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20181106094644 Jacqueline Jakob Freigestellt

Klimaschutz zwischen Wirtschaft, Politik und Technik

Klimagipfel in Bonn, Fachtagung der EnAW in Bern. Fazit des gestrigen Tages: Klima und Energie bleiben zentrale Themen auf der Agenda. Während Bonn die Zukunft der Menschheit auf unserem Planeten verhandelt, haben sich die 300 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik vor malerischer Kulisse im Kursaal Bern über die Umsetzung von Klimaschutz und Energieeffizienz in der Schweiz ausgetauscht.

Nebst anschaulichen Tipps aus der Unternehmenspraxis wurde an der diesjährigen Fachtagung der EnAW klar: Die Schweiz spielt in Sachen Energieeffizienz der Wirtschaft in der ersten Liga. Zur Halbzeit der laufenden CO2-Gesetzperiode ist bei der CO2-Intensität das Ziel schon erreicht. Damit das auch in Zukunft so rund laufen kann, so der allgemeine Tenor, müsse die Umsetzung der Gesetzgebung schlank bleiben, die Möglichkeit der Rückerstattungen ausgedehnt, und das Prinzip der Freiwilligkeit aufrechterhalten werden.

 

Dem Klimawandel mit «Grips und Geld» begegnen

Dr. Suzanne Thoma, CEO der BKW eröffnete den Tag mit einem überzeugenden Plädoyer für Investitionen in eine Modernisierung der Infrastruktur, um den extremen Wetterverhältnissen durch den Klimawandel zu begegnen und dadurch den urbanen Lebensraum zu erhalten. Sie identifizierte Anpassungsbedarf in den Bereichen Gebäude, Infrastruktur, Wasserregulierung und Hochwasserschutz sowie Standortwechseln bei Risikolagen. Um der Natur den Lebensraum abzuringen braucht es eine Kombination aus «Grips und Geld». Nicht zuletzt durch funktionierende Public-Private-Partnerships, sei die Schweiz auf einem guten Weg, den Klimawandel zumindest in einem konstanten Zustand zu halten, so Thoma. Prof. Matthias Sulzer von der Empa erklärte anschliessend, welchen Beitrag dezentrale Energiesysteme an die Energiewende leisten können.

 

Verantwortungsvolle Energiepolitik: Eine Kombination von Zielvereinbarung und Lenkungsabgabe

Für alle, die es nicht wussten, klärte der Verhaltensökonom Gerhard Fehr auf, dass Energie ein sogenanntes «No-Good» ist. Was das heisst: Keiner bemerkt, dass es sie gibt, ausser sie gibt es nicht mehr. Diese Tatsache erfordert eine spezielle Regulierung. Für die Umsetzung der Klimapolitik in der Schweiz empfahl er an die Adresse der Politik eine Kombination aus Zielvereinbarung und Lenkungsabgabe. Auf dem Podium wurde die Diskussion um eine verantwortungsvolle Energiepolitik fortgeführt. Rudolf Minsch, Präsident der EnAW ist überzeugt: Zielvereinbarungen bringen der Schweiz einen Wettbewerbsvorteil. Minsch attestiert den Zielvereinbarungen auch für die zukünftige Gestaltung der Energiepolitik ein grosses Potenzial und was bei der Industrie funktioniert, kann in Zukunft auch in anderen Bereichen, wie der Mobilität und dem Housing seine Wirkung entfalten. Bei Andrea Burkhardt, Leiterin Abteilung Klima, beim Bundesamt für Umwelt finden die Anliegen der Wirtschaft Gehör. Die Klimapolitik der Zukunft soll für alle umsetzenden Akteure möglichst einfach und ohne grossen administrativen Aufwand umgesetzt werden können. So bleibt auch dieses Erfolgsmodell der Schweiz erhalten und kann weiterhin nach aussen getragen werden, befand Nationalrat Dr. Stefan Müller-Altermatt, Präsident der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates.

 

Energetische Win-Win-Situationen

Gestärkt vom Mittagessen hatten die über 300 Teilnehmer die Möglichkeit, vertiefte Einblicke in die Umsetzungspraxis der Unternehmen zu gewinnen. Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme der Empa, erklärte anschaulich, wie der Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie im Mobilitätsbereich einfach umzusetzen ist.

Martin Stalder, Ingenieur für Energietechnik, hat bei den von der Universität Zürich genutzten Bauten den Blick durch die «Energieeffizienz-Brille». Er erklärte, wie er auf der Basis der Analyse des Wirkungsgrads, der Regeltechnik, des Benutzerverhaltens und der Abwärmenutzung Betriebsoptimierungspotenziale schnell erkennt und anschliessend die nötigen Energieeffizienzmassnahmen umsetzt. Joachim Ködel stellte aus dem Programm «Thermische Netze» der HSLU erfolgreiche Projekte wie das «Genève Lac Nations» vor. Rolf Gloor, Inhaber der energie.ch, zeigte mit seinen Kompressoren Zusammenhänge aus dem Kurs «Energieeffiziente Druckluft» auf. Marc Kurt von der Brönnimann Industrielackierwerke AG und Marco Blum von der Vogt-Schild Druck AG, berichteten wie die Abwärme aus dem Druckprozess auch für den Nachbarn nutzbar gemacht werden kann. Eine ähnlich energetische profitable Nachbarschaftssituation pflegen die Swatch AG und die Omega SA. Ernst Abt und Philipp Klingler veranschaulichten, wie sich die beiden Unternehmen auf dem gemeinsam genutzten Areal in Biel eine saisonale Erdwärmespeicherung zu Nutze machen und einzigartige, mit Mikroinvertern ausgerüstete, Photovoltaikanlagen betreiben.

Parallel dazu beantworteten Simone von Felten vom Bundesamts für Umwelt und Andreas Scheidegger vom Bundesamt für Energie alle Fragen der Teilnehmer rund um die rechtlichen Entwicklungen und Neuerungen zur Klimapolitik nach 2020.

 

Energieeffizientes Gebräu

Aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Kursaals berichtete Pascal Meier vom Energie-Management der Felsensau AG. Die Familienbrauerei hat dank der Zusammenarbeit mit der EnAW und im Rahmen der Energievereinigung Bier viel erreicht. In neun Jahren wurde der Gesamtenergieverbrauch pro Hektoliter um gut die Hälfte reduziert. Heute liegt die Felsenau AG mit ihrem Energieverbrauch deutlich unter dem Durchschnitt ihrer Mitbewerber in der Energievereinigung Bier.
Auch in diesem Jahr moderierte Urs Gredig mit unterhaltsamen Anekdoten, cleveren Fragen und einem Gespür für das Wesentliche und verlieh der 16. EnAW-Fachtagung damit das gewisse Extra. Apropos Bier: Nach dem musikalischen Abschluss des Chansonniers und Troubadour Oli Kehrli gab es das Felsenau-Bier auch beim anschliessenden Apéro.

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