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20181106094644 Jacqueline Jakob Freigestellt

«Im Kanton St. Gallen gibt es rund 410 Grossverbraucher mit über 500 Betriebsstätten.»

Wili Haag ist Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartements des Kantons St. Gallen. Im Interview führt er aus, warum der Kanton den Grossverbraucherartikel einführte und welche Rolle die EnAW bei der Umsetzung spielt.

Wann und weshalb hat der Kanton St. Gallen beschlossen, das Grossverbrauchermodell umzusetzen?

Die gesetzliche Grundlage wurde im Jahr 2000 geschaffen. Aufgrund fehlender personeller Kapazitäten konnte mit dem Vollzug des Grossverbrauchermodells erst im Jahr 2012 begonnen werden. Das Grossverbrauchermodell hat den Gesetzgeber überzeugt, weil Grossverbraucher selber am besten beurteilen können, welche Energiesparmassnahmen in ihrer konkreten Situation das beste Kosten-zu-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Entscheidend ist, dass bestimmte Effizienzziele erreicht werden und nicht in erster Linie, wie dies geschehen soll. Mit dem Abschluss von Zielvereinbarungen erhalten die Unternehmen mehr unternehmerische Freiräume und Flexibilität, können also Investitionen gezielter tätigen und einen grösseren Effekt erzielen. Das Beispiel der Züger Frischkäse AG zeigt eindrücklich, welche Wirkung ein langjähriges Engagement entfaltet.

 

Wie viele Unternehmen haben im Kanton St. Gallen gemäss Energiegesetz das Grossverbrauchermodell umzusetzen? Wie hoch ist die erwartete Effizienzsteigerung?

Im Kanton St. Gallen gibt es aktuell rund 410 Energiegrossverbraucher mit über 500 Betriebsstätten. Wir gehen davon aus, dass diese Unternehmen in den nächsten zehn Jahren Effizienzsteigerungen von insgesamt gegen 20 Prozent realisieren werden. Selbstverständlich gibt es Unterschiede innerhalb und insbesondere zwischen den Branchen. Gerne nutze ich die Gelegenheit, der grossen Zahl beteiligter Unternehmen für ihr Engagement und ihre Kooperation zu danken.

 

Die Kantone spielen eine wichtige Rolle in der Energiepolitik. Welche Rolle spielt die EnAW bei der Umsetzung des Grossverbrauchermodells im Kanton St. Gallen?

Es ist uns wichtig, dass den Energie-Grossverbrauchern Angebote zur Verfügung stehen, die sie einerseits bei der Erfüllung kantonaler sowie eidgenössischer Vorgaben und anderseits zielorientiert unterstützen. Ich bin deshalb sehr froh, dass die EnAW die Unternehmen bei der Umsetzung der schweizweit gültigen Universalzielvereinbarung unterstützt.

 

Welche Unterstützungsangebote bietet der Kanton St. Gallen Grossverbrauchern aber auch KMU bei der Steigerung der Energieeffizienz und der Senkung des CO2-Austosses?

Der Kanton St. Gallen begleitet die Unternehmen während der gesamten Umsetzungsperiode. Die Vielzahl der Angebote macht den Unternehmen insbesondere den Einstieg ja nicht gerade leicht. Die Unterstützung der Energiefachstelle bei der Entscheidungsfindung wird deshalb von den Unternehmen sehr geschätzt. Weiter unterstützen Förderungsprogramme des Kantons und weiterer Akteure die Unternehmen bei der Realisierung von kurzfristig nicht wirtschaftlichen Massnahmen.

 

Die Universalzielvereinbarung, wie sie die EnAW anbietet, ist ein mögliches Instrument zur Umsetzung des Grossverbrauchermodells. Es bietet den Unternehmen Spielraum bei der Umsetzung der Massnahmen: ein Erfolg versprechender Ansatz?

In jedem Fall! Es ist mir sehr wichtig, dass den Unternehmen Spielraum verbleibt und sie ihre Eigenverantwortung wahrnehmen können. Dass Effizienzmassnahmen als Teil des Unterhalts beziehungsweise im Rahmen der Unternehmensentwicklung realisiert werden können, ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es hilft, wenn den Unternehmen konkrete Massnahmen und Handlungsbereiche aufgezeigt und das weitere Vorgehen festgelegt werden. Der Spielraum der Universalzielvereinbarungen ist sicher einer ihrer Erfolgsfaktoren.

 

Sind die Unternehmen im Kanton St. Gallen bezüglich Erreichung der Ziele auf Kurs?

Ja, ein grosser Teil der Unternehmen hat die Ziele und Massnahmen festgelegt. In welchem Umfang diese realisiert werden, wird das erste Monitoring im ersten Halbjahr 2015 zeigen. Ich gehe aber davon aus, dass die Unternehmen die sich selber gesteckten Ziele erreichen, wenn nicht sogar übertreffen werden. Dies vor allem auch, weil viele Unternehmen erkannt haben, dass beträchtliche Effizienzsteigerungen oft mit einfachen Massnahmen erzielt werden können und dass die erzielte Energie- beziehungsweise Kosteneinsparung sich jedes Jahr positiv auf das Betriebsergebnis auswirkt.

Wili Haag ist Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartements des Kantons St. Gallen.

 

Zur Person

Wili Haag ist Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartements des Kantons St. Gallen.

GVA Kanton St. Gallen

Seit 2013 setzt nebst den Kantonen Aargau, Freiburg, Genf, Glarus und Graubünden auch der Kanton St. Gallen den kantonalen Grossverbraucherartikel um. 410 Unternehmen mit über 500 Betriebsstätten gehören im Kanton zu den Energiegrossverbrauchern, die während den nächsten zehn Jahren eine Effizienzsteigerung von durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr leisten müssen.