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20181106094644 Jacqueline Jakob Freigestellt

Lenkung und Befreiung sind das Beste

Die 14. Fachtagung der EnAW im Zürcher World Trade Center stand ganz im Zeichen der Zukunft. Persönlichkeiten aus Forschung und Praxis präsentierten vor über 300 Gästen ihre Rezepte, mit denen die Energieeffizienz der Schweizer Wirtschaft auch in Zukunft gesteigert werden kann. Unisono war klar, dass Unternehmen nur mit Belohnungen und nicht mit Strafen motiviert werden können. Und das neben einer sauberen Analyse ab und zu ein wenig Tüfteln dem Erfolg auch zweckdienlich ist.

Referent Dr. Christoph Frei, Generalsekretär des World Energy Council, konnte den EnAW-Teilnehmern sowie den anwesenden EnAW-Moderatoren und Vertretern von Behörden gleich zu Beginn der Veranstaltung eine freudige Nachricht überbringen. Im gleichentags veröffentlichten Energy Trilemma Index des World Energy Councils belegt die Schweiz mit einem Triple A Rating den ersten Platz – und ist somit Energieeffizienzweltmeister 2015.

 

Schweizer Ansatz funktioniert

Grund genug für Urs Gredig, der durch die Veranstaltung führte, den Präsidenten der EnAW, Prof. Dr. Rudolf Minsch, dem Publikum als Jogi Löw der Energieeffizienz vorzustellen. Auf seine zweieinhalb Jahre als Präsident blickt Minsch mit Genugtuung zurück. Die EnAW verfüge über eine gute Reputation und gewinne auch in der neuen Konkurrenzsituation dank ihrer langjährigen Erfahrung und einem hochmotivierten Team immer mehr Teilnehmerfirmen. Das bestehende System von Lenkung und Befreiung im Rahmen des CO2-Gesetzes, so Minsch, sei das Beste für Wirtschaft und Umwelt. Im Gespräch mit Gredig verglich Minsch den Erfolg des Systems mit einem Einfränkler, den man in einen Einkaufswagen steckt. Dieser motiviere Einkäufer beziehungsweise Unternehmen, den Wagen wieder zu retournieren. Ohne den Einfränkler wäre eine weit höhere Busse notwendig, um den gleichen Effekt zu erzielen. Mahnende Worte fand Minsch mit Blick auf die internationale Entwicklung. Das Schweizer Lenkungsmodell sei zwar auf dem Papier das Beste. Es könne aber nur funktionieren, wenn der internationale Abstand nicht zu gross werde, schliesslich sei die Schweizer CO2-Abgabe bereits heute die höchste der Welt.

 

Silos sind keine Lösung

Fenaco-CEO Dr. Martin Keller zeigte in seinem Referat im Anschluss auf, wie im genossenschaftlich organisierten Unternehmen mit knapp 10 000 Mitarbeitenden Nachhaltigkeit erfolgreich in der Praxis umgesetzt wird. In den kommenden zehn Jahren wird das Unternehmen seine Energieeffizienz jährlich um 1.5 Prozent steigern. Wichtig für den Erfolg, so Keller, sei die direkte Einbindung der Thematik in den einzelnen Organisationseinheiten. Der Aufbau eines losgelösten «Silo-Teams Nachhaltigkeit», in Anspielung auf die landschaftsprägenden Getreidesilos des Unternehmens, sei nicht die Lösung.

 

Von der Beleuchtung bis zur Wärmepumpe

Im Anschluss an den Plenumsteil bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in sechs verschiedenen Fachbereichen – vom optimalen Einsatz einer Wärmepumpe bis hin zur richtigen Priorisierung von Massnahmen in der Praxis – weiterzubilden. Interessante Fakten bot Raphael Wicky, seines Zeichens auch Energiebeauftragter des UniversitätsSpitals Zürich, im Bereich der Beleuchtungstechnik. Machte der Anteil von Beleuchtungen am jährlichen Stromverbrauch der Schweiz 2010 14 Prozent aus, so seien es 2014 noch 12 Prozent gewesen. Zurückzuführen sei dies eindeutig auf LED. Dem rigorosen Einsparungspotenzial von LED würden bereits in der nahen Zukunft keine Nachteile mehr gegenüberstehen.


Fristerstreckung für die Gegenwart?

Mit den Worten «Es schlägt die Stunde des Laien» stellte sich Dr. Ludwig Hasler dem Publikum in seinem abschliessenden Referat vor. Der Publizist und Philosoph stellte fest, dass es Schweizern so gut gehe in der Gegenwart, dass sie sich keine Zukunft, sondern eine Fristerstreckung der Gegenwart wünschten. Die Energiewende sei in dieser Hinsicht kein technologisches, sondern ein Mentalitätsproblem. Energiewende ja, aber Hochspannungsmasten in meinem Tal? Das lieber nicht! Diese Form der Energiewende im Liegestuhl könne es nicht geben. Etwas riskieren, aber auch Scheitern, sei für eine erfolgreiche Zukunft unabdingbar. Schliesslich mache erst die Unermüdlichkeit eines Sisyphos das Leben überhaupt lebenswert.

 

Fachtagung 2016

Weniger fern in der Zukunft findet bereits die 15. Fachtagung der EnAW statt: Am 10. November 2016 bietet sich im Basler Congress Center die nächste Gelegenheit für den Gedankenaustausch.

Randnotizen zu…

Fussball in aller Munde

Keine Vision müsse der neue FIFA-Präsident haben. Schlicht integer zu sein, genüge heute, monierte Philosoph Ludwig Hasler. Moderator Urs Gredig wiederum ernannte EnAW-Präsidenten Rudolf Minsch zum Jogi Löw der Energieeffizienz und EnAW-Geschäftsführer Armin Eberle zu seinem Captain. Bei dieser grossen Fussballbegeisterung scheint es kein schlechtes Omen zu sein, dass die nächste Fachtagung in Basel stattfinden wird.