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20181106090711 Dominique Schaad Freigestellt

«In unseren Betrieben steckt noch viel Potenzial»

Die fenaco Genossenschaft setzt für knapp 200 Standorte auf die EnAW und möchte in den nächsten zehn Jahren ihre Energieeffizienz um jährlich 1.5 Prozent steigern. Wie dies gelingen wird, erklärt fenaco-CEO und Fachtagungsreferent Martin Keller im Interview.

Lenkt seit 2012 die Geschicke der fenaco Genossenschaft: Dr. Martin Keller

In den kommenden 10 Jahren soll die Energieeffizienz um jährlich 1.5 Prozent gesteigert werden

Mit dem Projekt «Fit für die Zukunft» möchte die fenaco Genossenschaft ihre Energieeffizienz steigern. Sind Sie auf Kurs?

Mit «Fit für die Zukunft» hat sich die fenaco Genossenschaft zum Ziel gesetzt, in den nächsten zehn Jahren die Energieeffizienz um jährlich 1.5 Prozent zu steigern. Nach den ersten beiden Jahren können wir sagen: Ja, wir sind gut unterwegs.

 

Welche erwähnenswerten Massnahmen bezüglich Energieeffizienz wurden in den letzten Jahren in Ihren Betrieben umgesetzt?

2014 haben wir die Konzentrationsanlage für Obstsäfte bei der RAMSEIER Suisse AG in Sursee ersetzt. Dies bedeutet eine CO2-Reduktion von 294 Tonnen und eine Energieeinsparung von rund 1160 Megawattstunden – dies entspricht etwa dem Energieverbrauch von rund 370 Haushalten. Weiter haben wir 2012 und 2013 Werke der UFA AG saniert. Mit einer Wärmerückgewinnung und einem Eisspeicher konnten wir die Energiekosten um rund 40 Prozent senken. Schliesslich möchte ich erwähnen, dass das 2013 in Betrieb genommene Leistungszentrum für Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in Bätterkinden den Minergie-Standard erfüllt. Dies ist meines Wissens bisher einzigartig.

 

Die Energieeffizienz kann man nicht nur in den Betrieben, sondern auch unterwegs steigern. Auf welche Massnahmen setzen sie dabei?

Die fenaco besitzt mehrere Testfahrzeuge mit Hybridtechnologie. Seit Oktober dieses Jahres unterstützen wir zudem den Erwerb von Geschäftsfahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen. Ein weiteres Beispiel ist unsere Logistikgesellschaft TRAVECO Transporte AG. Sie hat im vergangenen Jahr FleetBoard eingeführt, ein Telematik-System, mit dem die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeugflotte gesteigert werden kann. Dank diesem System reduzierte TRAVECO den Treibstoffverbrauch um 400 000 Liter pro Jahr. Damit könnte ein durchschnittlicher Personenwagen ganze 138 Mal die Erde umrunden.

 

Im Rahmen von AgroCleanTech unterstützen Sie auch Landwirte bei Energieeffizienzprojekten. Was erhoffen Sie sich von diesem Engagement?

Durch die Energiestrategie 2050 des Bundes werden sich die Rahmenbedingungen in den Bereichen Energie und Klima mittelfristig auch für die Landwirtschaft verändern. Wir möchten auch hier unsere Verantwortung wahrnehmen und unseren Mitgliedern Hand bieten. Die fenaco engagiert sich seit 2012 für das AgroCleanTech Netzwerk. Hier geht es darum, in der Landwirtschaft Energie zu sparen, die wirtschaftliche Nutzung von erneuerbaren Energien zu fördern und möglichst klimaschonend Nahrungsmittel zu produzieren.

 

Die fenaco Genossenschaft verpflichtet sich mit einer verbindlichen Zielvereinbarung mit der EnAW dazu, ihren CO2-Ausstoss bis 2020 um 15 Prozent zu reduzieren. Wie werden Sie dieses ambitionierte Ziel erreichen?

Die fenaco schloss in den Bereichen Lebensmittel- und Futtermittelproduktion, mit den nationalen Verteilzentralen und den LANDI mit Getreidetrocknungsanlagen für insgesamt rund 90 Standorten Zielvereinbarungen ab. Gewisse Einheiten haben bereits vor Jahren Reduktionsziele vereinbart, von diesen positiven Erfahrungen können wir nun gruppenweit profitieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir die gesteckten Ziele erreichen werden.

 

Welchen Mehrwert bietet die EnAW aus Ihrer Sicht ihren Teilnehmern?

Mit der systematischen Arbeitsweise – Zielvereinbarung, Massnahmen, Monitoring – bietet die  EnAW sehr nützliche Instrumente, die im Alltag gut anwendbar sind. Auch vom breiten Beziehungsnetz der EnAW zu den Behörden profitieren die Teilnehmenden. Aus Sicht der fenaco funktioniert die Zusammenarbeit ausgezeichnet, wir bilden seit bald zehn Jahren ein eingespieltes Team.

 

Wie beeinflusst die schweizerische Gesetzgebung die Prioritäten der fenaco Genossenschaft bezüglich CO2– und Energieeinsparungen?

Die Verpflichtung hat einen positiven Anstoss gegeben, denn wir haben realisiert, wie viel Potenzial noch in unseren Betrieben steckt. Ganz wichtig ist, dass wir seither kontinuierlich an der Entwicklung und an Verbesserungsmöglichkeiten arbeiten. So haben wir zum Beispiel ein Lebensenergie-Kosten-Tool entwickelt, mit dem wir die Investitionskosten mit den Lebensdauer-Energiekosten vergleichen können. Ein gutes Instrument, das hilft, langfristig unsere Ziele zu erreichen.

 

Zur Person

Seit 2012 ist Dr. Martin Keller Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco Genossenschaft. Keller studierte an der ETH Zürich Agronomie und promovierte 1998. Nach verschiedenen Tätigkeiten im Saatgutsektor und als Leiter der Branchenorganisation Swisspatat, arbeitete Keller von 2002 bis 2009 in Deutschland in verschiedenen Funktionen bei KWS Saat AG in Einbeck.

fenaco Genossenschaft

Die fenaco ist eine Agrargenossenschaft mit über 100-jähriger Idee und liegt in den Händen von 44000 LANDI-Mitgliedern, mehrheitlich Landwirte. Die fenaco sorgt dafür, dass die wertvollen Schweizer Lebensmittel zu den Konsumentinnen und Konsumenten gelangen. Als Lieferantin versorgt sie die Bauern mit allem, was es für eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft braucht. Zu den bekanntesten Marken der fenaco gehören Futtermittelhersteller UFA, Düngerhändler LANDOR, Getränkeproduzent RAMSEIER, Fleischverarbeiter Ernst Sutter, sowie Volg, LANDI und AGROLA.