Vorwort
ERFOLGSSTORY:
Zielvereinbarungs-System
Die Grundidee hat sich seit Jahren bewährt: Unternehmen, die verbindliche Ziele vereinbaren, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, können die CO2-Lenkungsabgabe zurückfordern. Ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen lohnen sich also doppelt: durch die Rückerstattung der Abgabe und durch tiefere Energiekosten, welche durch die Realisierung der Massnahmen entstehen.
Das Zielvereinbarungs-System ist eine Win-Win-Erfolgsgeschichte. Es schafft den Spagat, dass die welthöchste CO2-Abgabe nicht zum Wettbewerbsnachteil wird, aber gleichzeitig profitiert die Umwelt, weil Unternehmen mit einer Zielvereinbarung mehr CO2 einsparen als vereinbart. Weil die Investitionen in den Umweltschutz sich schliesslich auch für die Unternehmen auszahlen, setzt das Zielvereinbarungs-System die richtigen Anreize zur CO2-Absenkung.
Der ökologische Erfolgsausweis des Zielvereinbarungs-Systems ist beeindruckend: In der ersten Periode konnten allein durch die EnAW-Unternehmen 1.3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden (Absenkpfad von 34 Prozentpunkten). In der zweiten Periode bis heute waren es nochmals 818 537 Tonnen CO2 (Absenkpfad von 18 Prozentpunkten). Die vom Bund vorgegebenen Ziele wurden in beiden Perioden übertroffen.
Eine CO2-Tonne wird über diese Anreizwirkungen für die betroffenen Unternehmen zudem viel effizienter eingespart, als wenn die Politik über allgemeine Subventionen im Giesskannenprinzip den CO2-Ausstoss reduzieren will. Bei Förderprogrammen können Mitnahmeeffekte auftreten, falls sie nicht auf die Gegebenheiten im Einzelfall Rücksicht nehmen. Beim Zielvereinbarungs-System hingegen wird vor Ort entschieden, welche Massnahmen für eine Unternehmung am besten sind, um eine CO2-Tonne möglichst kostensparend reduzieren zu können.
Ohne ein Zielvereinbarungs-System wären energieintensivere Unternehmen in der Schweiz nicht mehr international konkurrenzfähig. Wenn Produktionsstätten durch das Wegfallen der CO2-Lenkungsabgabebefreiung schliessen oder ins Ausland verschoben werden müssten, dient das vielleicht dem CO2-Ziel der Schweiz, aber (bei gleichbleibendem Konsum) sicherlich nicht dem Klima. Denn die Güter würden anderswo produziert werden – unter wahrscheinlich weniger günstigen Bedingungen für die Umwelt. Auch haben viele energieintensive Unternehmen eine wichtige Recycling-Funktion in der Schweiz. Der Transport des Recycling-Materials ins Ausland und der Rücktransport der Fertigprodukte in die Schweiz ergäben ökologisch wie ökonomisch wenig Sinn. Grundsätzlich sind energieeffiziente, kurze und geschlossene Kreisläufe anzustreben.
Das neue CO2-Gesetz (gültig ab 01.01.2025) gibt nun ein ambitiöseres Ziel vor: die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 möglichst ganz zu vermeiden. Mit den beiden ergänzenden EnAW-Angeboten für die Unternehmen, «Roadmap zur Dekarbonisierung» und «Ressourceneffizienz», stellen wir uns von der EnAW gerne auch dieser Herausforderung. Das Zielvereinbarungs-System bleibt für die Unternehmen als Einstieg, um ihre Energieeffizienz zu steigern und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, aber unabdingbar.
Rudolf Minsch
Präsident
Frank R. Ruepp
Geschäftsführer
Die wichtigsten Zahlen in Kürze
| ANZAHL TEILNEHMER PER ENDE JAHR | 2022 | 2023 | ||
| Energie-Modell | 3495 | 3567 | ||
| KMU-Modell | 1120 | 1112 | ||
| Transportprogramm | 54 | 74 | ||
| Monitoring Dritte | 11 | 11 | ||
| Total | 4680 | 4764 | ||
| Roadmap zur Dekarbonisierung | 23 | 37 | ||
| Ressourceneffizienz | 3 | 6 | ||
| CO2 (Tonnen) | Strom (MWh) | Gesamtenergie (MWh) | Geld (CHF*) | |
| KUMULIERTE MASSNAHMENWIRKUNG SEIT 2013, PER 2023 | ||||
| Energie-Modell | 773 180 | 1 920 559 | 4 666 405 | 908 000 000 |
| KMU-Modell | 45 357 | 151 155 | 337 387 | 67 000 000 |
| Total | 818 537 | 2 071 714 | 5 003 792 | 975 000 000 |
| EINSPARUNG DURCH IM JAHR 2023 REALISIERTE MASSNAHMEN | ||||
| Energie-Modell | 25 384 | 172 753 | 341 285 | 65 000 000 |
| KMU-Modell | 1 177 | 12 342 | 16 283 | 3 000 000 |
| Total | 26 561 | 185 095 | 357 568 | 68 000 000 |
| ENERGIEVERBRAUCH UND CO2-EMISSIONEN 2023 | ||||
| Energie-Modell | 3 444 389 | 13 282 890 | 32 511 246 | |
| KMU-Modell | 159 930 | 1 165 836 | 2 032 348 | |
| Total | 3 604 319 | 14 448 726 | 34 543 594 | |
* Es wird von durchschnittlichen Energiekosten von 20 Rappen pro Kilowattstunde ausgegangen (ohne Ökostrom). Aufgrund der steigenden Preise sind die Ersparnisse noch höher.