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MIGROS NEUENBURG-FREIBURG: M WIE MEHR ENERGIEEFFIZIENZ

Seit 2011 verfolgt die Migros ein Nachhaltigkeitsprogramm mit strengen Zielen hinsichtlich Energie und CO2-Emissionen. Innerhalb der Genossenschaft Neuenburg-Freiburg ist die Dynamik des Programms gut spürbar: Die Zahl der Mitarbeitenden, die sich auf Energie- und Umweltfragen spezialisiert haben, nimmt zu – genauso wie die Energieeffizienz.

Kleiner Einsatz, grosse Wirkung: In immer mehr Migros-Filialen, hier in Granges-Paccot Centre, beflügelt ein Ejektor, ein revolutionäres Gerät, die Energiebilanz der Kompressoren im Kältekreislauf.

2010 beschloss die Migros, für ihre Verteilzentren, Produktionsbetriebe und Filialen das Nachhaltigkeitsprogramm Generation M einzuführen. Damit sollen bis 2020 verschiedene Ziele im Energiebereich erreicht werden: Der Stromverbrauch des Konzerns soll, im Vergleich zu 2010, insgesamt um zehn Prozent gesenkt werden, die CO2-Emissionen gar um 20 Prozent. 2016 wurde das Programm im Rahmen des «Watt d’Or» mit einem Sonderpreis vom Bundesamt für Energie in der Kategorie Unternehmensstrategie ausgezeichnet. Im Gespräch mit den Ingenieuren Cédric Charrière und Stéphane Pasche des Teams Energie der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg sind die neue Energiekultur und der Stolz über das Geleistete deutlich spürbar. «Ziele und Richtlinien werden national vorgegeben, aber wir interpretieren sie lokal mit Lösungen, die optimal auf den Einzelfall abgestimmt sind», erklärt Charrière. Hilfe holen sich die beiden Ingenieure dafür bei der EnAW. Zwischen Freiburg und Neuenburg werden 46 Migros-Filialen vom Verteilzentrum in Marin (NE) beliefert. Zusammen weisen die Filialen mit insgesamt 70 000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 3.4 Kilometer Tiefkühlanlagen einen Gesamtstromverbrauch von 25 Gigawattstunden pro Jahr auf. Bei jedem Neubau stehen die besten Energieoptionen im Fokus und jede Renovation – die in Abständen von 20 bis 25 Jahren stattfindet – ermöglicht Effizienzgewinne.

 

MASSNAHMEN ZAHLEN SICH AUS

Das 2016 eröffnete Granges-Paccot Centre, in dem wir unser Gespräch führen, wurde ursprünglich nicht als Einkaufszentrum erbaut. Als beschlossen wurde, dass auch die Migros eine Verkaufsfläche erhalten soll, mussten zunächst die energetischen Anforderungen der Migros sichergestellt werden. «Dazu gehören eine effiziente Beleuchtung, gewerbliche Kälteanlagen, perfekt bemessene Heizungen und Lüftungen, geschlossene Systeme für die Energierückgewinnung und, wenn immer möglich, die Nutzung von erneuerbaren Energien», fasst Pasche zusammen. In einer Migros-Filiale fallen jährlich insgesamt rund 4400 Stunden an künstlicher Beleuchtung an. Erwartet wird in diesem Bereich jeweils eine Einsparung von 50 Prozent. Lokal können die Umstellung auf LED, die Reduktion von Beleuchtungskörpern und der Einsatz von Bewegungsmeldern und Schaltuhren aber gar Einsparungen von 70 Prozent bewirken. «Diese Massnahmen sind im Allgemeinen nach vier Jahren amortisiert. Für die Standorte, bei denen das nicht der Fall ist, haben wir mit dem Programm EFFIZIENZ+ der EnAW auf Anraten unseres EnAW-Beraters Daniel Wenger an Auktionen von ProKilowatt teilgenommen.» ProKilowatt unterstützt vor allem die Erneuerung von 2.5 Kilometern Beleuchtungskörpern in der Verteilzentrale Marin, da der Payback hier etwa sieben bis acht Jahre beträgt. Diese Beleuchtung läuft 22 Stunden am Tag und 8000 Stunden pro Jahr.

 

DIE KÄLTE – EIN BRENNPUNKT!

Werden die Lebensmittel durch die gewerblichen Kälteanlagen um ein Grad Celsius weniger gekühlt, werden damit 2.5 Prozent Energie eingespart. Bis 2020 sollte auch dieser Bereich im Vergleich zu 2010 insgesamt um über die Hälfte weniger verbrauchen. «Der standardmässige Jahresverbrauch der Kühlräume, der in Kilowattstunden pro Laufmeter Kühlanlage gemessen wird, betrug vor Kurzem noch 6000 Kilowattstunden pro Meter», erklärt Charrière. «Bei neueren Anlagen liegt der Durchschnittswert heute bei 2200 Kilowattstunden pro Meter. Je nach Verkaufsfläche liegen unsere Zielwerte sogar darunter. In Granges-Paccot sind wir bei 1400 Kilowattstunden pro Meter.» Das ist das Ergebnis von mehrheitlich geschlossenen Kühlmöbeln, aber auch von einer revolutionären Technologie. 2013 wurde in Bulle (FR) in einem nach Minergie-Standard renovierten Einkaufszentrum ein CO2-Kühlkonzept getestet. Dieses ergab eine Effizienzsteigerung von 15 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen CO2-Anlage. Das entspricht jährlichen Einsparungen von 60 000 Kilowattstunden. Wie es funktioniert? Das CO2 im Kreislauf wird phasenweise komprimiert und wieder dekomprimiert. Bei der Komprimierung wird Energie benötigt und die Dekomprimierung setzt Energie frei, die früher nicht zurückgewonnen wurde. Mithilfe eines kleinen Geräts, das Ejektor genannt wird, wird die Energie nun zurückgewonnen. Das Ganze bringt zwei Vorteile: Die Energiebilanz wird verbessert und die Kompressoren werden entlastet. Diese Weltneuheit wurde im Rahmen eines Projekts mit mehreren Partnern, bei dem die Migros Bauherrin war, von einem Freiburger Ingenieurbüro entwickelt. Die Migros setzt dieses Gerät nun in immer mehr Filialen ein, unter anderem in Granges-Paccot Centre. Trotz der Entlastung durch die Ejektoren setzen die Kompressoren noch genügend Wärme frei. Wärme, die zurückgewonnen wird, um eine Migros-Filiale oder sogar gemeinsam genutzte Räumlichkeiten und Geschäfte von anderen zu heizen. «In Granges-Paccot konnte 2016 dank der zurückgewonnenen Wärme auf eine unterstützende Heizung verzichtet werden. In diesem Fall auf die lokale Fernwärme, die auf einem Mix mit mehrheitlich Holz basiert», freut sich Pasche. Für die künftige Migros-Filiale in Flamatt wird eine Wärmepumpe in Kontakt mit dem Grundwasser die Zusatzheizung gewährleisten, die mit Strom aus Fotovoltaikmodulen betrieben wird. Energieeffizienz wird immer häufiger virtuell gesteigert. Die Energieinfrastrukturen der 46 Filialen der Genossenschaft NE-FR und das Verteilzentrum werden heute computergesteuert aus der Ferne überwacht und liefern grosse Mengen an wertvollen Daten, die weitere Sparpotenziale aufdecken. Auf zur Generation M 2.0?

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