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EIN ENERGIEEFFIZIENTES BADEERLEBNIS

Fun, Action und Wellness vom Feinsten – die Thermalquellen Brigerbad AG ist eine Wohlfühloase sondergleichen. Die 2600 Quadratmeter Thermalwasser, die längste alpine Rutschbahn und die Saunalandschaft bleiben auf der Stromrechnung aber nicht unbemerkt. Seit dem Jahr 2016 schraubt das Walliser Bad in Zusammenarbeit mit der EnAW deshalb am Energie-Management – engagiert und mit Erfolg.

Spart dank dem energetischen Fine-Tuning Energie und Kosten: Das Thermalbad in Brigerbad garantiert einen energieeffizienten Badespass.

Schon die alten Römer wussten den Sagen nach das Thermalwasser der Brigerbad-Quelle zu schätzen. Zurecht, denn das Thermalbad mit einmaliger Lage inmitten der Berge und mit Ausblick auf die Walliser Alpen ist eine Wohlfühloase schlechthin. Ob pure Erholungsmomente im modernsten Wellnessbereich oder ein nasser Adrenalinkick auf der längsten Rutschbahn der Alpen – dank der insgesamt 2600 Quadratmeter grossen Wasserfläche kommen alle auf ihre Kosten. Die glücklichen Gesichter der sich im Wasser tummelnden Badegäste bestätigen: Die Thermalquellen Brigerbad AG hat die Rezeptur für das einmalige Badeerlebnis perfektioniert – auch in Sachen Energieeffizienz.

BUSINESSPLAN «GANZJAHRESPRODUKT»

Das kommt nicht von ungefähr, denn im Jahr 2014 wurde das Bad komplett saniert und der Businessplan überdacht. «Wir mussten die Thermalquellen auf die heutige Zeit anpassen», weiss der Direktor der Thermalquellen Brigerbad AG, Olivier Foro, der das Thermalbad seit gut vier Jahren leitet. «Wir sattelten von einem reinen Sommerbetrieb auf einen Ganzjahresbetrieb um und erweiterten unser Angebot.» Gesagt, getan – mit einer Investition von satten 30 Millionen Franken wurde das Bad saniert und auf den modernsten Stand gebracht. Ein 50-Meter-Olympiaschwimmbecken, das berühmte Flussbad, ein Kinderplanschbecken und die neue Wellnessoase mit Saunalandschaft. «Bei uns findet jeder etwas – vom Enkelkind bis zu den Grosseltern. Wir bieten sowohl im Sommer als auch im Winter ein Rund-um-Wohlfühlprodukt», so der gebürtige Unterwalliser.

DIE IDEALE LÖSUNG

Der Betrieb einer Badelandschaft und Wellnessoase sei aber ein Energiefresser der Sonderklasse. «Wir bewegen uns beim Energieverbrauch auf dem Niveau einer Bergbahn», so Foro. Das schlägt sich, trotz umfangreicher Sanierung, in der Stromrechnung nieder. Die Lösung? Eine freiwillige Zielvereinbarung mit dem Bund, die Foro mit Unterstützung der EnAW abgeschlossen hat. Das Elektrizitätsunternehmen und der Stromversorger des Oberwallis, die EnBAG, habe den Grossverbraucher auf das Angebot der EnAW aufmerksam gemacht. «Sie haben uns die Lösung sozusagen auf dem Silbertablett serviert», erinnert sich Foro. «Wir mussten nur noch Ja sagen.» Die EnAW lege ein Know-how und einen Pragmatismus an den Tag, von dem das Thermalbad in Brigerbad nur profitieren könne, so der Direktor. Ein sauberes Energie-Management bedingt aber auch eine anständige Portion Motivation, Willenskraft und geeignete Mitarbeitende.

DIE ENERGIE-HAUSAUFGABEN GEMACHT

Einer davon ist der Leiter der Technik, Antonio Di Costa, der seine Energie-Hausaufgaben mehr als nur erledigt. Mit Unterstützung des EnAW-Beraters Bernhard Jürgens kümmert er sich um das energetische Fine-Tuning im Betrieb. Die grösste Einsparung resultierte aus der Installation eines Bypasses in den Kreislauf der Wärmepumpe. «So verlieren wir weniger Wärme und sparen dadurch sehr viel Energie», erklärt Di Costa. Konkret spart das Brigerbad allein durch die Umsetzung dieser Massnahme jährlich rund 470 000 Kilowattstunden Strom ein, was der Stromversorgung von knapp 95 Einfamilienhäusern entspricht. Doch nicht nur die Energiemenge wird vermindert, auch der Verbrauch von Thermalwasser konnte durch die optimierende Massnahme fast halbiert werden. Die nicht unbeträchtliche Investition habe sich bereits nach drei bis vier Monaten amortisiert. Doch dem ist nicht genug: Auch der Heizölverbrauch konnte mittels Optimierungsmassnahmen um 29 Prozent reduziert werden. Zudem wurden sämtliche Beleuchtungen auf LED-Leuchten umgestellt. «Aufgrund der Hitze und der Feuchtigkeit im Hallenbad mussten wir die Beleuchtung schon bald nach der Sanierung austauschen», so Foro. Das hat sich gelohnt: In die neuen Leuchten habe man zwar etwas mehr Geld investiert, das vereinfache aber auch den Unterhalt und verhindere, dass ein Techniker alle paar Monate eine Lampe auswechseln muss.

EINE EMPFEHLENSWERTE SACHE

«Dass wir in Sachen Energieeffizienz im Kanton Wallis zu den Vorreitern gehören, erfüllt mich schon mit Stolz», erzählt der Direktor im Gespräch. Dass sich die Aufwände auch noch finanziell lohnen, sei das Tüpfelchen auf dem «i». «Wer die Hausaufgaben gut macht, kriegt auch eine Belohnung», schmunzelt er und spricht die Rückerstattung der CO2-Abgabe und des Netzzuschlages an. Das sporne an, die Energieoptimierung auch weiterhin voranzutreiben. «Ich kann allen anderen Betrieben im Wallis nur empfehlen, auf den Zug aufzuspringen», so Foro, der die Zusammenarbeit mit der EnAW auf keinen Fall missen möchte. Was für das Brigerbad in Zukunft noch auf dem Plan stehe? «Die Abdeckung der Aussenbecken», erklärt er. Denn den Wärmeverlust über Nacht könne man sich eigentlich nicht leisten. Klingt aber einfacher, als es ist. Die vielen Kurven und individuellen Formen der Aussenbäder machen diese Effizienzmassnahme nämlich zu einer Herausforderung. «Das ist eine grosse Investition, die die Energiebilanz aber nochmals deutlich aufwerten könnte», konkretisiert er. In Zusammenarbeit mit der EnAW soll aber auch diese Herausforderung in Zukunft gemeistert werden.

Schon lange gehört der Zoo Zürich zu den beliebtesten Ausflugszielen der Schweiz. Als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur macht er die natürlichen Lebensräume von Elefanten, Affen oder bald auch Giraffen für Besucher aus aller Welt erlebbar – eine energieintensive Angelegenheit.

Tropisches Klima im Masoala Regenwald: Der Zoo Zürich glänzt mit einem ausgeklügelten Energiesystem.

«Der frisst nur Ökostrom» steht auf dem kleinen Transporter, der vor dem Eingang an den ersten Besuchern des Tages vorbeifährt. Für Wärmepumpen, LED-Leuchten und Fotovoltaikanlagen steht hier allerdings wohl kaum jemand Schlange. Denn rund 4800 Tiere und 375 Arten warten darauf, entdeckt zu werden. Ob tropisch, trocken, kalt oder nass – für alle Tier- und Pflanzenarten werden hier optimale Konditionen geschaffen. Seit 20 Jahren für alle Bauprojekte verantwortlich ist Andreas Hohl. Der stellvertretende Direktor kennt nicht nur die Anlagen des Besucherbereichs wie seine Westentasche. Auch was hinter den Kulissen eines der sich am schnellsten weiterentwickelnden Zoos Europas passiert, verantwortet der Kulturingenieur mit seinem Team. «Ich habe einen echten Traumjob», erzählt er. Denn an der Schnittstelle zu Planern, Architekten, Unternehmen und andern Fachexperten sei im Zoo Zürich immer etwas los. Einer dieser Experten ist Tom Pesenti. Seit vielen Jahren berät er Hohl und den Zoo Zürich im Rahmen der Teilnahme bei der EnAW beim Energie-Management.

TROPISCHES KLIMA WIE IN MADAGASKAR

«Ein Zoo ist immer energieintensiv», weiss Hohl. Die grösste Rolle spiele dabei das Thema Wärme. «Bei uns sind exotische Tiere und Pflanzen zu Hause, die genau definierte Lufttemperaturen oder perfekt temperiertes Wasser brauchen.» Besonders im Masoala Regenwald falle das den Besuchern auf. Schon beim Betreten der im Jahr 2003 eröffneten Halle sieht man nämlich … nichts. Denn die Brillengläser sind vom tropischen Klima des Regenwalds sofort beschlagen. Der Masoala Regenwald wird mit einem ausgeklügelten System beheizt und gekühlt, um den Energieverbrauch tief zu halten. 48 Erdsonden, die rund 220 Meter in der Tiefe liegen, erzeugen über eine Wärmepumpe den grössten Teil der benötigten Wärme. «Früher haben wir hier teilweise auch mit Öl geheizt», so Hohl. Bereits vor der Installation der Sonden setzte sich der Zoo deshalb Mitte der 1990er-Jahre für ein eigenes Wärmenetz ein, das mit einer Hackschnitzelfeuerung betrieben wird. Die daraus gewonnene Wärme ist also CO2-neutral. Diese Umstellung zeigt sich in der CO2-Bilanz des Zoos deutlich, wie EnAW-Berater Pesenti weiss: «Früher stiess der Zoo über 800 Tonnen CO2 pro Jahr aus. Mit der Umstellung auf die Holzschnitzelheizung liegt dieser Wert heute noch bei knapp 40 Tonnen.» Die CO2-Reduktionsziele aus der Zielvereinbarung, die der Zoo in Zusammenarbeit mit der EnAW mit dem Bund abgeschlossen hat, werden so jedes Jahr erreicht.

DER KAENG KRACHAN ELEFANTENPARK

Was in der Realität Tausende Kilometer voneinander entfernt liegt, ist in Zürich nur ein Katzensprung. Vom madagassischen Masoala Regenwald ist man in wenigen Minuten bei einem weiteren Highlight angelangt: dem thailändischen Kaeng Krachan Elefantenpark, der 2014 eröffnet wurde. Was ins Auge sticht? Das 6800 Quadratmeter grosse geschwungene Dach der Innenanlage. Es verfügt über 271 Fenster aus UV-durchlässiger ETFE-Folie, um die Wärme zusätzlich zum Wärmenetz möglichst energieeffizient mit Sonnenlicht sicherzustellen. Denn natürlich wurde beim Bau des Parks grosser Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Vom Dach wird ausserdem Regenwasser gesammelt, das für die Bewässerung, die Sandbefeuchtung und die Entstaubung der Pflanzen verwendet wird. Das zeigt: Der Zoo Zürich hat hier nichts dem Zufall überlassen. Nicht einmal die Namensgebung. Denn im Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand leistet der Zoo Zürich im Rahmen eines Naturschutzprojekts ein grosses Engagement. «Wir versuchen unsere Besucher für die Schönheit und die Anliegen der Tierwelt zu sensibilisieren und tragen dazu bei, bedrohte Tiere und Ökosysteme langfristig zu erhalten», erklärt Hohl. Der Zoo Zürich engagiere sich daher weltweit in acht Naturschutzprojekten. Der Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand ist neben dem Masoala Regenwald in Madagaskar eines davon.

DER ZOO ERREICHT SEINE ZIELE

Der Kanton Zürich war 1997 der erste Kanton mit Grossverbraucherbestimmungen im kantonalen Energiegesetz. Heute nehmen bereits über 750 Zürcher Grossverbraucher wie der Zoo Zürich erfolgreich am Energie-Management der EnAW teil. Hans-Ulrich BigIer, Vizepräsident der EnAW, ist von dessen Engagement begeistert: «Biogas aus Tiermist, Wärme aus der Holzschnitzelheizung, Ökostrom, Fotovoltaik, Regenwasser, LED-Leuchten – der Zoo Zürich macht in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz tatsächlich alles richtig.» Der Zoo trage gemeinsam mit anderen Zürcher Unternehmen massgeblich dazu bei, dass die Schweiz ihre klimapolitischen Ziele erreiche. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 39 000 Tonnen CO2 haben die teilnehmenden Unternehmen des Kantons Zürich allein von 2013 bis 2018 kumuliert eingespart. Auch EnAW-Berater Pesenti ist stolz auf die Leistungen des Unternehmens: «Der Zoo Zürich ist ein Vorzeigeunternehmen. Es ist ein Privileg, Herrn Hohl mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.»

Die Universität St. Gallen betreibt Lehre und Forschung auf höchstem Niveau. Abschreiben kommt aber nicht infrage – erst recht nicht bei der energetischen Betriebsoptimierung, denn: Die traditionsreichen Gebäude auf dem Rosenberg stehen unter Denkmalschutz. Herkömmliche Lösungen können deshalb meist nicht übernommen werden. In Zusammenarbeit mit der EnAW meistert die HSG seit 2014 aber auch diese Prüfung mit summa cum laude.

Die Umstellung auf LED stellte aufgrund der denkmalgeschützten Gebäude an der Universität St. Gallen eine Knacknuss der besonderen Art dar.

Donnerstag, 10 Uhr. Der Pausengong erklingt, Studierende strömen aus den Hörsälen und steuern den nächstgelegenen Kaffeeautomaten an. Es herrscht ein normaler Semesterbetrieb an der Universität St. Gallen. Was 1898 als Handelsakademie seinen Anfang gefunden hat, ist heute eine renommierte und international vernetzte Universität mit 8600 Studierenden und 3200 Angestellten. Was wohl die Wenigsten zur Kenntnis nehmen: Die Lampen im Foyer, die während der Unterrichtszeit gedimmt sind, werden pünktlich zur Pause – wenn das Licht am meisten gebraucht wird – heller. Eine technische Massnahme, die Energie spart und die Studierenden betreffend Nachhaltigkeit sensibilisiert – ein Meisterstreich in Sachen Effizienzsteigerung also. Der Meister hinter dem Streich? Markus Steiner, stellvertretender Sicherheitsverantwortlicher und Leiter Bau und Technik. Er ist für den Betrieb aller Gebäude, das Energie-Management und für die ganze Haustechnik zuständig und wird dabei tatkräftig von der EnAW unterstützt. Er weiss: «Das Energie – Management ist eine Wissenschaft für sich.»

WIE AUS DEM LEHRBUCH

«Wie es das Lehrbuch der Betriebsoptimierung so schön sagt, beginnt man bei der Primärenergie», erklärt Steiner und erwähnt die Energieverteilung, die Lüftung und die Heizungsregelung. Das sei grundsätzlich eine einfache Rechnung, so der EnAW-Berater Thomas Sommer. Denn mit der Optimierung von Erzeugern reduziere man automatisch auch den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss. So wurde in Zusammenarbeit mit der EnAW alles bis ins kleinste Detail erfasst, sämtliches Einsparungspotenzial aufgeführt und diverse Massnahmen umgesetzt. Beispielhaft für die energetische Betriebsoptimierung ist die Wärmeerzeugung in der Sporthalle: Mittels Kaskadierung, dem optimalen Zusammenschalten zwischen Heizkessel und Wärmepumpe, konnte diese optimiert werden. «Hier haben wir mit relativ geringem Aufwand kostenmässig und energetisch sehr viel herausgeholt», konkretisiert der Energieverantwortliche. Das zeigen auch die Zahlen: Allein durch diese Optimierung spart die HSG in der Sporthalle zwei Drittel des Erdgasverbrauchs ein. Das entspricht jährlichen Einsparungen von 45 000 Kilowattstunden.

KEINE 0815-LÖSUNG

Aufwändiger gestaltete sich die ganzheitliche Umstellung auf LED, da das Gebäude, das seit 1963 auf dem Rosenberg oberhalb der Stadt thront, unter Denkmalschutz steht. «Es darf, überspitzt gesagt, kein Nagel in die Wand eingeschlagen werden, ohne dies mit den Denkmalschützern anzuschauen», so Steiner. Aus exakt diesem Grund können keine 0815-Lösungen realisiert werden. Das ruft nach Innovation und Fleissarbeit, denn ohne diverse Evaluationen und Testläufe vor der Umsetzung geht es nicht. In Nachteinsätzen hat das Team um Steiner während einiger Monate die rund 3500 Leuchten ausgetauscht, optimal eingestellt und so die gesamte Beleuchtung auf dem Campus auf LED umgerüstet, Spezialanfertigungen für die Bibliothek inklusive. Klingt einfacher, als es ist: Die Realisierung einer so grossen Massnahme unter erschwerten Bedingungen erfordere Know-how, Manpower, Zeit und Ressourcen. Und nicht nur das: «Ohne Begeisterung und Überzeugung kann man bei so grossen Projekten nicht mit Erfolg rechnen.» Gerechnet hat es sich aber allemal: Die Umstellung auf LED resultierte in einer Stromeinsparung von über 500 000 Kilowattstunden. Das entspricht über 20 Prozent des totalen Stromverbrauchs auf dem HSG-Campus und der durchschnittlichen Stromversorgung von 100 Einfamilienhäusern.

WISSENSQUELLE AUSTAUSCH

Nicht minder relevant für den Erfolg sind die Fördermittel von ProKilowatt, die den Austausch der Leuchtmittel erst wirtschaftlich machten. «Wir sind eine Wirtschaftsuniversität», so Steiner. Eine wirtschaftliche Betriebsoptimierung werde deshalb grossgeschrieben. Die beträchtlichen Einsparungen sind aber nicht zuletzt der Wirtschaftlichkeits-Kosten-Rechnung zuzuschreiben, welche Steiner bei jeder Massnahme durchführt. Dieses Engagement und die Kompetenz des Energieverantwortlichen weiss auch EnAW-Berater Sommer zu schätzen: Das Thema Energieeffizienz werde sehr kompetent und eigenverantwortlich gehandhabt. «Durch Betriebsoptimierungsmassnahmen, deren Wirkung durch Messungen plausibilisiert wurden, sowie durch das grossflächige Umstellen auf LED haben sie grosse Einsparungen erreicht», resümiert er. Die fruchtbare Zusammenarbeit wird auch vonseiten der Universität geschätzt. «Gerade wenn Formen der Betriebsblindheit auftreten, steht uns Herr Sommer mit Rat und Tat zur Seite», sagt Steiner. Er zeige auf, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen – eine Wissensquelle, die man auch in Zukunft nicht missen möchte.

Im Schweizer Biotech-Unternehmen Idorsia werden neuartige Arzneimittel erforscht. Innovationswille und Pioniergeist sind da selbstverständlich – auch wenn es ums hauseigene Energie-Management geht. Unterstützt und betreut wird Idorsia dabei von der EnAW.

Teamwork für mehr Effizienz: Henning Peters mit seinem Mitarbeitern Christian Huber und Peter Bösch (von rechts nach links).

Das Empfangsgebäude von Idorsia ist nicht zu übersehen: Das farbige Firmenlogo prangt meterhoch an der Fassade, nebenan ein imposant verschachtelter Glasbau der Stararchitekten Herzog & de Meuron. Wir sind bei Basel, genauer gesagt in Allschwil. Das Forschungsunternehmen Idorsia ist noch jung: Entstanden ist es 2017, als sich der Forschungs- und Entwicklungszweig der Actelion eigenständig machte. Heute zählt die Firma 750 Mitarbeitende in drei Ländern, Tendenz steigend. Einer von ihnen ist Henning Peters. Als ausgebildeter Architekt mit einem zusätzlichen Managementabschluss ist der gebürtige Freiburger heute bei Idorsia für die Immobilienentwicklung, das Facility-Management sowie für Gesundheitsschutz-, Sicherheits- und Umweltfragen verantwortlich. «Die meisten unserer Mitarbeitenden sind allerdings in der Forschung angestellt», erklärt er. Idorsia ist auf die Entdeckung und Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen spezialisiert: «In dem Bereich wollen wir eines der führenden Unternehmen in Europa werden», sagt Peters. Neuartige Arzneimittel sollen heute noch unbekannte Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, zum Beispiel bei der Behandlung von Schlaflosigkeit.

EIN EINGESPIELTES TEAM

Zum Hauptsitz von Idorsia gehören einige ältere, vor allem aber auch topmoderne Gebäude. Eine Herausforderung für Peters: «Die Infrastruktur musste erst einmal zusammenwachsen.» Seit den Anfangsjahren gut zusammengewachsen ist auch sein Team: Zusammen mit seinen Mitarbeitern, dem Teamleiter Betrieb Christian Huber und Peter Bösch, dem Teamleiter der Infrastruktur, kümmert er sich auch ums Energie-Management bei Idorsia. Huber überwacht aus seinem Büro unter anderem die Datenvisualisierung, die sämtliche Energieflüsse des Geländes in Echtzeit darstellt. Das sind zum Beispiel Stromflüsse, Lufttemperaturen oder Maschineneinstellungen. Huber: «Sobald etwas nicht stimmt, sehen wir das in diesem System. Wir können die Energieflüsse detailliert messen und beobachten – auch die Wirksamkeit unserer Sparmassnahmen lässt sich hier sofort ablesen.» Dazu beigetragen habe vor allem die gründliche Analyse, welche anfangs durchgeführt wurde, meint Peters: «Wenn man einmal alles so genau vor Augen hat, kann man erst richtig damit anfangen, gezielt zu optimieren.» Dazu gehören beispielsweise Feineinstellungen der Lüftungs- oder Heizanlagen. Mithilfe dieser Technik kann der Einsatz von Energieressourcen wie Strom oder Gas geplant und im Endeffekt reduziert werden. Dass sich das auszahlt, zeigen die Daten: Einzig durch optimierte Heiz-, Kühl- und Lüftungseinstellungen konnten im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Obwohl sie kein Produktionsbetrieb seien, haben Energiekosten in der Firma einen hohen Stellenwert, sagt Peters. «Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig, darauf sollen und wollen wir achten.»

MIT DABEI IM TEAM: DIE ENAW

Die passende Expertise holt sich das Idorsia-Team auch von aussen. Das Unternehmen hat sich zum Energie sparen verpflichtet und mit der Unterstützung der EnAW eine Universalzielvereinbarung mit dem Bund abgeschlossen. Damit ist das Unternehmen berechtigt, die jährlichen CO2-Abgaben zurückzufordern. Ein weiterer Vorteil: Im Kanton Basel-Landschaft wird gerade der Grossverbraucherartikel umgesetzt (siehe Infobox). Seit 2015 arbeitet Peters diesbezüglich mit EnAW-Berater Oliver Luder zusammen: «Mit der Zielvereinbarung in der Tasche ist die Idorsia optimal vorbereitet und erfüllt bereits sämtliche kantonale Detailvorschriften.» Den regelmässigen Austausch beschreibt Luder als eingespielt, zielgerichtet und kollegial. Auch Peters kann dem Prinzip der EnAW viel abgewinnen: Zuerst analysieren, dann visualisieren, entscheiden, umsetzen und überwachen – so arbeitet er selbst gerne. Die daraus resultierende Erfahrung findet er unersetzlich: «Mittlerweile wissen wir genau, in welche Richtung wir uns bewegen müssen.»

RESTE VERWERTEN

Eine definierte Massnahme war die Einführung des Energie-Monitorings. Eine weitere bezieht sich auf die Optimierung der hauseigenen Holzhackschnitzelheizung – das Herzstück der energieeffizienten Infrastruktur bei Idorsia. Die Verbrennung von Holzresten ist eine umweltfreundliche Alternative zu Ölheizungen. «Sobald diese Anlage optimal angepasst ist, kann die Idorsia in Allschwil hoffentlich bald ganz auf Heizöl verzichten», sagt EnAW-Berater Luder. Peters pflichtet bei: «Erstens wollen wir natürlich CO2 einsparen, das ist für uns ein toller Beitrag. Zweitens sparen wir mit der Umsetzung von wirtschaftlichen Massnahmen Ressourcen und damit auch Geld.» Zwei Fliegen mit einer Klappe oder wie Peters es formuliert: «Wenn unter dem Strich so viel dabei rauskommt, ist das für mich sehr befriedigend.»


UMSETZUNG DES GROSSVERBRAUCHERARTIKELS

Grossverbraucher sind Betriebsstätten mit einem jährlichen Wärmebedarf von mehr als 5 Gigawattstunden oder einem Elektrizitätsverbrauch von mehr als 0.5 Gigawattstunden. Gemäss kantonalem Energiegesetz können Grossverbraucher zu einer Verbrauchsanalyse und zur Realisierung von zumutbaren Massnahmen zur Verbrauchsoptimierung verpflichtet werden. Ist ein Unternehmen im Besitz einer mit der EnAW erarbeiteten Universalzielvereinbarung (UZV), werden die gesetzlichen Anforderungen für Grossverbraucher bereits erfüllt. Die UZV nimmt Rücksicht auf betriebliche Abläufe und ermöglicht es dem Unternehmen, die angestrebten Effizienzziele mit eigens für den Betrieb festgelegten Massnahmen zu erreichen.


Weitere Informationen

Mit einer Teilnahme bei der EnAW senken die Unternehmen im Kanton Wallis Ihre Energiekosten und sparen durch wirtschaftliche Massnahmen Geld. Die Unternehmen erfüllen mit ihrer Zielvereinbarung die Anforderungen von Bund und Kantonen unkompliziert und effizient und werden mit einem Rund-um-Service und modernen Tools verlässlich beraten.

Gezielte Datensammlung und ein Leitsystem für Pistenfahrzeugfahrer sorgen dafür, dass die Aletsch Bahnen AG weniger Strom, Diesel und Wasser benötigen.

Sparen Dank dem energetischen Fine-Tuning Energie und Kosten: Die Thermalquellen Brigerbad AG garantiert einen energieeffizienten Badespass.

DAS ZIEL? DER GIPFEL DER ENERGIEEFFIZIENZ – ALETSCH BAHNEN AG

36 Bergbahnanlagen führen in der Aletsch Arena zu Gipfeln, Aussichtspunkten und den Ferienorten Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp. Die Aletsch Bahnen AG unterhält Bergbahninfrastrukturen mit den zugehörigen Aktivitäten und Pisten. Ein ausgefeiltes Schneemanagementsystem hilft dabei, den Energieverbrauch im Winter zu reduzieren und Ressourcen zu sparen. Das zeigt Wirkung: Jährlich sparen die Bergbahnen so rund 136 000 Kilowattstunden für Strom und Diesel.

EIN ENERGIEEFFIZIENTES BADEERLEBNIS – THERMALQUELLEN BRIGERBAD AG

Die Thermalquellen Brigerbad AG ist eine Wohlfühloase sondergleichen. Die glücklichen Gesichter der Badegäste bestätigen: In Brigerbad hat man die Rezeptur für das einmalige Badeerlebnis perfektioniert – gemeinsam mit der EnAW auch in Sachen Energieeffizienz, denn: Das Thermalbad spart durch die Energieoptimierung nicht nur Kilowattstunden, sondern auch Schweizer Franken ein.

Aus der Verhaltensökonomie wissen wir: Die Motivation steigt, wenn wir die Wahl haben.

Bei der Umsetzung der Klimaziele schafft dieses Prinzip Spielraum. Unternehmen können wählen, wie sie ihr Ziel erreichen: Entweder verpflichten sie sich zur Steigerung der Energieeffizienz oder sie bezahlen die CO₂-Lenkungsabgabe und ändern nichts. Bis heute haben sich mehr als 4000 Unternehmen entschieden zu handeln. Sie haben über die EnAW eine verbindliche Zielvereinbarung mit dem Bund abgeschlossen, erreichen ihre Effizienzziele – immer unter der Bedingung «mit wirtschaftlichen Massnahmen» – und erhalten die Lenkungsabgabe zurück. Das aktuelle CO₂-Gesetz, das bis 2020 gilt, ermöglicht diese Wahl. Für die Zeit danach muss es revidiert werden – der parlamentarische Prozess läuft bereits intensiv.

Liebe Leserin, lieber Leser: Die Zeit drängt, um die Weichen für 2030 zu stellen. Heute wirkt die Kombination von Zielvereinbarung und Rückerstattung wie ein Energieschub – ein Kick, der die Effizienzsteigerung in den Unternehmen ins Rollen bringt. Wir von der EnAW, Umsetzungsorganisation der Wirtschaft, bleiben dran. Mit Energie und Zeit, mit Verlässlichkeit und Offenheit, mit Leidenschaft und Respekt stehen wir mit unseren 100 mandatierten Ingenieurinnen und Ingenieuren für eine bessere Ökobilanz und mehr Energieeffizienz ein – denn umweltfreundliches Wirtschaften zahlt sich aus, unabhängig von der Totalrevision des CO₂-Gesetzes.

Mit unserem Magazin «Fokus» möchten wir Ihnen Einblicke in unsere Arbeit geben, wie Klimaschutz ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig ist. Unser Fokusthema in diesem Jahr ist Energie und Zeit. Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre!

Rudolf Minsch, Präsident EnAW
Jacqueline Jakob, Geschäftsführerin EnAW