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«Wichtig ist, dass man versteht, dass es der individuelle Mensch ist, der die gewünschten Leistungen erbringt.»

Professor Thomas Fischer kennt sie alle: Die verschiedenen Charaktertypen, die die Menschen individuell unterscheiden. Der Ökonom, Rechtsanwalt, Kinderpsychopathologe und Ethiker hält seit acht Jahren Vorlesungen über Führungspsychologie und Konfliktmanagement. Dass er dabei modellbezogen und pragmatisch vorgeht, gefällt nicht nur den Teilnehmern seines Kurses, in dessen Rahmen EnAW-Berater in diesem Jahr dazulernen konnten, sondern auch den Teilnehmern der diesjährigen Fachtagung.

«Es ist heute wichtiger einen Menschen dazu zu befähigen und bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu betreuen als lediglich als Vorgabe- oder Kontrollinstanz zu fungieren.»

Herr Fischer, was ist der thematische Rahmen Ihres Referats?

In einer Zeit, in der es vermehrt um Leistungen geht, in der man häufig auf seine Funktion in der Arbeitswelt reduziert wird, in der immer alles schneller und erfolgreicher sein muss, geht der Mensch, der hinter dem Ganzen steht, häufig verloren. Die Individualisierung ist heute jedoch ein wichtiger Trend, der persönliche Lebenssituationen und Entwicklungen des Menschen berücksichtigt und die Befähigung und Betreuung derselben in den Fokus stellt.

 

Warum ist der Aspekt des individuellen Menschen heute so wichtig und inwiefern ist er für die EnAW relevant?

Wichtig ist, dass man versteht, dass es der individuelle Mensch ist, der die gewünschten Leistungen erbringt. Er es aber auch ist, der krank werden kann oder ein Burnout hat und nicht seine Funktion. Führungskräfte oder eben auch EnAW-Berater, die mit Menschen zu tun haben, müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie Menschen führen und beraten und nicht Organisationen oder Systeme wie früher.

 

Wie kann man diesen individuellen Menschen kennenlernen?

Es ist heute wichtiger einen Menschen dazu zu befähigen und bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu betreuen als lediglich als Vorgabe- oder Kontrollinstanz zu fungieren. Die Ingenieure oder Fachleute sind heute gut ausgebildet. Was ihnen allerdings fehlt, ist ein fundiertes Wissen über den Menschen. Als EnAW-Berater hat man es häufig mit Menschen zu tun, denen man gewisse Dinge vermitteln möchte. Dazu muss man sein Gegenüber verstehen und lernen zu deuten, welche Bedürfnisse dieser Mensch hat und warum er so handelt wie er es tut. Verschiedene Faktoren wie die Sinnhaftigkeit jedes Menschen, die Generation, der Persönlichkeitstyp oder die individuelle Vulnerabilität, also Verletzlichkeit beziehungsweise Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit, helfen einem dabei, das «innere Erleben» eines Menschen zu verstehen, das sich in seinem «äusseren Verhalten» ausdrückt.

 

Was sind das für verschiedene Persönlichkeitstypen?

Grundsätzlich unterscheidet man vier Typen: Enthusiast, Integrator, Analytiker und Macher. Sie alle haben ein verschiedenes «inneres Erleben», «äusseres Verhalten», Grundbedürfnisse, Probleme sowie Kommunikations- und Konfliktverhalten. Es ist wichtig, dass Personen zunächst ihren eigenen Charaktertyp kennenlernen, um das eigene Verhalten im Umgang mit den anderen Charakteren zu analysieren und zu verbessern lernen. Letztlich geht es darum, dass eine moderne Fach- oder Führungskraft die eigene Persönlichkeit stetig und systematisch weiterentwickelt, sodass die zu vermittelnden Botschaften individuell und persönlichkeitsspezifisch kommuniziert werden können.

 

Zur Person

Professor Thomas Fischer ist Ökonom, Rechtsanwalt, Kinderpsychopathologe, Ethiker und Lehrbeauftragter für Führungspsychologie, Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz.