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20181106090711 Dominique Schaad Freigestellt

KLIMASCHUTZ UND ENERGIEEFFIZIENZ IM KANTON ST. GALLEN

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Das Wichtigste in Kürze

30 300
Tonnen CO2 reduziert
225 700
Megawattstunden Massnahmenwirkung Energie
681
Betriebsstätten nehmen teil
395
Grossverbraucher nehmen teil
22
Millionen Franken eingespart
  • EFFIZIENTE KOOPERATION

    Im Kanton St. Gallen setzen Unternehmen an 681 Betriebsstätten ihre Klimaschutz- und Energieeffizienzziele mit dem Energie-Management der EnAW um. Die EnAW setzt seit 2001 als Intermediär zwischen Bund, Kantonen und den Unternehmen die im CO2- und Energiegesetz des Bundes und im Grossverbrauchermodell der Kantone (GVM*) formulierten Aufgaben der Wirtschaft um. Behörden und Unternehmen profitieren seit 2001 von dieser bewährten und effizienten Kooperation.

  • ERFOLGREICHES MODELL

    Die Schweiz hat sich für die Umsetzung der Klimaziele für eine Lenkungsabgabe entschieden, räumt aber den Unternehmen ein, alternativ zur Abgabe eine Verminderungsverpflichtung einzugehen. Die EnAW sorgt dafür, dass die Unternehmen ihre Verpflichtungen individuell und mit wirtschaftlichen Massnahmen erreichen. Die Resultate sind eindrücklich. Im Kanton St. Gallen erzielen die mithilfe der EnAW umgesetzten Massnahmen eine jährliche Wirkung von 30 300 Tonnen CO2 und 225 700 Megawattstunden Energie.

  • ZUKUNFTSORIENTIERTE LÖSUNG

    Wirtschaftlicher Klimaschutz, wie die EnAW ihn umsetzt, hilft der Schweiz, die Klimaziele zu erreichen und kommt bei den Unternehmen gut an. Denn hinter dem energetischen Fitnessprogramm stecken für die Unternehmen nicht nur CO2- und Energieeinsparungen, sondern auch Schweizer Franken – Franken, die oft wieder in innovative Effizienzmassnahmen investiert werden. Im Kanton St. Gallen waren es im Jahr 2018 rund 22 Millionen Franken.

* Grossverbraucher sind Unternehmen mit einem jährlichen Wärmeverbrauch von mehr als fünf Gigawattstunden oder einem Elektrizitätsverbrauch von mehr als 0.5 Gigawattstunden pro Betriebsstätte und Jahr.

Energieeffizienz steigt, CO2-Intensität sinkt

Mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen verbrauchen die Unternehmen im Kanton St. Gallen 106 600 Megawattstunden weniger Energie. Die Energieeffizienz liegt bei 110.3 Prozent.

Mit den seit 2013 umgesetzten Massnahmen der Unternehmen im Kanton St. Gallen ist der CO2-Ausstoss um 30 300 Tonnen gesunken. Heute liegt die CO2-Intensität bei 86.6 Prozent.

Der Schlüssel zum Erfolg: Wirtschaftliche Massnahmen

Jedes Unternehmen setzt einen individuellen Massnahmenkatalog um. Die Projekte sollen sich auch Rechnen: Hinter jeder eingesparten Kilowattstunde und Tonne CO2 stecken ausgewiesene Payback-Zeiten. Im Kanton St. Gallen sind Massnahmen in den folgenden Bereichen die bisher grössten Klimaschutz- und Energieeffizienztreiber der Wirtschaft:

  • PRODUKT- UND PROZESSMASSNAHMEN

    48 500 MWh/a 5300 t CO2/a 4 845 100 CHF/a

    Hier stehen das Hinterfragen von Prozessanforderungen, Prozess und Produktoptimierungen sowie Prozessumstellungen im Fokus. Pinch-Analysen sind dabei ein sehr nützliches Instrument und geben Investitionssicherheit. Pinch-Analysen werden vom Bundesamt für Energie (BFE) gefördert und sind deshalb zusätzlich interessant.

  • PROZESSWÄRME

    43 200 MWh/a 7400 t CO2/a 4 321 500 CHF/a

    Typische Massnahmen im Bereich Prozesswärme sind zum Beispiel die Wärmerückgewinnung, Abwärmenutzung, der Verzicht auf Dampf- und Heisswasseranlagen, weitere Temperaturniveauabsenkungen, richtige Erzeugerdimensionierungen, Verbrennungsluftvorwärmung oder bedarfsgerechte Regelungen. Auch die vom BFE geförderte Pinch-Analyse kann hier zum Einsatz kommen.

  • LÜFTUNG UND KLIMAKÄLTE

    23 100 MWh/a 1800 t CO2/a 2 306 000 CHF/a

    Eine richtige Dimensionierung der Kälteanlagen, Wärmedämmung, der Einsatz effizienter Antriebe, Temperaturniveauerhöhungen oder freies Kühlen (free cooling) sind mögliche Massnahmen, die im Bereich Lüftung und Klimakälte umgesetzt werden können. Aber auch Betriebsoptimierungen ohne grosse Investitionen und mit sehr guter Wirtschaftlichkeit wie eine bedarfsgerechte Regelung gehören hierher.

Nachgefragt bei der Energiefachstelle des Kantons St. Gallen

«ENERGIEEFFIZIENZ – EINE CHANCE FÜR UNTERNEHMEN.»

Philipp Dudli, Projektleiter Energieeffizienz, Amt für Wasser und Energie des Kantons St. Gallen

  • WAS VERLANGT DER KANTON ST. GALLEN VON DEN UNTERNEHMEN?

    Die St. Galler Regierung hat beschlossen, dass die Energieeffizienz um durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr zu erhöhen ist. Die über 400 Grossverbraucher im Kanton St. Gallen sind seit dem Jahr 2014 verpflichtet, Effizienzmassnahmen umzusetzen.

  • WELCHE WEGE FÜHREN ZUM EFFIZIENZZIEL?

    Es gibt für die Grossverbraucher zwei Möglichkeiten: Der Abschluss einer Universalzielvereinbarung zum Beispiel mit der EnAW oder die Verpflichtung zur Verbrauchsanalyse und Umsetzung der Massnahmen mit dem Kanton.

  • WELCHE VORTEILE ERGEBEN SICH AUS EINER ZIELVEREINBARUNG MIT DER ENAW?

    «Alles aus einer Hand», lautet die Devise. Mit einer Universalzielvereinbarung erfüllen die Unternehmen neben den Grossverbraucherbestimmungen auch die Anforderungen für eine allfällige Rückerstattung der CO2-Abgabe und des Netzzuschlags. Ausserdem besteht die Möglichkeit der Gruppenbildung. Das gemeinsame Vorgehen mehrerer Unternehmen bietet weiteren Nutzen wie beispielsweise: Erfahrungsaustausch, schnelleres Erreichen von Energiezielen, gegenseitiger Abtausch und Kompensation von Leistungen.

  • IHR PERSÖNLICHES FAZIT?

    Ich halte es für wichtig, dass die Unternehmen in der Umsetzung weiterhin ihren Spielraum nutzen und frei wählen können, welche Massnahmen sie zur Zielerreichung umsetzen.

Praxisbeispiele im Kanton St. Gallen

    • 25.02.2016  • Actifs

      Geberit AG reduziert ihre Energiekosten

      Seit 2002 ist das weltweit tätige Unternehmen aus dem Sanitärbereich im Energie-Modell der EnAW aktiv. Der jährliche Energieverbrauch wurde in dieser Zeit um 3326 Megawattstunden gesenkt, was dem Energieverbrauch von 700 Haushalten entspricht.

    • 27.11.2015  • Actifs

      St. Galler Zentrale ist energieeffizientes Vorbild für 300 Raiffeisenbanken

      Die Pionierarbeit von Raiffeisen Schweiz trägt Früchte. Heute nehmen bereits über ein Dutzend Geschäftsstellen am KMU-Modell der EnAW teil. Die einzelnen Bemühungen tragen zu den Einsparungen der gesamten Gruppe bei: 2014 hat die Gruppe im Vergleich zum Vorjahr ihren Energieverbrauch im Gebäudepark um 14 Prozent gesenkt.

    • 30.08.2013  • Actifs

      Wie die Cavelti AG klimaneutrale Produkte energieeffizient herstellt

      Die im st.gallischen Gossau beheimatete Druckerei wird ihren Energieverbrauch um 23 Prozent senken und damit jährlich über 20 000 Franken einsparen. Dank der Teilnahme am KMU-Modell der EnAW profitiert sie als Grossverbraucherin zudem von der Befreiung von kantonalen Detailvorschriften.

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