst ist es fast unmöglich, beim Kanton direkt Fördergelder anzufordern», so Fierz. «Dazu fehlen mir schlicht die Zeit und die Ressourcen.» Durch ihren EnAW-Berater wird die Stiftung über attraktive Fördermittel auf dem Laufenden gehalten. Auch die «professionelle Vertretung gegenüber dem Kanton» möchte Fierz nicht missen. Eine Teilfinanzierung für die Beleuchtungserneuerung durch den Kanton Graubünden sowie finanzielle Unterstützung beim Motorenersatz der Abluftventilatoren durch das Programm EFFIZIENZ+ sind die Früchte einer innovativen Zusammenarbeit.

Spitalbetriebe sind energieintensiv. An welchen Schrauben gedreht werden muss, um die Energieeffizienz zu steigern, ist nicht immer ganz einfach zu durchschauen. Deshalb nehmen rund 50 Schweizer Spitäler am Energie-Management der EnAW teil und profitieren im Rahmen einer eigenen Energie-Modell-Gruppe vom wertvollen Erfahrungsaustausch. Nächster Halt: Inselspital Bern.

Effizientes Energie-Management dank regelmässigem Austausch zwischen EnAW-Berater Mark Schuppli (rechts) und dem Abteilungsleiter Benjamin Schwarz vom Inselspital Bern.

Mehrmals im Jahr moderieren die EnAW-Berater Mark Schuppli und Robert Vogt die Treffen der Energie-Modell-Gruppe der Spitäler. Unter ihrer Leitung diskutieren rund 50 Vertreter von Schweizer Spitälern über spezifische Energiethemen aus ihrer Branche. Das Format «World Café» hat sich dabei bewährt und motiviert die Teilnehmenden zum Austausch. An mehreren Tischen werden in wechselnder Zusammensetzung verschiedene Fragestellungen rund um ein aktuelles Thema diskutiert. «Man muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen», weiss Schuppli. Viele Spitäler sind Grossverbraucher und haben deshalb eine gesetzliche Auflage zu erfüllen. Aber die Branche kann sich die CO2-Abgabe nicht rückerstatten lassen. Somit braucht es eine Extraportion Motivation: Aus diesem Grund zeigen die beiden Berater ihren Gruppenmitgliedern stets den Zusatznutzen der Massnahmenorientierung auf und gestalten den Austausch spannend.

GROSS UND KLEIN

Dass auch grosse Krankenhäuser von der heterogenen Zusammensetzung der Gruppe profitieren, weiss Benjamin Schwarz, Leiter der Abteilung Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär des Inselspitals in Bern. Schwarz nimmt regelmässig am Erfahrungsaustausch teil. «Auch als grosses und breit aufgestelltes Spital lernen wir von kleineren Mitstreitern. Wir können zum Beispiel mit den Ergebnissen von Massnahmen, die in kleineren Grössenordnungen zu schnelleren Resultaten führen, arbeiten und auf unsere Dimensionen adaptieren.» Denn die Rahmenbedingungen sind häufig die gleichen. Die grösste Herausforderung ist es, Massnahmen zur Energieeffizienzsteigerung mit dem laufenden Spitalbetrieb zu koordinieren. «Bei gewissen Projekten greift man in betriebliche Anlagen ein, bei denen Patientenprozesse ausgeführt werden», erklärt Schwarz. «Auch darüber, wie andere Spitäler mit dieser Aufgabe umgehen, wird in den Gruppensitzungen diskutiert.» Doch es geht nicht nur um Dialog und Lernen. Denn die Spitäler verfolgen über die Universalzielvereinbarung auch ein gemeinsames Energieeffizienz- und CO2-Reduktionsziel. Nicht zuletzt deshalb unterstütze man sich gegenseitig gerne.

ERFOLGREICH

Und das macht die Gruppe Spitäler richtig gut. «In Sachen Zielerreichung sind wir ganz klar auf dem richtigen Weg», freut sich Schuppli. Alleine von 2013 bis 2017 konnte die Gruppe knapp 5000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren und liegt damit bereits 13 Prozent unter dem Anfangswert. Auch bei der Energieeffizienz kann sich die Leistung sehen lassen. Um jährlich rund 45 000 Megawattstunden Energie sind die Spitäler effizienter geworden. Und das in einem Umfeld, das in Sachen Energie nicht gerade simpler wird. Mehr Forschung, Technologie und Fortschritt führt zu einer Verlagerung von Wärme auf Strom. «Wenn man bei diesen Rahmenbedingungen nicht deutlich effizienter wird, würde der Stromverbrauch durch die Decke gehen», so Schwarz.

WANDEL

Benjamin Schwarz weiss, wovon er redet. Sein Arbeitsort, das Inselareal in Bern, steckt derweil inmitten einer riesigen Umbauphase. Das berühmte Bettenhochhaus soll neu errichtet werden und dabei den neusten Anforderungen der Gebäudetechnik entsprechen. Das klingt einfacher, als es ist: Da sich das Gesundheitswesen in einem stetigen Wandel befindet, ändern sich auch die Anforderungen an die Gebäudetechnik und die Betriebsweisen der Anlagen. «Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, nicht vom Wandel während einer langen Bauphase überholt zu werden», sagt Schwarz. Das grosse Bauprojekt auf dem Berner Inselareal soll dann auch den Minergie-P-ECO-Standard erreichen und erfüllt damit die Vorgaben für 2050 der Energiestrategie des Bundes bereits heute.

ZU GAST IM INSELSPITAL

Wie wird ein so riesiges Bauvorhaben eigentlich begleitet? Dieser Frage geht die Energie-Modell-Gruppe der Spitäler im April nach. Die Mitglieder werden beim nächsten Zusammentreffen die Möglichkeit haben, den Baubereich 12, also den Ersatz des Bettenhochhauses, zu besichtigen, verrät Schuppli. Dazu entsendet das für den Umbau zuständige Projektteam des Inselspitals ihren stellvertretenden Projektleiter, welcher der Gruppe aufzeigen wird, wie der Umbau mithilfe der modernsten Planungshilfsmittel wie BIM (Building Information Modeling) begleitet wird. BIM ist eine speziell für Bauvorhaben nützliche Computer-Software, die Prozesse für die Planung, den Entwurf, die Errichtung sowie den Betrieb eines Gebäudes visualisiert. Schwarz, der noch inmitten der Vorbereitungen für das kommende Treffen der Gruppe steckt, ist eigentlich alles andere als ein Fan von langwierigen Besichtigungen auf Baustellen. Doch «dieses Mal ist es anders», wägt der Berner ab. Er ist sicher: «Die Komplexität, die dieses Vorhaben auf dem Inselareal auch in Bezug auf Energieeffizienz mit sich bringt, birgt ein hohes Diskussionspotenzial. Ich freue mich deshalb sehr auf dieses Treffen und hoffe, dass es nicht nur viele Fragen, sondern auch ein paar Antworten geben wird.» Für genügend Stoff zum Ideenaustausch unter den Mitgliedern, so viel ist sicher, ist gesorgt.


ENERGIE SPAREN FÜR SPITÄLER

Abwärme
Hoch technisierte medizinische Geräte müssen gekühlt werden. Mit einem guten Energiekonzept wird die Abwärme der Geräte veredelt und zur Beheizung des restlichen Spitals eingesetzt. Der Energieverbrauch kann so gegenüber einem konventionellen Konzept halbiert werden.

Betriebsoptimierungen
Die Anforderungen an die Gebäudetechnik von Spitälern verändern sich stetig. Mit einer Betriebsoptimierung der Gebäudetechnikanlagen kann diesem Umstand Rechnung getragen werden. Das Potenzial beträgt je nach Ausgangslage zwischen 5 und 20 Prozent.

Beleuchtung
Durch den Einsatz von LED-Technologien kann der Energieverbrauch von Beleuchtungen in Spitälern mindestens halbiert werden.


Schulthess-Maschinen waschen nicht nur Wäsche richtig sauber – im Betrieb kümmert man sich auch um einen sauberen Energiehaushalt. Zusammen mit der EnAW verbessert die Firma aus Wolfhausen seit einigen Jahren erfolgreich ihre Energieeffizienz.

Alle Schulthess-Waschmaschinen und -Wäschetrockner werden in Wolfshausen im Zürich Oberland fabriziert

Das Traditionsunternehmen Schulthess Maschinen AG produziert Waschmaschinen und Wäschetrockner fürs Eigenheim, für Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe. Im Jahr 1845 gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute rund 400 Mitarbeitende, von denen ein Grossteil im Kundendienst tätig ist. Ein kundenorientierter, rund um die Uhr verfügbarer Service wird in der Firma grossgeschrieben. Daniel Zehnder leitet den Bereich Management Systeme, er ist Qualitäts- und Umweltbeauftragter und verantwortlich für die Arbeitssicherheit. Besonders in der Produktion stehen höchste Qualitätsansprüche an Waschmaschinen und Wäschetrocknern an oberster Stelle. «Heute bestellt, morgen geliefert», lautet der Grundsatz für massgeschneiderte Maschinenlösungen für jede Hausgrösse, alle Textilarten, unterschiedlichste Gewerbe und jedes Bedürfnis. Vor knapp 60 Jahren lancierte Schulthess den ersten Haushaltwaschautomaten Europas. «Diese Vorreiterrolle haben wir uns bewahrt», so Zehnder. «Unsere Maschinen gehören noch heute zu den innovativsten der Welt.» Die drei Grundpfeiler «Swissness», «Qualität» und «Nachhaltigkeit» prägen die Firmenphilosophie der Schulthess: Alle Geräte werden in Wolfhausen im Zürcher Oberland entwickelt und produziert. Die Verwendung hochwertiger Materialien, die präzise Verarbeitung und die Langlebigkeit zeichnen die Produkte aus. Und die Nachhaltigkeit? Neben dem minimalen Strom- und Wasserverbrauch der Maschinen setzt sich das Unternehmen auch dafür ein, diese so effizient wie möglich zu produzieren – in Zusammenarbeit mit der EnAW.

QUALITÄT LEBT LANGE

«Maschinelle Herstellung mit manuellen Ergänzungen», lautet das Erfolgsrezept für die Produktion der Waschmaschinen und Wärmepumpentrockner der Schulthess Maschinen AG. Hier treffen hochmoderne Stanzmaschinen und perfekt programmierte Roboter auf präzise Handarbeit, die hauptsächlich bei der Endmontage und den zahlreichen Qualitätskontrollen erfolgt. Wie liebevoll die ganze Herstellung sein kann, beweist der intern genutzte Begriff «Hochzeit», der das Zusammenfügen des Laugenbehälters mit dem Maschinengehäuse beschreibt. Die Laugenbehälter der Schulthess sind aus Chromstahl. Das macht das Unternehmen einzigartig, denn andere Marktbegleiter setzen bei dieser Komponente ausschliesslich auf Kunststoff. Aber genau dieses Material garantiert die Widerstandsfähigkeit und ein langes Leben der Schulthess-Maschinen.

ROBUST, HELL UND SPARSAM

Dass die Zusammenarbeit mit der EnAW erfolgreich ist, beweisen auch die aktuellen Zahlen: 19 600 Franken an Energiekosten spart die Schulthess Maschinen AG mittlerweile jährlich. Zu verdanken ist das verschiedenen Massnahmen. So wurde bereits ein Grossteil der Beleuchtung durch LED ersetzt, bis Ende dieses Jahres werden es 300 bis 400 neue Leuchtkörper sein. «Da haben wir einiges investiert», sagt Zehnder, aber es zahle sich aus. Die Lichter bräuchten über 20 Prozent weniger Energie und seien viel robuster. «Unsere Unterhaltsarbeiter sind heidenfroh, dass sie jetzt seltener Leuchtmittel auswechseln müssen.» Zusätzlich wurden Bewegungsmelder installiert und die Eingangstore der Produktionshallen erneuert. Die alten Tore waren störanfällig und liessen viel Wärme nach draussen abfliessen. Jetzt funktionieren sie schneller und sind automatisiert: Die Gabelstapelfahrer können sie nun einfach per Fernbedienung öffnen und schliessen.

NEUES ENERGIEKONZEPT

In den Fabrikhallen geht es emsig zu und her – und es ist warm. Eine Tatsache, die Zehnder schon immer ein Dorn im Auge war. «Wir haben extrem viel Abwärme, die wir aber nicht nutzen», erklärt er. Das soll mit dem neuen Energiekonzept, welches er zusammen mit den EnAW-Beratern erarbeitet hat, angegangen werden. «Wir wollen in einem nächsten Schritt unsere Ölheizung durch drei bis vier dezentrale Heizungen ersetzen», erklärt er. Diese sollen mit einem Abwärmesystem ausgestattet sein, um die hohen Temperaturen aus der Produktion effizient nutzen zu können. Mit diesen Massnahmen soll vor allem die CO2-Intensität des Betriebs verbessert werden. Läuft alles nach Plan, wird der Umbau im Frühling 2020 abgeschlossen sein.

EIN SAUBERERE AUSTAUSCH

Wer sich jahrelang um die Optimierung der Prozesse im eigenen Betrieb kümmert, kennt das: Mit der Zeit stellt sich eine gewisse Betriebsblindheit ein, die sich ohne regelmässige Inspirationen entwickeln kann. Um das zu verhindern, organisiert EnAW-Berater Hollenstein zusammen mit seinem Kollegen Mario Roost jährlich ein Gruppentreffen. Die Schulthess Maschinen AG ist Mitglied der Energie-Modellgruppe «2013plus», zu der unter anderem auch die Läckerli Huus AG oder die TBB Immobilien AG gehören. Man tauscht sich aus, spricht über aktuelle Themen und erhält Einblick in den jeweiligen Gastbetrieb. «Wir wollen den Teilnehmern der Gruppensitzungen einen Mehrwert bieten», erklärt Hollenstein. «Entweder bereiten wir Inhalte auf, die alle betreffen und interessieren, oder wir laden zu den gewünschten Themengebieten Spezialisten ein.

Die Schweizer Salinen versorgen die ganze Schweiz mit Salz: die Siedesalzproduktion ist energieintensiv. Deshalb zählt der Salzproduzent in Sachen Energie-Management auf die Zusammenarbeit mit der EnAW. Wie innovativ die Salinen in diesem Bereich unterwegs sind, zeigt ihr neustes Projekt: Überschüssige Abwärme aus der Produktionsstätte in Riburg versorgt eine Gourmetshrimps-Produktion mit Energie und Salz.

Sichern die Schweizer Salzversorgung: Dank der grossen Lagerkapazität in Riburg kommt die Schweiz auch im tiefsten Winter rutschfrei durch den Tag © Schweizer Salinen AG

Auftausalz, Speisesalz, Regeneriersalz, Viehsalz sowie Gewerbe- und Industriesalze – die Produktpalette der Schweizer Salinen AG ist breit gefächert. Das Unternehmen im Eigentum der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein produziert an seinen drei Standorten Schweizerhalle, Riburg und Bex bis zu 600 000 Tonnen Salz pro Jahr und versorgt mit seinen 200 Mitarbeitenden die Schweiz zuverlässig mit Salz. Mit einem Anteil von rund 50 Prozent ist das Auftausalz dabei der grösste Produktionszweig – und zugleich eine Herausforderung: «Der Bedarf an Auftausalz schwankt je nach Winter sehr stark. Die Schwankungen können bis zu 300 000 Tonnen pro Jahr ausmachen», weiss der technische Leiter und Elektroingenieur François Sandoz. Dieser Problematik wirke man mit der grossen Lagerkapazität in Riburg entgegen. Ob die Produktion jeweils auch über Weihnachten laufen werde, hänge laut Sandoz vom Wintereinbruch ab: «Ist der Winter bis Ende Jahr noch nicht eingezogen und die Lagerhallen gut gefüllt, gönnen wir uns über die Festtage eine Auszeit.» Keine Auszeit gönnt sich der Salzproduzent in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, machen doch Energiekosten im Unternehmen über zehn Prozent der Bruttowertschöpfung aus. Gemeinsam mit der EnAW feilen die Salinen Riburg und Schweizerhalle an ihrem Energie-Management und fallen durch ihr Herzblut und ihren Innovationswillen auf.

DAS KERNSTÜCK DER SALZPRODUKTION

In den kuppelförmigen Lagerhallen in Riburg, den sogenannten Saldomes, rieselt das Salz durch eine Lücke im Dach auf einen gigantischen Salzberg. «Hier wurde sogar schon gesnowboardet», schmunzelt Sandoz, «aber nur für den Unternehmensfilm.» In der Produktion fällt das Salz hingegen nicht vom Himmel. Damit das Salz in den Regalen der Grossverteiler landet, muss dieses zunächst aus einer Steinsalzschicht gewonnen werden. Dazu werden die natürlichen Salzlager, welche in den Kantonen Aargau und Basel-Landschaft in Tiefen von 200 bis 500 Metern liegen, angebohrt und ausgelaugt. Durch das Zuführen von Frischwasser bildet sich im angebohrten Salzlager die sogenannte Sole, eine wässrige Kochsalzlösung. Diese gelangt über Pipelines zur Saline, wird enthärtet und gereinigt, bevor sie in den Verdampfer – das Kernstück der Salzproduktion – eingespeist wird. Was man früher in grossen Pfannen gemacht hat, geschieht in Riburg heute vollautomatisch: In dem 30 Meter hohen Verdampfer wird die Sole aufgekocht und der Kristallisationsprozess in Gang gesetzt. Dabei entsteht zweierlei: Während sich die Salzkristalle als sogenannter «Salzbrei» absetzen und entnommen werden, wird der im Prozess entstehende Wasserdampf aus dem Verdampfer abgezogen, gesäubert, komprimiert und gelangt als Heizdampf wieder in den Kreislauf. Heizöl wird in diesem Prozess nur für das Anfahren des Kreislaufes benötigt. Danach wird er durch den elektrisch angetriebenen Turbokompressor aufrechterhalten. In anderen Worten: Es wird Abwärme rückgewonnen. Dieser Prozess, so Sandoz, sei in Bezug auf den Energiebedarf bereits optimal ausgelegt: «Das Prinzip der Thermokompression ist alt bewährt. Dank neueren Technologien und Geräten besteht dennoch ein Optimierungspotenzial.» Genau dieses Potenzial versucht man in Riburg gemeinsam mit der EnAW bestmöglich auszuschöpfen.

NEUE HEIZKAMMERN

Seit 2013 zählt der Salzproduzent in Sachen Energie-Management auf das Know-how der EnAW und insbesondere auf die EnAW-Beraterin Margaux Giacalone. «Die Schweizer Salinen haben für Riburg und Schweizerhalle mithilfe der EnAW eine gemeinsame Zielvereinbarung mit dem Bund abgeschlossen und befinden sich auf sehr gutem Kurs», so Giacalone. Welch grossen Stellenwert das Energie-Management im Unternehmen geniesst, zeigt der Ersatz der beiden Heizkammern des Verdampfers in Riburg im Jahr 2015. Denn gerade der Hauptprozess der Salzproduktion, das Verdampfen von Wasser, verbrauche bei Weitem am meisten Energie. «Es war eine grosse Investition», meint Sandoz. «Da die Heizkammern aber schon über 40 Jahre alt waren, hat es sich für uns gelohnt. Allein durch die Umsetzung dieser Massnahme konnten wir hier in Riburg einiges an Energie einsparen.» So vergrösserte die Erneuerung der alten Heizkammern die Wärmetauscherfläche um fast die Hälfte. Dies wiederum verbessert den Energieverbrauch pro Tonne Salz um sieben Prozent.

ABWÄRME FÜR SCHWEIZER SHRIMPS

Neben der Optimierung des Dampfkreislaufes wird auch an der Isolierung der Anlagen und Gebäude geschraubt. Die unterschiedlichen Isolierungsmassnahmen sind für Sandoz Fluch und Segen zugleich: «Wer gut isoliert, verliert weniger Wärme. Allerdings produzieren wir bereits einen Überschuss an Abwärme.» Praktisch, dass der Salzproduzent in Riburg einen energiedurstigen Nachbarn bekommen hat. Die überschüssige Abwärme aus der Saline fliesst via Fernwärmenetz der AEW in die Shrimpfarm vom Schweizer Gourmetshrimps-Produzenten Swissshrimp. Damit schlägt man in Riburg zwei Shrimps mit einer Klappe: «Die Krevetten sollen möglichst ökologisch und nachhaltig produziert werden», erzählt Sandoz. «Und wir hier in der Saline sind froh über einen Abnehmer der überschüssigen Abwärme.» In der Riburger Produktionsstätte stehen aber auch konventionellere Massnahmen auf der Tagesordnung: «Das Dach isolieren, Fenster auswechseln, auf LED umstellen – Sachen, die weniger spannend klingen, aber betreffend Energieeffizienz einen sichtbaren Unterschied machen», so Sandoz.

Die Duss Küchen AG in Emmenbrücke zeichnet sich durch selbst produzierte und individuelle Schreinerarbeiten sowie ihre regionale Verankerung aus. Seit 2012 nimmt das Unternehmen am KMU-Modell der EnAW teil und lässt auch in Sachen Energieeffizienz nichts schleifen, denn: Der Küchenbauer denkt aktiv mit und spart so nicht nur Energie, sondern auch Kosten.

Glänzen auch in Sachen Energieeffizienz: Die Schreinerarbeiten der Duss Küchen AG stehen für Individualität und Nachhaltigkeit.

Im Ausstellungsraum der Duss Küchen AG im luzernischen Emmenbrücke werden Wünsche in Sachen Schreinerarbeiten wahr. Was im Jahr 1985 als beschaulicher Küchenhandel und kleine Schreinerei seinen Anfang gefunden hat, ist heute ein erfolgreiches Traditionsunternehmen mit 38 Mitarbeitenden. Küchen, Türen, Schränke, Bodenbeläge und Badezimmermöbel – das Unternehmen verrichtet Schreinerarbeiten von A bis Z. Die Spezialität, so verrät es bereits der Name, ist die Eigenproduktion von Küchen. Circa 400 Massanfertigungen werden jährlich in den eigenen Hallen produziert. Dabei wird alles, was nicht Metall oder Stein ist, eigenhändig und vor Ort hergestellt. «Den einheimischen Wirtschaftsstandort nachhaltig unterstützen » lautet das firmeninterne Credo. Was das heisst, weiss keiner besser als der gelernte Schreiner und Geschäftsinhaber René Widmer: «Als Unternehmen haben wir eine soziale Verpflichtung den Menschen und der Umwelt gegenüber und wir versuchen, diese bestmöglich wahrzunehmen.» Deshalb arbeitet der Küchenbauer mit langjährigen und regionalen Geschäftspartnern, bezieht Strom aus Wasserkraft, unterstützt die Waldpflege und nimmt seit 2012 am KMU-Modell der EnAW teil.

ENERGIEEFFIZIENZ GEHT AUCH FREIWILLIG

Energiesparen und Nachhaltigkeit seien schon immer im Sinn und Geist des Unternehmens gewesen, so Widmer. Deshalb erstaunt es wenig, dass sich das KMU auf freiwilliger Basis zu Sparmassnahmen im Energiebereich verpflichtet hat. «Das mit der Energieeffizienz machen wir aus Überzeugung nur für uns», so Widmer. EnAW-Berater Daniel Arnet, welcher die Duss Küchen betreut, pflichtet dem bei: «Wenn dem Unternehmen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz am Herzen liegen, lohnt sich die Teilnahme am KMU-Modell nicht nur wirtschaftlich, sondern macht auch Spass.»

GROSSES EINSPARPOTENZIAL BEREITS REALISIERT

Wer alles selber produziert, benötigt entsprechende Maschinen – und diese brauchen Strom. Das grösste Einsparpotenzial befindet sich aber nicht in der Produktion, sondern bei den gebäudetechnischen Gegebenheiten: «Das Gebäude steht auf dem ehemaligen Fabrikgelände einer Viskosefabrik und ist schon alt», erzählt Widmer. Um die Energiebilanz zu verbessern, wurden in Emmenbrücke die Fenster isoliert, Türdichtungen ersetzt sowie die Schaltzeiten der Lufterhitzer im Ausstellungsraum optimiert. Der grosse Coup gelang dem Unternehmen im Jahr 2016, nur knapp ein Jahr nach Erneuerung der Zielvereinbarung, mit der Isolierung der Heizungsleitungen. Der Wärmeverlust der Heizung im Untergeschoss war der Firma energietechnisch lange ein Dorn im Auge. Allein durch die Umsetzung dieser Massnahme spart der Küchenbauer jährlich über 97 000 Kilowattstunden an Erdgas. Mit einem Payback von deutlich unter vier Jahren hat sich die Dämmung der Heizrohre auch wirtschaftlich bereits ausbezahlt. «Zudem haben wir die Wärme nun hier oben im Produktions- und Ausstellungsbereich, wo wir sie auch brauchen», so Widmer.

ÜBER DIE ZIELVEREINBARUNG HINAUS

Im Ausstellungsbereich braucht es nicht nur Wärme, sondern auch viel Licht. Mit einem Blick nach oben gesteht Widmer: «Hier haben wir noch ein wenig Nachholbedarf. Das sind alles noch herkömmliche Halogenlampen.» Der neue Pausenraum strahlt hingegen seit Kurzem im neuen LED-Glanz – und dies, obwohl dieser Leuchtmittelersatz im Massnahmenkatalog gar nicht vorgesehen war. Das zeigt: Die Duss Küchen denken in Sachen Energieeffizienz aktiv mit. Die sachliche und kompetente Beratung der EnAW möchte das Unternehmen dabei nicht missen: «Dank der Zusammenarbeit mit der EnAW können wir auf wirtschaftliche Art und Weise Energie sparen, ohne dass dabei die Qualität unserer Produkte leidet», erzählt Widmer. Auch Arnet ist zufrieden mit dem Schreinereiunternehmen, werden doch die Energieziele aus der gemeinsam erarbeiteten Zielvereinbarung sogar übererfüllt.

GUTES TUN ZAHLT SICH AUS

Für Widmer ist die Teilnahme am KMU-Modell nicht nur eine Herzenssache. Der Geschäftsinhaber ist überzeugt, dass er damit auch eine lukrative Möglichkeit gefunden hat, um den Geldbeutel zu schonen: «Dank der Zusammenarbeit mit der EnAW sind wir heute viel wirtschaftlicher unterwegs. Das ist schon ein Wettbewerbsvorteil für uns.» Dass die Klimastiftung Schweiz im Rahmen ihres Förderprogrammes dem KMU die Hälfte des Jahresbeitrages an die EnAW gutschreibt, ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem «i» und spornt an, den Nachhaltigkeitsgedanken auch in Zukunft nicht schleifen zu lassen.

Klimastiftung Schweiz

Die von namhaften Dienstleistungsunternehmen gegründete Klimastiftung Schweiz unterstützt die Duss Küchen AG finanziell beim Energiesparen und bei der CO₂-Reduktion. Sie hilft unbürokratisch und rasch bei der Finanzierung von Investitionen in Effizienzmassnahmen und fördert Innovationen.