×

Rechnen Sie selbst!

Berechnen Sie die Vorteile Ihrer Teilnahme.

×

Am Montag wieder für Sie da:
Jacqueline Jakob

Die EnAW kontaktieren (overlay)

Oder kontaktieren Sie uns einfach telefonisch:
+41 44 421 34 45

Sending
20181106094644 Jacqueline Jakob Freigestellt

«Nachhaltig ist ein Projekt nur dann, wenn es auch ökonomisch sinnvoll ist.»

Zwischen Big Mac, Pommes und grüner Energie: Seit sechs Jahren ist Heinz Hänni der Umweltverantwortliche von McDonald’s Schweiz. Zu den Kernaufgaben des studierten Geographen gehören Themen wie Energiepolitik, Recycling und Littering. Tag für Tag stellt er sich der Herausforderung, die 165 Schweizer Restaurants energetisch und ökologisch fit zu machen.

McDonald’s arbeitet seit vielen Jahren mit der EnAW zusammen.

Herr Hänni, worin liegt die grösste Herausforderung bei der Umsetzung von Umweltmassnahmen bei McDonald’s?

Wir sind ein Unternehmen mit 165 Restaurants in der Schweiz. Mehr als zwei Drittel davon werden von Lizenznehmern geführt. Wenn also Umweltmassnahmen durchgesetzt werden sollen, versucht man diese, wo immer sinnvoll, über alle Restaurants auszurollen. Dazu muss auch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wir versuchen daher immer möglichst viele Entscheide gemeinsam mit der Company, den Lizenznehmern und den Lieferanten zu fällen. So sind diese breit abgestützt und werden vom gesamten System getragen.

 

Haben Sie ein Beispiel für eine solche Umweltmassnahme?

Ich denke da besonders an die Überzeugungsarbeit, die wir zum Thema Schweizer Wasserstrom leisten konnten. Wir haben beschlossen, dass wir einen Teil der Einsparungen, die wir mit dem Einkauf des Stroms vom freien Markt erreichen, in den Herkunftsnachweis «Schweizer Wasserstrom» reinvestieren möchten. Seit 2010 setzen wir zu 100 Prozent auf Strom aus Schweizer Wasserkraft. Unsere Pommes und Burger werden also mit einheimischer, erneuerbarer Energie hergestellt. Ausserdem arbeiten wir momentan daran, dass die Küchensysteme nach und nach ausgetauscht werden. Bisher wurden die Burger jeweils vorproduziert und ein paar Minuten warmgehalten — ein relativ energieaufwändiger Prozess. Neu wird mit der frischen Zubereitung erst begonnen, wenn der Gast seine Bestellung aufgegeben hat.

Die Umstellung auf LED ist für uns bei jedem Restaurant, das auf den neusten Stand gebracht wird, Standard. Massnahmen, die sich rechnen, setzen wir um. Nachhaltigkeit ist relevant. Aber nachhaltig ist ein Projekt auch nur, wenn es sich ökonomisch rechnet.

 

Wie sieht Ihr Energie-Management auch in Zusammenarbeit mit der EnAW aus?

McDonald’s arbeitet seit vielen Jahren mit der EnAW zusammen. Die McDonald’s Restaurants der Stadt Zürich beispielsweise sind Teilnehmer des KMU-Modells der EnAW und profitieren dabei gleichzeitig von der ewz-Vergünstigung auf den Strompreis. Mit EnAW-Berater Matthias Zemp stehen wir in einem regen Austausch. Wir schätzen den kompetenten Austausch mit einem externen Ansprechpartner sehr.

Die Energiestrategie von McDonald’s reicht dabei allerdings noch tiefer. Eine hohe Energieeffizienz stellen wir mit dem System «McEnergy» sicher. Dieses besteht aus drei Teilbereichen: Aus einem Tool, welches jedem Restaurant täglich Verbrauchsgrafiken vom Vortag und von Referenztagen der vorherigen Woche liefert. Damit kann sich jedes Restaurant individuell in der Verbrauchskurve wiederfinden. Als zweites gibt es einen Einschaltplan, der sicherstellt, dass jedes Restaurant am Morgen möglichst energieeffizient raufgefahren wird, beziehungsweise, dass alle Geräte gestaffelt in Betrieb gesetzt werden. Sogenannte Energy-Flashs setzen zusätzliche Schwerpunkte, mit denen die Restaurants auf ganz spezifische Themen, wie zum Beispiel die Kühlräume, die Heizungseinstellungen oder die Lüftung sensibilisiert werden.

 

Inwiefern werden die Mitarbeitenden dabei miteinbezogen?

«Selbstmanagement» ist bei McEnergy das Stichwort. Ziel ist es, den Mitarbeitenden Kompetenzen bereitzustellen, sodass diese ihr Energiemanagement weitestgehend eigenständig regeln können. Mit den Verbrauchsgrafiken entsteht ein Lerneffekt. Ausserdem gibt es im Rahmen des Innovationssystems «McGreen» in jedem Restaurant einen Umweltverantwortlichen. Diese werden regelmässig geschult und erhalten zusätzliche Informationen wie zum Beispiel den «Energyflash».

Durch die jährliche Verleihung des «McGreen-Awards» an die drei Umwelteffizientesten Restaurants fördern wir zudem den sportlichen Wettbewerb zwischen den Restaurants.

 

Was tut McDonald’s Schweiz allgemein für die Umwelt?

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist bei McDonald’s quasi von der «Wiege bis zur Bahre» in die Abläufe und Prozesse integriert. Das beginnt bereits bei den Bauern. Diese müssen nachweisen, dass sie gewisse Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Unsere Lieferanten werden regelmässig betreffend ihrer Umweltperformance zu Themen wie Energie, CO2, Wasser und Abfall bewertet. Bei Bedarf werden Massnahmenpläne vereinbart. 80 Prozent unserer Lebensmittel beziehen wir von Schweizer Lieferanten – so kommt beispielsweise das Rindfleisch seit dem ersten Tag vom Schweizer Lieferanten Bell. Bei der Logistik setzen wir – wo immer sinnvoll – auf die Bahn. Für kürzere Distanzen setzen wir auf Lastwagen und möglichst umweltfreundliche Treibstoffe. So fährt unsere Logistikflotte im Schnitt über 30 Prozent mit Biodiesel – hergestellt aus unserem alten Frittieröl. Aus den Speiseabfällen produzieren wir Biogas, das auch in unseren drei Biogas-LKWs zum Einsatz kommt. Ausserdem arbeiten wir stets daran, unsere Verpackungen rezyklierbar herzustellen. Sie bestehen bis zu 91 Prozent aus Papier und Karton und somit aus Materialien, die wieder nachwachsen können. Die Reduktion des CO2-Ausstosses gehört ebenfalls zu unseren Zielen. Im Vergleich zum Jahr 2009 haben wir bis 2014 unseren CO2-Ausstoss um 38 Prozent reduziert.

 

Zur Person

Studiert hat er Geografie. Danach arbeitete er acht Jahre beim Bundesamt für Landwirtschaft und war dann fünf Jahre beim Schweizerischen Bauernverband für die Umwelt- und Energiepolitik zuständig. Seit sechs Jahren ist Hänni Environment Manager von den 165 Restaurants, die zu McDonald’s Schweiz gehören. Seine Hauptaufgaben reichen dabei von allen Umweltfragen, über Nachhaltigkeitsberichterstattungen, Energiepolitik, Recycling bis hin zum Littering.

McDonald’s Schweiz

Seit 40 Jahren bietet McDonald’s in der Schweiz «Good Food Fast». McDonald’s ist in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein stark lokal verankert – dank der 165 Restaurants, die zu zwei Dritteln von Lizenznehmerinnen und Lizenznehmern als selbständige Unternehmen geführt werden, sowie durch die 7200 Mitarbeitenden. Heute bewirtet McDonald’s täglich rund 275000 Gäste.